fast ohne Wind mit Sonnenschein.
Kalt und schneebedeckt.
So kennt man ihn, den April, oder?
Ich hoffe, dass Ihr den letzten Tag im März 2015 gut überstanden habt. Es war schlimm hier. Ein Sturm der uns gezeigt hat was die NATUR zu bieten hat.
Wir haben keine grösseren Schäden. Der Grosse sass im Zug fest, stundenlang. Für ihn war es auszuhalten. Schlimmer war es für die Kinder im Zug. Draussen tobt der Sturm, Bäume kippen um, eine zeitlang gar keine Infos ... Die Kinder bekamen Angst.
Michael brauchte für die Heimfahrt von München über drei Stunden. Nach einem langen Arbeitstag macht das fertig, er kam hier an und lag im nächsten Moment auf dem Sofa ... eingeschlafen.
Robert war nicht begeistert, dass die Tagesstätte trotz des Sturms einen Ausflug machte. "Ich hab mich schon gefreut auf die Schokoladenfabrik, aber im Bus hab ich schnell geschlafen, damit ich die Angst vor dem Sturm nicht sehe!"
Hm, ich muss zugeben, dass ich im nachhinein froh war nicht gewusst zu haben, dass sie dort hin fahren. Wir sind davon ausgegangen, dass sie in der HPT gut aufgehoben sind. Gut, nichts passiert! Die Tochter fand es sehr leichtsinnig mit einem Bus voller Kinder durch die Gegend zu fahren wenn ringsrum Bäume kippen, Autos von der Strasse gefegt werden. Im Radio hiess es ständig, dass man Wege nach draussen vermeiden soll. Vielleicht haben sie nicht Radio gehört bevor sie losfuhren .... vorbei, es ging gut!
Ja, wir haben gestern die Doku auf ARTE angeschaut. Und festgestellt ... das es uns nicht mehr den Boden unter den Füssen wegzieht in Roberts Zukunft zu blicken. Wir wissen nun schon länger, dass es nicht einfach wird, dass die Möglichkeiten klein sind und nicht angemessen. Wir suchen nach eigenen Wegen und werden sie auch finden! Beeindruckend wie Schweden die behinderten Menschen mittendrin mitleben lässt.
Deutschland ist erst am Anfang dieses Weges ....
So, nun Schluss für heute hier. Robert ist wieder in der Tagesstätte, ich hab einiges zu tun bevor er dann auch "Ferien zu Hause" hat. Heute morgen hat er gemeckert, weil: "Ja, ja, bloss weil ich behindert bin MUSS ich zu allen Behinderten gestopft werden, damit ihr Eure Ruhe habt. Einkaufen willst Du; Mama? Ich kann das auch und wenn Du mich erinnerst bin ich sogar nicht schlimm dabei!"
So weit ich mich erinnere ist er immer schlimm beim Einkaufen. anstrengnd, laut, störend, meckernd.
Ich hab noch anderes zu tun und deshalb hält sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen, dass er in der Ferienbetreuung der Tagesstätte ist.
"Rabenmama, Du wirst die Rache noch spüren, das sag ich Dir ...... Mama, sind Raben echt keine guten Mütter?!"
Da dürft Ihr Euch aussuchen wie Ihr beim Frühstück damit umgehen würdet. So schlimme Sätze haut einem das Kind um die Ohren.
Ich hab tief Luft geholt, durfte ihn umarmen und hab ihn ins Ohr geflüsert, wie gemein ich es finde, dass Raben so beschimpft werden. Und ... wie lieb ich ihn habe konnte ich ihn auch noch sagen. Dann: "Mama, frühstücken wir schnell fertig, mein Bus kommt gleich, wir haben in der Tagesstätte zu tun!"