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Montag, 29. Januar 2018

Winter ohne Schnee noch immer .....

Lieblingsspazierweg



Wir haben keinen Schnee.
Trotzdem ist alles feucht und durchweicht.
Ein befestigter Weg um den See ist genau richtig. Und Robert fällt nun auch nicht mehr "plötzlich" ins Wasser.
Gross werden hat Vorteile!
Was ist er früher in Bäche, Brunnen etc. gefallen!
Nun ist das vorbei und man kann drüber lachen.


Er bekommt kein Zwischenzeugnis in diesem Jahr.
Der Herr Lehrer, Robert mit Mama und Papa hatten einen Termin zum Entwicklungsgespräch in der Schule.
"Das war aber langweilig", sagte Robert hinterher.
Er entwickelt sich in seinem Tempo so dahin.
In der Berufsschulstufe liebt er alles was mit der Praxis zu tun hat.

Mit Holz arbeiten
Wäsche waschen, trocknen, bügeln
Kochen und Backen.
Das ist ihm viel lieber als Lesen und Rechnen.
Diese Fächer sind nun zweitrangig. Nur noch je 2 Stunden in der Woche.
Als Ziel wurde trotzdem festgesetzt, dass er weiter Lesen und Schreiben und die Zahlen übt.
"Da muss ich gleich gähnen!" sagte er, ganz Teenager!


Das Praktikum beim Schäfer wird im Frühling stattfinden.
Im März ist er eine Woche in der Werkstatt einer Lebenshilfe.
Wäsche ... und nun wo er eine Woche jeden Tag arbeiten soll will er nicht mehr.
Tja, da bleibt ihm wohl nichts anderes übrig als mitzumachen, sein Bestes zu geben.
Bin schon gespannt wie das wird.

Die höhere Dosis des Antiepileptikum ist nicht falsch.
Aber so ganz ohne Auffälligkeiten ist er nicht!
Das Fahrrad bleibt weggesperrt. Das ist zu gefährlich so wackelig wie er oft unterwegs ist.
Ohne einen Ton akzeptiert er das.


Susanne wird bald fliegen ... so wie die Vögel auf den Bildern....
Bald werden wir Euch davon erzählen....
Nein, nicht als Drachenfliegerin... obwohl mein Cousin sie schon jahrelang huckepack dabei haben will.
Das möchte sie aber lieber nicht.

Wir wünschen Euch schöne letzte Tage im Januar.... und schwuppst ist der erste Monat im Jahr 2018 auch schon wieder fast Vergangenheit.....



Freitag, 12. Januar 2018

Wir können wieder auf den Wegen weitergehen



Das Hochwasser ist weg.

Nun können wir wieder überall spazierengehen.
Die Schafe sind auch weg.

Aber nur von hier.
Wo sie gehen weiss ich ja nun meistens.

Im Frühling werde ich ein Praktikum machen.
In der Berufsschule wollten sie es nicht glauben, dass ich wirklich etwas gefunden habe. Also mit Mama und Papa zusammen.
Aber ich darf dort hin und der Lehrer besucht mich dann mal in der Praktikumszeit. Er war noch nie bei einem Schäfer.
Hi, hi.... wenn wieder Hochwasser ist stell ich mich mittenrein und er kann schauen wie er zu mir kommt!


Ich war nochmal beim Arzt.
Also auch wieder mit Mama und Papa und auch einmal ohne Papa.
Ich bin nicht mehr einfach umgefallen aber niemand weiss warum das passiert ist.
Ich nehm nun eine Medizin mehr weil ich doch Epilepsie habe.
Ich hab zum Doktor gesagt, dass ich es nicht will ,aber mache. Weil die Mama schaut sonst traurig.
Aber wenn ich nicht wegen der Epilepsie umgefallen bin, warum hilft dann die eine Tablette gegen Epilepsie  ganz genau ... und ich fall nicht mehr um.?
Keine Antwort vom Herrrn Doktor.
 Nur geschaut hat er.
Ob er heimlich mit meinen Eltern spricht. Mama sagt "nein"... würde sie nicht tun.

So nun ist Wochenende.
Diese Woche war mein Busfahrer krank.
Ich bin nicht angerufen worden, also die Eltern nicht
Und da stand ich rum an der Strasse. Gut, dass Mama immer schaut, sie hat mich nach einer halben Stunden reingeholt. Und rumtelefoniert
Dann hat sie mich gefahren.
Am anderen Tag kam wieder kein Bus. Wieder keine Info
Mama hat geschimpft am Telefon und die Dame vom Busunternehmen hat ihr aufgelegt.
Uih, ich würde Mama nicht so ärgern wie die das gemacht hat. (Gut, tu ich schon, geb ich auch zu. Aber ich kenn ja meine Eltern und wenn sie dann sauer sind geh ich schnell ins Zimmer!)
Das Busunternehmen kriegt nun einen Brief.
Ich glaub, der ist auch sauer!

Ihr glaubt es nicht!
 Ich werde ja immer um 6.45 Uhr abgeholt. Heute... wieder nicht.
Mama war gefährlich leise am Telefon. In ein Taxi wollte sie mich setzten und zahlen hätte der Busunternehmer sollen.
Weil heute hat halt Mama kein Auto da. Susanne braucht das halt manchmal.
Ich wollte nicht in ein Taxi gesetzt werden.

Aber dann kam um 7.45 Uhr jemand und hat geklingelt. Ob hier der Robert zum abholen ist?
Der Mann kam mit einem REISEBUS !
Stand vor der Tür in unserer engen Strasse!  Ja echt ... aber wir sind nicht verreist sondern in die Schule gefahren. Der arme Busfahrer, vorher musste er rückwärts wieder raus aus unserer Strasse und ein Autofahrer hat gehupt wie wenn er nicht sieht, dass Reisebusse sich schwer tun bergab in einer engen Strassen.
Im Reisebus sass ... ich, nur ich... und der Fahrer. Das war nicht lustig! 

Nun wisst ihr Bescheid.
Und weil ich mit geschrieben habe und wo draufgedrückt habe sind die Bilder jetzt da unten.
Die bleiben da, weil wir kriegen sie nimmer über den Bericht von mir
dem Robert.

Schönes Wochenende


Freitag, 31. März 2017

Frühlingsgrüsse



Eine Woche Schullandheim hat Robert hinter sich.
Fast schon Sommertemperaturen.

Wer ist Schuld, dass er mit Winterjacke, Pullis etc. losgeschickt wurde am Montag?
Na, ich .... die Mama.

Sonst sind Schnee und Wintertemperaturen normal am Rande der Berge im März.
Dieses Jahr war das anders.
Er wusste sich zu helfen, ist ja nicht so, dass er wirklich mit Mütze und Schal rumlief bei über 15 Grad und Sonnenschein.
Aber ich bin schuld, dass er keine kurze Hose dabei hatte ...

