Sonntag, 7. Oktober 2012
Robert, der Schwammerlsucher
Robert hat einen grossen Freund, wie Ihr ja schon wisst.
Mit ihm geht er seit Tagen Schwammerln suchen. Susanne isst gar keine, weigert sich auch nur den kleinsten Krümmel zu probieren. Wir trauen uns mittlerweile alle Pilze zuzubereiten, der grosse Freund kennt sich sehr gut aus.
Robert:
"Also, diesmal könnt Ihr sie alle essen, ich hab schon mit dem grossen Freund gekocht und mein Bauch ist ganz voll! Leb ich vielleicht noch, oder nicht? Also, Susanne jetzt kannst Du Dich trauen, weil sogar dem grossen Freund sein Hund hat mitgegessen!"
.... Nein, sie hat trotzdem nicht probiert. Sie mag am liebsten die Pilze aus der Dose .....
Wir wünschen Euch einen schönen Sonntag. Gestern hatten wir hier nochmal 24 Grad, es war so wunderschön. Heute Nacht kamen Wind und Regen ... es wird uns schon etwas einfallen für den heutigen Sonntag!
Freitag, 5. Oktober 2012
Ein letzter trauriger Gruss
Acht Jahre haben wir sie gekannt.
Sie war eine junge Frau auf der Suche nach "dem Mann fürs Leben, nach einer Familie". Was haben wir nicht alles mit ihr erlebt!
Sie ist an die "falschen Männer" geraten, wie die guten Freunde sagten. Keiner hat sie so gesehen, erkannt wie sie war. Eine liebenswerte, fröhliche, so viel gebende junge Frau.
Sie wurde ausgenutzt, war nur "schmückendes Beiwerk" für so manchen ......
Als ich sie vor kurzem zum letzten Mal sah, fragte ich sie ob es ihr nicht gut geht. Sie sah krank aus.
"Ach reden wir da net drüber, des wird schooo wieder!"
Sie hat mir von ihrer Liebe zu den Tieren, zu ihrem Pferd erzählt. "Ich glaub ich liebe nur noch mein Pferd, das hat mir noch nie weh getan!"
"Such doch nicht weiter, warte ab wer Dich findet.", sie hat gelacht als ich das sagte.
Über ihr hübsches Dirndl haben wir gesprochen. Sie war eine Frau die im Dirndl am allerschönsten aussah.
Sie ging so gern auf die Dorffeste, Burschenfeierlichkeiten, zum Maibaumaufstellen.
Und nun sucht sie nicht mehr. Sie war sehr, sehr krank. Hatte Brustkrebs. Hat es nicht erzählt, wusste bei unserer letzten Begegnung schon von der Hoffnungslosigkeit.
Mit nur 38 Jahren ging sie heute auf die letzte Reise. An einem wunderschönen, warmen, sonnigen Herbststag. Zur Oktoberfest-Zeit. Das Oktoberfest hat sie auch so geliebt.
Wir sind so traurig. "Ich hab ja Dich, aber sie ist zum verlieben", hat Michael zu mir gesagt. "Warum sieht das keiner?" Die beiden haben so manches Fest gemeinsam bis zum Morgengrauen verbracht. Da war ich schon lang im Bett und hab seelig geschlafen. Ihr konnte ich immer vertrauen.
Liebe Yvonne
ich kann es nicht glauben, wir vermissen Dich so sehr. Nie werden wir Dein Lächeln vergessen, Deine liebenswerte Art. Ich ahnte nicht, dass Deine Suche so schnell vorbei sein wird. Ich wünsch Dir sehr, dass Du nun in einer glücklichen Welt angekommen bist.
ein letztes "Pfüat Di Gott"
Donnerstag, 4. Oktober 2012
Dienstag, 2. Oktober 2012
Robert als Berufspraktikant
Es ist ja so, dass Susanne diese Woche ein Berufspraktikum im kaufmännischen Bereich macht.
Doch wie Ihr sehen könnt ist Robert nicht nur Praktikant, sondern Fachmann für Schrankabbau!
Fachgerecht und fast ganz allein hat er einen vier Meter langen Schrank abgebaut. Der Papa musste nur beim Abheben der Teile helfen. Das ist für einen allein zu schwer.
Robert war stundenlang auf der Baustelle (nicht dass wir noch Ärger wegen Kinderarbeit bekommen. Die Baustelle ist privat, nichts öffentliches, ohne Bezahlung des Meisters!)
Ich war erstaunt wie genau er Schritt für Schritt macht. Er weiss von allein welches Werkzeug er braucht. Und er hatte riesigen Spass, dabei war es wirklich Arbeit! Der Schrank musste weg. Es kam uns so vor, als ob das seine Art zu spielen ist, mit Spielzeug kann er ja nichts anfangen!
Robert wollte dann auch noch die einzelnen Holzteile mit auf den Anhänger legen. Er hat jedes Brett selber runtergetragen und am Ende sogar die ganze Treppe voll Vergnügen, singend abgefegt!
Montag, 1. Oktober 2012
Wir fahren auf der Autobahn ... und eine ???? fährt mit
Ich schau nach hinten, und ich kenne diesen Gesichtsausdruck von Robert!
Wenn er so schaut als ob er nicht da ist, ihn die Welt nicht interessiert, dann tut er was, das ich nicht gut heisse!
Aber was soll er tun?
Er ist im Kindersitz, der Gurt passt auch....????
Dann entdecke ich etwas:
"Warum hältst Du die Hand so komisch ans Fenster? Was hast Du da auf dem Daumen?"