Jetzt wisst Ihr Bescheid, dass die Robert Mama keine Hellseherin ist und noch solche Sätze drauf hat:
"In Monaten mit "R" zieht man sich gut an und läuft auch nicht barfuss!"

Sonntag, 19. Februar 2017

Benotungen ....





Zwischenzeugnis

auch für Robert wieder.
Keine Noten, ganz viele Sätze

"Mama, les es mir nicht mehr vor. Das hat schon die Lehrerin ein bisschen gemacht. Ich will sowas nicht mehr hören!"


Es ist auch für mich nicht zu beschreiben.
Wie benotet man einen Jungen, fast 16 Jahre mit Autismus?
Mit frühkindlichem Autismus.

Im Zahlenraum bis 20 bemüht er sich mal mehr mal weniger schon jahrelang zurechtzukommen.
Dieses Halbjahr scheinbar mit Ehrgeiz. Aber ..... er weiss nun selber, dass das nicht mehr normal ist, nicht rechnen zu können.

Lesen und schreiben übt und übt er.
Scheinbar nun auch fleissiger und williger als oftmals vorher. Aber ... er weiss nun selber, dass es nicht mehr normal ist, nicht fliessend lesen und schreiben zu können in seinem Alter.

So könnte ich nun Punkt für Punkt durchgehen. Aber .... ich weiss nun selber, dass es nicht mehr normal ist das mal wieder zu tun.

Soll ich Euch von Robert erzählen? Robert mit Autismus.
Etwas fast unglaubliches ist geschehen. Er ist gewachsen. Aufeinmal, ohne Hormone etc.
Er ist nun

Einen ganzen Zentimeter grösser, als ich, seine Mama!

 Es wurde uns vorausgesagt, dass er niemals die Grösse von 145 cm erreichen wird.
Na sowas, hat er sich einfach nicht dran gehalten.

Robert ist für ein Gespräch immer zu haben. Am allerliebsten beim Autofahren.
Von der Weltpolitik bis zum Tierschutz
Von den Nachbarn bis zu den Menschen am anderen Ende der Welt
Vom Wetter bis zur Naturkatastrophe ....
und viel mehr ....
über all das kann man sich mit ihm unterhalten.

Ernst, richtig gescheit, lustig, amüsant, albern, doof .... usw.
Die ganze Bandbreite. Alles da ... wenn er will.

Robert der Tier- und Naturliebhaber.
Robert, der Junge, der Traktoren zum Lieblingsthema hat.
Ja.... wohl schon viele hunderte Male haben wir uns seine kl.Videos angeschaut. Über all die verschiedenen Bulldogs geredet.
Auch Menschen die das gar nicht interessiert werden vollgequasselt.
Das ist ihm egal. Das hat mit Autismus zu tun. Er merkt es nicht wenn jemand die Augen verdreht. Er redet einfach weiter .....

Robert, der Koch.
Leckere Gerichte zaubert er.
Wenn alle sagen: "Nein ... nicht schon wieder. Das gab es nun fünf Tage hintereinander!" ... dann ist ihm auch das egal. Das hat mit Autismus zu tun. Er merkt es nicht wenn jemand wirklich nicht gaaanz oft das selbe Gericht essen will. Er kocht es einfach weiter ....

Robert, der jüngste Bruder mit 5 älteren Geschwistern.
Am allermeisten "leidet" Susanne unter ihm. So wie er für manche unter Autismus "leidet" ....
Ihr versteht den kleinen Witz.

Sie leidet nicht, macht aber natürlich schon einiges mit. Geschwisterkind von behindertem Geschwisterlein halt.
Er leidet nicht, nein, ich kenne keinen Autisten der leidet.
Ich find das falsch, dass es oft so bezeichnet wird.

Die anderen Geschwister haben mal mehr mal weniger Begegnungen mit ihm.
Der älteste Bruder noch am öfteren. Aber der ist ja auch "leidend" an irgendwas mit der Psyche.
Das ist seine Aussage, die ich auch so schreiben darf.
Die beiden verstehen sich gut, und .... schaffen es am allerbesten sofort voneinander Abstand zu nehmen wenn sie sich gegenseitig zu viel werden.

Robert, der Bub, der nun einen Freund und eine Freundin hat.
Der Freund ist älter. Erfahren im Umgang mit Autisten.
Sieht Robert als Freund und sonst nichts. Der Autismus ist nicht das Thema zwischen den beiden.
Es ist für uns Eltern aber beruhigend, dass der Freund verantwortlich mit Robert die Freizeit verbringt.

Denn .... Robert hat mal wieder seine Profi-Betreuung vom FED verloren.
Nein, er kann nichts dafür. Denn wenn sich jemand bereit erklärt über z.B. die Lebenshilfe, die AWo oder Caritas usw. behinderte Menschen in der Freizeit zu begleiten, dass sollte der-oder diejenige nicht aufeinmal jammern, weil der betreute Mensch so anders ist .....
Der redet ja jeden an!
Der spricht immer so laut!
Der hat nie Vorschläge, was wir tun können!
Der will im Auto immer die gleiche CD anhören!
Der isst immer Leberkässtangerln!
usw.....
Nun verfällt also Monat für Monat das Geld, das die Pflegekasse für den behinderten Robert mit Autismus zur Verfügung stellt. Nein ..... nochmal starten wir das nun wirklich nicht mehr.
Zwei Mal hatte Robert ganz tolle Betreuer. Studenten, die dann irgendwann mit dem Studium fertig waren und leider diese Aufgabe nicht mehr weiter machten.
Ansonsten war es leider, leider immer für den Buben traurig ....

Die Freundin .... hm .....
neee, ich sag da nix dazu.
Sie sind ein Pärchchen die zwei.
Laufen Hand in Hand ....
Aber wir haben nicht das Gefühl, dass die beiden ein junges Glück sind so wie andere mit 16.
Die beiden sind anders ... einfach anders.
Sie schicken sich Herzchen, aber als ich Robert fragte, ob er sie denn nun liebt sagte er: "Woher soll ich denn das nun wieder wissen!"

Nun hab ich mit dem Zeugnis angefangen, und mit meiner Erzählung über unseren Robert geendet.
Ich könnte noch seitenweise weiterschreiben ....



Dienstag, 26. Juli 2016

In der Schule wird getanzt!




Da hatte die Mama ein Tränchen in den Augen .....
Was hat der Bua sich aufgeführt, weil er den Tanz lernen sollte/musste/durfte!
Die Lehrerin hat was mitgemacht.
Und dann?
Rein in die Lederhosen, hübsch des Hemd ..... und auf geht's

Die Gruppe war zauberhaft bei ihrem Tanz. Leider darf ich Euch die wirklich tollen Fotos nicht zeigen, obwohl ich mir wünschen würde, die Welt könnte Bilder von so glücklichen behinderten Kindern sehen.

Es gab sogar noch eine Zugabe.
Der Bua hat natürlich gemeckert, dass ist in seiner DNA scheinbar sehr fest verankert. Doch dann hat er wieder mit Freude und ohne Fehler all die vielen Schritte mit seinem bezaubernden Mädel getanzt.

Danach dann:
Pause, Auszeit
Männergespräche.


Die letzte Schulwoche hat begonnen. Die Ferien sind nicht mehr weit!

Es war ein schönes Fest zum Abschluss des Schuljahres.
Noch nie hat Robert ein ganzes Schuljahr ohne Stress, Probleme und mehr erleben dürfen.
Nun wurde ihm auch das geschenkt ... vom Leben .... von der Schule in die er auch schon wieder fast ein Jahr geht.
Das ist ihm sogar selber bewusst. Er freut sich, und er ist trotz Autismus damit sehr gut zurechtgekommen noch einmal wegen des Umzugs die Schule wechseln zu müssen.
Anfangs hat er getrauert, wollte zurück. Doch die Phase war schnell vorbei. Und nun sagte er gestern auf der Heimfahrt:
"Wenn Ihr mich gleich in diese Schule gesteckt hätten wäre alles gut. Niemand hat mich da eingesperrt, angeschrien, mich vor die Türe geschickt. Weisst noch Mama, was die YxYx- Lehrer und Betreuer alles gemacht haben?"
Ja, ich weiss das noch.
Und dann sagt er diesen Satz:

"Ich glaub ich hätte ein Abitur gemacht, wenn ich gleich hier ein Mitschüler geworden wäre!"

Träum weiter ... ist Susannes Antwort .... 

 Zur Erklärung: Nein, hätte er nicht. Es ist eine Schule zur geistigen Förderung. Da ist nix mit Abi ... zumindest bei den Schülern. Die Lehrer schon! :-).....:-)  .... 


Samstag, 25. Juni 2016

Aufgegessen

Die Sonne hat es geschafft, nun waren es 2 Erdbeeren.
Vater und Sohn haben sie aufgegessen.



So friedlich wie das Warten auf die rote Erdbeere, das gemeinsame Pflücken und dann aufessen war es gestern und auch heute nicht mit Robert.

Er kam vom Schullandheim zurück und war von Anfang an sehr ekelhaft zu uns.
Susanne wurde gar nicht begrüsst. Wir werden provokant behandelt.
Heute gab es nach dem Frühstück richtig Ärger. Nur frech, nur garstig ... das geht nicht.
Er erzählt nur wenig von den Tagen, aber das was er erzählt hört sich schön, aufregend und so an, als ob er die Woche genossen hat.

Ist es weil er eine Woche nur mit vielen anderen behinderten Kindern zusammen war?
Muss er erst wieder in die Familienwelt finden?

Nun ist der Papa mit ihm unterwegs, sie sind in die Werkstatt gefahren. Dort ist Robert gerne und vielleicht findet er da wieder in den Alltag zurück.

Ich wünsche mir sehr, dass er nicht das ganze Wochenende so anstrengend bleibt.

Auch Euch wünsche ich ein schönes Wochenende. Die Nachrichten über die Unwetter hören sich schlimm an, hier ist noch nichts angekommen von der Unwetterfront.  Hat es sich die letzten Wochen schon genug ausgetobt hier in Niederbayern?



Mittwoch, 24. Februar 2016

Ein Wort zum Zeugnis


Wieder einmal Zeugnis-Tag.
Am Freitag kam Robert nach Hause und hat ziemlich unaufgeregt das Zeugnis auf den Tisch gelegt.

Es gibt viel zu lesen in Zeugnissen der Schule zur geistigen Förderung.
Das taten wir Eltern auch.
Robert blieb uninteressiert.

Was sagt man da als Eltern?
Wenn nun schon zum 15. Mal ähnliches im Zeugnis steht.
Was sieht man als Schulerfolg, was kann man herauslesen?

Lesen lernt er noch immer. Von Kindern in der 1.Klasse kommen schon viel mehr Erfolge.
Wir bewundern es sehr, dass er überhaupt noch mitmacht, immerwieder stotternd Buchstaben für Buchstabe neu entdeckt, dann aber gaaanz schwer ein Wort daraus "lesen" kann. Und wenn dann dieses Wort kurze Zeit später nocheinmal im Text auftaucht wird wieder buchstabiert. Alles auf Anfang!

Rechnen?  Seit vielen Jahren der Zahlenraum bis 20 entdeckt, so manches kann er da!
Stimmt das so?
Nein, ein klares NEIN !
Wenn er immer und immerwieder beim Spiel mit dem Würfel die Punkte neu zählt, weil er einfach nicht erkennen kann, dass er da eine z.B. 5 gewürfelt hat .... dann wird es nach so vielen Jahren auch für die Mama schwer noch irgendeine Freude beim Brettspielen zu entdecken.
Wenn er beim Backen hilft und ich mit ihm z.B. Mehl abwiege, dann versteht er gar nichts von den Angaben. Da kann ich ihm erklären, ihn auffordern doch noch bis zum Strich aufzufüllen "schau da steht 250 gr" und dann .... weiss er nicht was und wo er die "250" finden soll.
Es gäbe noch viele Beispiele mehr.

"Du Robert, wie alt ist denn Deine neue Lehrerin?"
"So genau weiss ich das nicht, ich glaube 55 Jahre. Oder vielleicht doch eher 30!"
Er BEGREIFT die Zahlen nicht.
"Robert jünger so wie Deine grosse Schwester, oder eher wie die Mama?"
"Da denk ich mal mittendrin!"
Das ist noch die Antwort die ein bisserl zeigt, dass er schon erkennt was der Unterschied ist, aber halt nicht in Zahlen, in Jahren ....

Er ist ein liebes Kind, er macht viel und fleissig mit, er bemüht sich, er fasst viel auf und merkt sich das dann für immer!
Und so weiter ...
Nur? Was tut er damit wenn er gross ist?
Autofahren wird er nie ....
Allein auch nur durch eine Stadt schlendern auch nicht ....
Wohnen, muss betreut sein ....

Robert hat das Zeugnis nicht mehr interessiert und mich, die Mama dann auch nicht mehr.
"Mama, der Herr Lehrer hat mit mir drüber gesprochen was da drin steht. Aber ich glaub ich hab ihm nicht zugehört, ich weiss zumindest nichts mehr!"

Susannes erstes Zeugnis der Fachakademie liest sich wunderbar, macht stolz. Ein Mädchen, das seinen Weg geht. Ich bin glücklich darüber.

Diese Gräben ... ich kann sie grad nicht aushalten.

Wie geht das nur weiter für mein jüngstes Kind? Am liebsten würde ich keine solchen "Zeugnisse" mehr in die Hand nehmen. Denn ich seh ja das Bemühen all der Lehrer und Betreuer. Aber wenn sich doch so gut wie nix tut. Robert braucht diese Zeugnisse nicht mehr. Die tun ihm wahrscheinlich nicht gut, weil er tief innen spürt wie unfähig er ist. Es ist nun das 3.Zeugnis, welches er selber ignoriert.
Wir haben ein Zeugnisessen gemacht. So wie schon immer mit den Kindern.

"Gut, dass ich auch so ein Zeugnis habe, gut, dass ich mitgehen und mitessen darf!" sprach das Kind.
"Mama, das ist echt gut, weil das ist dann wie eine Eintrittskarte für uns, oder?"




Donnerstag, 17. September 2015

Schulkind .... alles wieder neu.


Wieder einmal ein Foto das Robert gemacht hat.
Dieser Heilige hat es ihm angetan. Er vermisst seine alte Schule, erzählt aber mehr vom drumherum dort. Es war eine kirchliche Einrichtung. Robert liebte die Schwestern, den Klostergarten, -friedhof und die Kirche. Er hat gern im Chor mitgesungen in den Gottesdiensten.
Nun hat er hier ums Eck diesen Heiligen an einer Brücke entdeckt und scheinbar erinnert der ihn an all die vielen Heiligen in der Einrichtung von vorher.

Erster Tag in der neuen Schule.
Wir haben ihn hingefahren, er sollte nicht gleich mit dem Bus alleine auf dem Weg sein.
Er war nicht begeistert .... er ist dort aus dem Auto gesprungen, gleich losgerannt und schrie:
"Kommt mir ja nicht nach! Ich bin schon gross!"

Bis wir parkten und nachkamen war er weg. Die Rektorin stand in der Aula und hat uns lachend gesagt, dass er schon mit seinem Lehrer ins Klassenzimmer ging.
Der Herrn Lehrer sahen wir kurz drauf, weil er nach einem Kind gesucht hat. Ein erstes Bild haben wir nun.

Robert kam mit dem Schulbus nach Hause und es war gut.
Auch am 2 Tag ging er gern aus dem Haus.
Er erzählt nicht so viel, aber was er erzählt hört sich so an, als ob es ein Neubeginn ohne Tränen für ihn war. Es gibt einiges was ihm dort gefällt.
Die Sehnsucht nach den Freunden, nach den vertrauten Räumen ist da! Das kommt ihm beim Einschlafen hoch ... er schläft ganz schlecht ein, fast nie durch .....

Und  ... er schreit wieder.
Wie soll ich das beschreiben? Er spricht nicht, wenn er etwas will, sondern es wird sofort laut, teils böse, laut und oft wiederholend geschrieen.
Man kommt nicht an ihn ran. Es ist nicht zu stoppen.
Ein Beispiel:
Gestern mitten im Supermarkt. Wir kaufen fürs Abendessen ein.
Er will aufeinmal alles Schulsachen sofort kaufen. Die gibt es dort aber gar nicht.
Laut, fast agressiv:
"Du hast eine Liste, DUUUU nimmst sofort die Stifte, die Blätter alles mit! Duuuu bist schuld wenn ich Ärger habe!"
"Robert, ein Teil ist schon zu Hause, hier bekommt man das nicht. Du sollst es alles aufeinmal am Montag mitbringen!"
Kreischend, laut:
"Duuu bist so doof, DUUUUU machst alles falsch. Wegen DIR hab ich Ärger weil ich nicht mal einen Block habe, nichts aufschreiben kann!"

Wahhhhhh , er kann gar nicht schreiben, braucht keinen Block.
Er kreischt weiter, die Leute schauen .... nicht zu stoppen das Kind.

Ich ließ ihn stehen, ging ruhig zur Kasse hab bezahlt und mit einem Ohr das meckernde, ungerechte Kind gehört.
Wenn das aufeinmal sehr verstärkt, wieder da ist ... einige Male am Tag ... dann wissen wir "Es geht ihm nicht richtig gut!"
Unsere Nerven sind ziemlich verlorengegangen die letzen Monate.
Wir müssen aufpassen, dass wir ihm nicht den Mund zuhalten oder sonst was falsches in so einer Situation tun. Selber schreien ist total verkehrt. Ihn anfassen macht es ganz schlimm. Gute Worte dringen nicht durch zu Robert. Ihr müsstet mal sein Gesicht sehen .... die Verzweiflung kann man erkennen, das was er schreit ist aber das Gegenteil von dem was er fühlt.

Wir schaffen das! Wir schaffen das! Oh, ja wir schaffen das!

.... nicht ohne Hilfe!

Gleich am Montag haben wir mit Robert einen Termin im SPZ. Die Psychologin wird mit einbezogen.
Wir müssen ihm helfen die letzten Monate, vielleicht mit einer Spieltherapie, zu verarbeiten. Den neuen Weg gut auszuhalten!

Leider hat er keinen Platz in der Tagesstätte bekommen. Das tut ihm weh. das ist das was er leider schon erfahren hat. Nun meint er auch noch, dass er dran schuld ist ....

Ansonsten läuft es gut. Er fängt an mit dem Fahrrad noch mehr in der Stadt zu erkunden. Es passt ihm nicht, dass ich mit Abstand dabei bin. Das ist ja normal für ein so grosses Kind. Er "entkommt" uns immerwieder, das macht Unruhe in uns, bisher kam er nach kurzer Zeit fröhlich zurück.
Das Haus mag er gerne. Er fühlt sich hier wohl.

Es wird schon werden ...
Wir schaffen das!


Donnerstag, 10. September 2015

14 1/2 Jahre ist er nun



Gestern war der 9.9.
Vor 14 1/2 Jahren kam Robert zur Welt.

15 Monate später sah er so aus, der Robert.

Nein, er wurde uns nicht von der Post zugestellt. Aber wenn doch:
Wir hätten ihn angenommen und behalten!










Hier sind gestern Entscheidungen getroffen worden.
Der Bub muss Schule wechseln.
Andere Zuständigkeiten, wir wohnen nicht mehr in Oberbayern. Der Schulweg in die Schule der letzten beiden Jahr wäre zu weit um ihn Tag für Tag zu fahren. Ein Gastschulantrag wurde vorgeschlagen. Aber ....

Es gab Probleme in der Tagesstätte. Ernste Probleme für die Robi gar nichts kann. Auch nichts dazu beigetragen hat. Wir Eltern merkten in den Ferien wie sehr die Vorkommnisse uns doch erschüttert haben, das Vertrauen mal wieder erschüttert haben.
Wir waren im Mai soweit unseren Buben aus der Tagesstätte zu nehmen. Dann wurde dort reagiert, es gab Änderungen. Ab September wäre er in einer neuen Gruppe, neues Haus,neuer Ort, neue Betreuer. Also eine grosse Umstellung.
Dann kam der Umzug, es sind andere Ämter zuständig.
Die "alte" Schule war gut, die Lehrer waren "spitze". Und doch .... wenn man das Zeugnis liest und mit den Zeugnissen der Jahre vorher vergleicht ... ist wenig passiert. Das liegt nun aber nicht nur am Kind. Ein bisschen mehr Buchstabenverständnis, ein bisschen mehr Durchblick bei den Zahlen ... mehr nicht.
Sozial hat er gelernt mit sich selber besser umzugehen. Findet den Weg zu sagen "ich mag Pause, kann nicht mehr!". Er fängt nicht mehr zu toben, stören etc. an .....
Und dann hab ich mit einer Lehrkraft von der vorletzten Schule gesprochen. Diese Lehrkraft sagte schon vor 2 Jahren es müsste mehr gemacht werden. Die Computer müssen bei Autisten ins Schulleben Einzug finden. Es ist aber nichts passiert. Dort damals nicht, die letzten beiden Jahre auch nicht. Nicht vorgesehen .... nicht zu finanzieren (bekamen wir auch öfter zu hören!)
Es gibt noch ein paar kleinere Gründe warum wir den Gastschulantrag nicht gestellt haben.

Nun war gestern der grosse Tag.
Termin in der neuen Schule. Ein tobendes Kind "Mit mir nicht, und wenn ich mit dem Radl fahren muss ich bleibe bei meinen Freunden!"
Die Autofahrt war anstrengend. Seine Argumente sind gut! ....Auf den ersten Blick.
Auf Nachfrage kommt ..... nichts.
Typisch Robert, typisch für seine Form des Autismus.

 Beispiele?

"Du, es sind Schulkameraden. Freunde trifft man auch in der Freizeit.!"
"Wieso soll ich den XY denn am Wochenende treffen, weisst Du wie schlimm der manchmal ist?!"
"Du wolltest nicht auf das Geburtstagsfest von XXX, nun sagts Du es ist Dein Freund!"
"Wie soll ich ihn den aushalten, er hat mich in der Schule immer beschimpft. Das ist nur ein Freund wenn wir Sport haben, der rennt sehr schnell!"

"Ich bin die Räume gewöhnt!"    ..... Ja, stimmt. Ein Argument das sitzt!

"Ich liebe meine Lehrerinnen!"
"Du bekommst auch in der Schule in A. neue Lehrer. Ein Wechsel steht bevor."
"Kann ich dann mal einen Lehrer bekommen? Ich mag auch mal lieber einen Lehrer!"
"Weiss ich nicht, aber DAS kannst Du dann gleich in der neuen Schule fragen!"
"JuHuuuuu, das mach ich!"

Ich liebe aber den Friedhof dort. Als die Schwester M. gestorben ist hab ich sogar für sie gesungen, alle haben geweint.
"Ich weiss, Robert. Ich weiss auch wie gern Du die Klosterschwestern hast. Aber sie sind keine Lehrer mehr. Sie laufen in der Tagesstätte rum, haben ihre Aufgaben. Wir können doch dort hinfahren, Du kannst die Schwestern ab und zu besuchen.!"
"Oh ja, vielleicht darf ich dann wieder in die Kirche wo nur die Schwestern beten, da ist doch der Heilige, den ich so sehr gern anschauen mag. Der ist so hübsch goldig verziert!"

So  war das dann als er endlich aufhört zu toben.
Dann kamen wir in einen Stau, die Zeit lief .... "Robert, wähl die Nummer der neuen Schule und sag bitte Bescheid!"
Mama sagt die Zahlen an.
Kind am Handy:
"Guten Tag, ich bin der Robert J. Wir haben einen Termin. Leider ist die Mama in einen Stau gefahren. Leider hat sie nun auch noch Probleme mit dem Navi, sie schimpft schon. Sollen wir den Termin verschieben, oder sind Sie froh, dass sie Bescheid wissen?!"
Dann lacht und lacht der Bub ..... "Gut, wir kommen gleich, die Mama hat wieder einen anderen Weg gefunden. Auf Wiedersehen ... !"
"Mama, ich muss so lachen. Die Frau hat gesagt, dass ich komm wenn wir da sind .... und dass sie ja da ist!"
Kind lacht und lacht .....

Ankunft in der Schule.
Kind kreischt, will da nicht reingehen. Dann steht da ein Hund vor der Tür. Besuchstag eines Therapiehundes. Mit dem Hund läuft Robert ins Haus ....

Vor der Schule ist ein Brunnen. Der ist offensichtlich kaputt.
Robert, nach dem Rundgang mit einem LEHRER, zu diesem. "Ich bin bald ein Schüler hier .... aber dann hat der Hausmeister was zu tun. Dem werd ich sagen, dass er den Brunnen reparieren muss! ... Kannst Du mein Lehrer sein, wenn ich hier ein Schüler bin?"

Versteht Ihr?
Wir auch nicht .....
Die Schwester sagt etwas ganz normales: "Es ist doch eigentlich egal wo Robert zur Schule geht. Der findet immer ganz schnell was interessantes. Ein Brunnen vor der Tür, und schon will er dort zur Schule ... der spinnt doch!"
Es ist natürlich nicht egal. Es ist wieder eine Entwurzelung.
Es ist wieder neu, fremd.
Aber es ist zu schaffen, ab nächste Woche geht Robert in die neue Schule.
Wir werden ihm helfen, das Neue gut zu verarbeiten.



Samstag, 25. Juli 2015

Ein neuer Weg



kann beginnen.
Die Schule ist vorbei ... geschafft!

Warum nur hat es immer über 35 Grad, müssen wir in Turnhallen sitzen wenn eines unsere Kinder die Zeugnisse überreicht bekommt?

Sie ist unser 5.Kind, dass wir stolz zur Entlassfeier begleiten durften. Und wieder ... hat die Hitze allen sehr zugesetzt. Der Programmzettel diente als Fächer. Bei manchen da oben auf der Bühne auch das Abschlusszeugnis ...man wedelte und bekam doch keine frische Luft.

Wieder ein grosser Schritt.
Nein, ich schreib jetzt nicht, dass es doch erst vor kurzem war, dass sie eingeschult wurde .....

Nun also noch Robert. Der als "normales" Kind auch schon die 8.Klasse fast geschafft hätte.
Er ist in einem ganz anderen System, noch nie gab es ein Zeugnis mit Noten. Wird es auch nie geben. Und wenn ... dann könnte er es nicht selber lesen.
Er ärgert sich, dass er immer noch Schule hat. "Immer die Susanne! Ich will, dass sie auch noch eine Woche in die Schule gehen muss!"
Wehmütig schaut Susanne in die Luft und stellt fest, dass sie es noch gar nicht ganz verinnerlicht hat, dass sie entlassen wurde!


Samstag, 23. Mai 2015

Hinter dicken Mauern hat Robert geschlafen ....

Die Tagesstätte ist in einem alten Kloster.
Er wollte auch dort übernachten,





Heute Vormittag beim Abholen war er sehr nervös, unruhig.
Er hat uns noch in die Klosterkapelle geführt, wir sollten uns mit Schwestern unterhalten. Das war ganz nett, und doch drängte Robert dann von einer Sekunde auf die andere, dass wir nun bitte fahren müssen.

Im Auto sagte er dann "Oh, nichts wie weg. Ein bisserl unheimlich war es nachts schon. Auch wenn der hl.Geist und die vielen Schwesten mit da waren und auf uns aufgepasst haben. Aber die Kirchenglocken sind nachts leider noch viel lauter angestellt, das hat mir nicht gefallen!"

Nun ist er wieder zu Hause und will erst einmal bei der nächsten Übernachtung nicht dabei sein ....

Freitag, 15. Mai 2015

"Baumarkt für Vögel"

Robert hat sich vor lauter lachen über den Kommentar gar nicht mehr eingekriegt.
Jedesmal wenn er dran denkt muss er wieder lachen.
Heute ist er in die Schule gefahren und das Erste was der Busfahrer zu hören bekam war diese Geschichte.
Die Lehrer werden es sicher auch mehrmals hören heute.
So sieht der Baumarkt für Vögel nun aus:


Nach nur einen Tag fehlen sehr viele Federn. Robert hat sie sehr eng hineingestopft. Robi freut sich selber am allermeisten weil es wirklich funktioniert. Wir beobachten ständig die Vögelchen, die sich fleissig bedienen. Zu gerne würden wir ein fertiges Nest sehen. Das muss lustig ausschauen mit all den weissen Federn in der Baumasse!
Wir Eltern kannten das nicht, auch die Geschwister waren neugierig ob Roberts "Geschenk an die Vögel" einen Sinn macht.
Eine tolle Idee vom Werklehrer, wir freuen uns, dass er mit den Kindern so eine Bedienstation gebaut hat.


Freitag, 27. März 2015

Fotoblick


von Robert.
Er hat die Schafe fotografiert, und ganz viel Feld gleich dazu!

Susanne ist von der Klassenreise gut zurückgekommen. Dieses Zurückkommen hat eine ganz andere Dimension eingenommen. Bei so gut wie allen Eltern.

Diese Woche warteten schon mal Eltern auf ihre Jugendlichen einer 10.Klasse.

Wir hier waren alle wortlos bedrückt.
Die Jugendlichen auch.
Mir fehlen weitere Worte, ich bin tief betroffen über die neuen Ermittlungen.


Sonntag, 22. März 2015

Robert, der Modeberater


Letzte Woche konntet Ihr das Video sehen, in dem er als fleissiger Sekretär zu tun hatte.
Heute nun Fotos.

Wenn die Schwester eine Reise macht ....
Elegantes Outfit benötigt, da sie ins Theater geht ....
Dann .... ja dann muss ein Modeberater her!
Wer anders als Herr Robert könnte das sein?
Unglaublich wie er gestern in seinem Element war!
Ganz besonders im Schuhgeschäft. Mit "Stöckelschuhen" kennt er sich aus. Einige Damen kamen zu dem Vergnügen von ihm beraten zu werden ....



Auch seine Schwester ist zufrieden.
Morgen in aller Früh geht es los.
Eine Woche WIEN

Hm, sie war anfangs enttäuscht, dass die Klassenfahrt in die Stadt geht, die sie von klein auf kennt.
Weil .... der Papa ist nicht weit weg von Wien geboren, da lebt die Familie
Doch nun wo die Reise näher rückt ist die Freude, Aufregung immer grösser geworden!



Das bayrisch-österreichische Mädel kommt .....
Hallo Wien ...
freut Euch auf sie .... und ihre ganze Klasse!


Mittwoch, 11. Februar 2015

*A*U*G*E*N* blicke

für mehr reicht die Zeit nicht.
Susanne ist eher noch schlimmer an dieser Grippe erkrankt ....



Robert hustet noch, ansonsten hat er seinen Infekt überstanden.
Er geht wieder in die Schule, noch 2 Tage ... dann sind Ferien.

Zeugnisse gibt es am Freitag.
Susanne wird nicht in der Schule sein, ich "darf" das Zeugnis abholen ...

Nicht gut so, sie arbeiten fleissig in der Schule, die Mittlere-Reife-Prüfungen kommen immer näher. Susanne hat viel nachzuholen wenn sie wieder gesund ist!
Nein, nicht gut, sie versäumt sehr viel ....


Samstag, 22. November 2014

Robert, der Unbetreubare




Oder irgendwie so!

Was ist (schon wieder) passiert?











Robert hat eine Schulbegleitung.
Diese Dame hat die Arbeit aufgegeben, hingeworfen, sich unelegant verabschiedet.

Es gibt verschiedene Varitationen. Nicht alle möchte ich hier im Detail veröfffentlichen.

Einfach kurz wie die Schule es sagt. "Nein, es ist nicht Roberts Schuld. Die Dame kam mit all den Kindern (Kinder mit verschiedensten Eigenarte, Behinderungen), und unserer Art mit behinderten Kindern umzugehen, nicht zurecht."

Unsere Empfindung:

Als die Dame sich um die Schulbegleitung für Robert bewarb hat sie ein Gutachten über das Kind mit frühkindlichem Autismus und Epilepsie zu lesen bekommen.
Sie wurde von einem Träger zusätzlich aufgeklärt was ihre Aufgaben sind, was sie erwarten wird.
Sie traf sich 2 Mal mit uns, den Eltern.
Wir waren sehr offen und haben Robert geschildert wie er nun mal ist.
Charmant ---- fast bösartig.
Liebenswert ---- fast voller Hass auf sein Gegenüber
Selbstständig ----- unfähig z.B. nach dem Sport wieder Socken anzuziehen und nicht barfuss in die Winterstiefel zu schlüpfen. Zähneputzen .... warum?wieso?weshalb? (manchmal macht er es ruck-zuck allein)
Die Hose ist draussen patschnass geworden, er spürt das nicht, setzt sich stundenlang so ins Klassenzimmer.

Vorsichtig --- impulsiv rennt er dann wieder plötzlich los, auch über rote Ampeln.
Witzig ---- verletzend
weise Gespräche ----- anstrengende, dumme Sätze die gefühlte 100Mal wiederholt werden und nicht zu stoppen sind.
empfindsam, einfühlsam, sensibel ---- rücksichtslos, verletzend, uninteressiert an Gefühlen anderer

So haben wir ihn geschildert, der Vater findet es sind ca. 30 % des anstrengenden Verhaltens.
Die Mutter empfindet es ein bisschen mehr. Aber auch nicht die Hälfte seines Tuns.

Der Träger, der die Schulbegleitung einstellte, teilte uns vor über einem Jahr mit, dass sie Dame Fortbildungen, Gespräche, Supervisionen etc. erhält.

Wir Eltern waren skeptisch von Anfang an, haben aber ausgehalten, dass Robert, die Lehrer, die Klasse, die Schule mit der Dame klar kamen.

Vor einem halben Jahr rief die Dame bei der Robert Mama an und hat sich sehr über das böse, unerzogene Kind beschwert. Wie er sich aufführt. Wie wenig die Schule zur Erziehung tut ... und es fiel der Satz, dass in ihrem Land solche Kinder was erleben täten!
Der Träger war entsetzt über so eine Beurteilung und wollte sich kümmern .....
Die Schule auch ......

Letztendlich hat also diese Dame auch im neuen Schuljahr seit September wieder Roberts Schulbegleitung übernommen. Vor 2 Wochen rief mich der Träger an um uns mitzuteilen, dass die Dame KEINE einzige Fortbildung wahrnimmt. Sehr viel und oft krank ist (das wussten wir ja schon, obwohl der Vater die Dame an einem dieser Tage mittags beim Frisör antraf, sie wurde schön gemacht, wirkte gar nicht krank. Es war ihr sehr unangenehm, dass der Robert Papa aufeinmal da stand!)

Nun bestanden wir auf ein Gespräch ....
Mit dem Ergebnis, dass es keines mehr geben wird. Die Dame hat von einem Tag auf den anderen alles hingeschmissen. Dem Robert einen Teddybären in die Hand gedrückt hat, der ein Schild im Arm hält "Wird schon wieder!"
Weg war sie ..... und hat danach bei mir angerufen um mir mitzuteilen, dass gar nichts, aber überhaupt nichts an ihr liegt. Aber .... unser Kind gehört sich erzogen, hat keine Manieren, macht ALLES mit Absicht und noch so einiges mehr. Die Mutter hat sich das ruhig angehört, einfach weil es für sie interessant war, was eine Schulbegleitung für ein behindertes Kind so wirklich im Kopf und auf der Seele hat, wenn sie in Fahrt kommt .... !!!! Ein Satz lautete: "Robert hat MICH krank gemacht, deshalb musste ICH so oft zu Hause bleiben. Robert hat mir meinen Schlaf geraubt .....! Meine Tochter ist 3 Jahre jünger und hat eine gute Erziehung und benimmt sich sehr brav! Meine Tochter litt schon darunter, weil ich Robert betreute! In meinem Land würden solche Kinder ..... aber bei Euch macht ja die ganze Schule da mit!"

Ohne Kommentar hab ich aufgelegt und nun ein Kind zu Hause das die Welt nicht mehr versteht. Oder noch weniger als er sie eh verstehen kann .....
Er hat letzte Nacht tatsächlich um sie geweint .... oh ja, ich war im Stande nicht über die Dame herzuziehen.

"Schulbegleitung für ein autist.Kind gesucht" ..... könnten wir nun hilferufend in die Zeitung setzten.

Nein, Robert schafft das nun alleine, sagt seine Klassenlehrerin. Wir sind ein Team in der Klasse, dass es gerne so versuchen möchte. Weihnachten setzten wir uns dann zusammen und besprechen alles!


Freitag, 17. Oktober 2014

Weiss man ob das Mistwetter bleibt?


fragte Robert früh am Morgen!
"Heute wahrscheinlich schon, Robi, tut mir leid!"

Heute wollte seine Schule einen Lauf am Inn machen.
Sie trainierten wochenlang. So viel wurde vorbereitet. Stationen für Pausen, Trinken, bisserl was zum Essen.
Die Läufer sollten auf dem Sportplatz klatschend empfangen werden.
Der Weg wurde so ausgewählt, dass auch die Rollstuhlfahrer-Kinder dabei sein können ....

Tagelang, sehr viele Tage war es nun trocken.
Über Nacht kam Regen.
Ziemlich viel Regen.
Ab heute Spätnachmittag soll es wieder schön werden, morgen sogar über 20 Grad.
Das ist unfair, findet auch Susanne.

Also bleiben die Kinder im Klassenzimmer heute.
Vor 3 Wochen fiel der Wandertag auch ins Wasser. Genau an diesem Tag hat es auch geregnet.



Was soll man da noch sagen?



Mittwoch, 17. September 2014

Weil wir Schafe sind ....


... ist das nun halt so!

Da ist nichts mehr zu machen. Es hat kaum eine Erklärung gegeben.
- es gibt stundenplantechnische Gründe
- es gibt eine Sektretärin, die übersehen hat das die Tochter erst ein bisserl über Jahr in diese Schule geht, ganz neu in der Klasse Wurzeln geschlagen hat.
- weil sie ein Mädchen ist! Ja, auch das ist ein Grund. Denn in der jetzigen Klasse waren sehr viele Buben, kaum Mädchen. Das heisst nun aber auch, dass doch tatsächlich kath.junge Männer in Susannes alter Klasse bleiben durften....! Mit ihr wurde noch ein zweites Mädchen aus der alten Klasse gerissen, hineingesteckt in die nun rein kath.Klasse.

Da Susanne nun Gastschülerin ist, selber keinen Aufwand machen wollte (das ist das Alter, später wird sie hoffentlich mehr für sich eintreten, nun ist sie still und guckt nur!) haben wir Eltern beschlossen ihr das Eingewöhnen zu erleichtern. Jedes Mal wenn sie etwas für sie negatives erzählt, hören wir uns das an, reden mit ihr darüber. Und dann fragen wir nach positiven Erlebnissen. Nach Neuem was ihr gefällt und gut tut.
Alles hat 2 Seiten, so auch dieser Schubs ins kalte Wasser.

Heute hat sie festgestellt, dass sie nun eine tolle Englischlehrerin hat, der Stundenplan ist günstiger als der ihrer alten Klasse .... es wird sich noch mehr finden, ganz bestimmt.

Grundsätzlich kann ich nur den Kopf schütteln. Habe aber auch gelernt, dass Susanne obwohl sie erschrocken ist und leidet, nicht eine Mama haben will, die richtig einen Aufstand macht.
"Ich weiss schon, dass Du Dich traust und gut reden kannst, Mama. Aber lieber geh nicht nochmal da hin, ich schaffe das schon!"

Da wir Susanne bewusst haben Taufen lassen, sie ein Erstkommunionkind war ... sie sich selber zur Firmung angemeldet hat, die vor 2 Jahren war ... ah ja, Ministrantin war sie auch jahrelang usw.
Also, da das so ist ....
muss ich jetzt viel durchdenken und überdenken.
Ich rüttle am Schafkäfig. Ganz kräftig und laut hörbar.

Aber da ich ja zum 2.Mal verheiratet bin, habe ich, obwohl immer schon katholisch ... sowieso nur ein "Duldungsrecht" oder so ...

Ich rüttle weiter. Ich bin nicht zum Schaf geeignet. Das spüre ich schon länger .....


Dienstag, 16. September 2014

Ja wo san mir denn? Des gibt's bloss in Bayern, oder?


Die Wogen sind geglättet, der Sturm ist abgeflaut.
Der Reihe nach:

Umzug im Juli, Susa kann in ihrer Schule bleiben. So war das besprochen, weil die Schule nah genug ist, weil die noch nähere Schule gar keinen solchen Schulzweig hat .... weil die junge Dame erst kurz in dieser Schule ist, sich in die Klasse eingelebt hat, Freundinnen gefunden ....

Weil Rektor und Sekretärin Ende Juli in Pension gingen, haben wir mit Absprache beschlossen, dass ich im neuen Schuljahr diesen Gastschulantrag stelle. Susanne soll am 1.Schultag ganz normal in ihre Klasse kommen. Im Gastschulantrag sollen doch bitte die oben beschriebenen Gründe dargelegt werden. Das Einleben in der Klasse, die Freundinnen ist gewichtig ... sprach im Juli jemand da noch Verantwortlicher!

Das Kind ging unlustig aus dem Haus heute morgen. Ganz normal für einen Teenager, nehm ich mal an. Auch im Jahr 2014, oder?
Aber sie freute sich auf die Klassengemeinschaft, zwei Freundinnen. Die hat sie natürlich in den Ferien auch getroffen, aber Schulalltag mit Freundinnen ist nocheinmal was anderes....

SMS kurz vor 12 Uhr...... "kannst du mich abholen?"

Na klar, mach ich doch. Sie kommt mir mit einen seltsamen Gesichtsausdruck entgegen, nachdem sie die Freundin umarmt hat. Auch die Freundin schaut irgendwie entsetzt .... Susa  steigt ins Auto.
Ich: "Immer noch kein Lachen? Habt ihr den schlimmsten Lehrer der Schule bekommen, oder gibt es eine schreckliche Neuigkeit!?"

"Mama, Du wirst auch gleich nicht lachen, es ist ganz schlimm, ein Schreck!"

In Sekunden läuft ein Film bei mir. Gastschulantrag abgelehnt, das Mädel muss in die noch näher Schule ... oder so.

Nein, so ist das nicht.
"Mama, ich bin in eine andere Klasse gekommen. Umversetzt. Meine beiden Freundinnen nicht!"

????? Warum, wieso, weshalb ?????

Nun nehm ich die Entscheidung voran. Wir haben überlegt, gesprochen, abgewägt.
Erst wollte ich morgen die neue Sekretärin samt neuen Rektor stürmen ... dann wollte ich sie doch in der noch näheren Schule anmelden. Hin und her diskutiert. Dann hab ich das Mädel gestärkt, weil die neuen Mitschüler sind ja nicht fremd. Und eine Mitschülerin mag sie recht gern, die beiden sitzen seit heute Vormittag nebeneinander....Sie mag den neuen Klassenlehrer in dieser Klasse, den hat sie sich heimlich gewünscht. Die alte Klasse hat nun ein Leitung die Susanne .... na ja ... passt halt net so.
Schule wechseln will Susanne absolut nicht. Sie sieht ja in den Pausen die Freundinnen, die alte Klasse ist noch da .... Ganz neu anfangen, ganz einsam .... da gab es ein trauriges Gesicht.

Entscheidung: Sie bleibt in der Schule, in der neuen Klasse. Ich werde aber sehr wohl morgen das Gespräch mit dem Rektor suchen.

Und nun verrate ich Euch warum sie aus der alten Klasse genommen wurde, mit noch einem Mädchen. Warum mit den Teenagern und auch den Eltern gar nicht gesprochen wurde, weiss ich (noch) nicht. Und das ist ganz echt so, das ist der Grund:

Die neue Leitung hat eine rein katholische Klasse zusammengefasst!

.... es ist so still jetzt ... geht es euch wie mir? Ich versteh es nicht, kapiere es nicht, werde morgen nachfragen. Sie hatten schon Firmung, an den dann nötigen Vorbereitungen, die auch den kath.Unterricht betreffen kann es nicht liegen. Die Klasse war im letzen Jahr bunt gemischt, viele Religionen waren vertreten. Das hat funktioniert, war gut für alle ... mich wundert es nun natürlich gleich wieder gar nimmer, dass in der ganzen Schule kein Kind mit Behinderung zu finden ist. (gehört für einige vielleicht jetzt nicht hier dazu!)

Ja, mir san in Bayern, ich merk des grad wieder .... na sowas! 


Nun gehen auch die bayerischen Schulkinder wieder in die Schule!


Rechtzeitig zum Schulanfang bin ich wieder fit.
Nach einer Infusion ging es mir schnell besser. Ich hab mir genau erklären lassen, was ein Medikamentenunverträglichkeit ist.
Und der Doktor hat auch gesagt, dass ich bitte nicht immer alles aufessen soll was ich so finde. Weil so ganz wisssen sie ja nicht warum ich so oft aufs Klo rennen musste.

Gestern am letzten Ferientag am Nachmittag:
Kam die Sonne raus.
Die hab ich geschimpft! Wo warst Du denn die ganzen letzten Tage? hab ich sie gefragt.

Mama hat mich zum Frisör geschleppt. Und das war eine fremde Frisörin und die hat es ganz schön kurz gemacht. 
Das Foto hab ich selber gemacht. Dann wollte ich es wieder löschen und nun gefällt es aber der Mama.


Und nun ist die Mama dran, ich bin gleich weg, bald kommt der Schulbus, der Robert

Wir wünschen allen Schulkindern ein schönes Schuljahr. 
Ganz besonders denken wir heute, am 1.Schultag an die Emma und an den Florian.  Viel Glück auf Eurem neuen Weg. 
Alles Gute den beiden Mamas, die sich tausend Gedanken gemacht haben wie es wohl werden wird. Beide hatten an zwei völlig verschiedenen Orten im Land kein angenehmes Schülerleben.
Wir drücken die Daumen, dass die beiden Schulzwerge Emma und Florian und alle anderen ABC-Schützen in ein wundervolles Schuljahr mit ganz viel neuen Erfahrungen hineinspazieren.

Susanne geht heute das 1.Mal freiwillig noch weiter in die Schule. Denn sie hätte nach der 9.Klasse und dem Quali eine Ausbildung anfangen können. Nun hat sie sich für die 10.Klasse entschieden und will am Ende des Schuljahres die mittlere Reife machen. Ein neues Schulgefühl findet sie. Ja, so ist das.

Alles Gute Euch Schulkindern auch  von mir
Elisabeth