So schaute er bei seiner Erklärung, wie auf dem Bild unten eingefangen, Den Daumen hat er versteckt!
"Weisst Du Mama, es war so. Als ich ins Auto eingestiegen bin wollten zwei Tierchen mitfahren. Ein Tier sitzt auf meinem Daumen, das kleinere Tier schaut beim Fenster raus. Wenn wir angekommen sind, dann lass ich die Tiere wieder raus. Mama, ich hab zwei kleine Schnecken mitgenommen!"
Die zweite Schnecke seht Ihr ganz klein auf dem Foto. Die liess sich nicht fotografieren, die Spur die sie hinterlassen hat sieht man noch heute am Fenster. Die Schnecken hat er dann am Zielort auf Blätter gesetzt.
Das war mein Bericht vom Sonntag ....
lustig? oder?
Freitag, 28. September 2012
Wann hört dieses Spiel auf?
Ihr kennt solche Spiele alle. Eure kleinen Kinder spielen sie.
Mein Enkel spielt es auch schon.
"Ja, was macht denn der Robert? Ahhh, er schläft!"
Das kann man ausbauen, erweitern, Spass drauss machen, verzweifeln wenn man doch eigentlich genau jetzt vom Kind was will ... z.B. Jacke anziehen oder so.....!
Schaut mal wie Robert sich freut wenn ich entdecke, dass er ja gar nicht "in echt" schläft.
Das kann er immer-und immerwieder spielen. Das "Siehst-Du-ich-schlafe-Spiel". In jeder Lebenslage, zu jeder Zeit.
Warum ich Euch das zeige?
Es sind immerwieder Kommentare die sich so oder ähnlich lesen: "Ich wusste gar nicht, dass Autisten so sind, ich stell mir Autismus anders vor!"
Nun hab ich auch noch zwei Mails mit Fragen bekommen, deshalb haben wir beschlossen die Situationen zu zeigen die für die Ärzte und Therapeuten zeigen: "Autismus"
Autismus hat viele Formen. Das wussten wir vor Roberts Diagnose auch nicht. Es ist keine Seltenheit, dass die Diagnose frühkindlicher Autismus mit "leicht geistig behindert" zusammentrifft.
So ist das bei Robert. Wobei die "geistige Behinderung" ein Wort ist, dass wir falsch empfinden. Nicht nur für Robert. "Anders" sind viele Menschen, es ist oft gar nicht testbar, es gibt so viele Möglichkeiten nicht nur durch Lesen und Rechnen ein geistiges Wissen zu haben.
Die Bilder und das "Ich-schlafe-Spiel" sollen Euch zeigen, dass es natürlich nicht normal für einen 11 1/2jährigen Buben ist noch so zu sein. Kinder in diesem Alter spielen mit den Kleinen solche Spiele. In diesem Alter geht man allein aus dem Haus, ist in einem z.B. Fussballverein, kann selbstständig einkaufen. Manche Kinder haben sogar schon die Gymnasium-oder Realschulreife erlangt. Man kann eine Telefonnummer wählen, zieht sich selbstständig an. Kinder mit 11 haben Freunde, machen miteinander Treffen aus und spielen dann auch zusammen. Irgendetwas! Radfahren, ins Schwimmbad gehen, Inliner-fahren, Sie dürfen in Gruppen allein ins Kino, verabreden sich um heimlich ganz schnell beim gelben M vorbeizuschauen....
All das kann Robert nicht. Er benötigt für jeden dieser Schritte die Hilfe eines Erwachsenen. Er spielt seine Spiele aus heiterem Himmel auch im Kino, beim Einkaufen oder mitten auf einem Spielplatz. Dann wird er ausgelacht. Das versteht er nicht und wird laut und schimpft. Auch das auf seine eigene Art.
Er spielt das Spiel mit der 84jährigen Tante, die nicht versteht was er nun will. "Ich hab ihn nur gesagt, er soll die Kaffetassen aus dem Schrank holen". Er liegt auf dem Boden, mitten im Weg und ... schläft!
Er spielt das Spiel mitten im A..i, da sollte er zurücklaufen und eine Butter holen. Oft macht er das, manchmal eben nicht. Es ist nicht mehr so, dass ich ihn einfach hochheben und in denWagen legen kann. Da haben die Leute wieder etwas zu schauen .... zu flüstern.
Wir werden die nächste Zeit aufpassen auf unsere "autistischen Situationen" und sie Euch hier zeigen. Manches ist bei uns schon so normal, dass wir nur ab und zu durch andere drauf hingewiesen werden, wie seltsam er sich verhält.
Und ... nein, ich bin nicht böse über Nachfragen, so wie es in einer Mail stand. Das hat uns ja auf die Idee gebracht noch deutlicher zu erkären woran man merkt, dass Robert Autist ist.
Und ... es ist nicht ansteckend (Michael behauptet das schon, er fühlt sich in manchen seiner Reaktionen vom Robert angesteckt!)
Und ... es tut nicht weh. Nicht körperlich. Seelisch schon .... ihm, dem Robert .. und manchmal auch uns!
Ach so. Zur Frage über diesem Post:
Das Spiel hört nie auf, das bleibt! ... sagen die Ärzte und Therapeuten. So oder so ähnlich. Autisten ist nicht bewusst, dass man sich nicht so verhält. Für Robert ist "soziale Integration" kein Begriff. Sich so zu verhalten wie es gesellschaftliche Norm wünscht kann er nicht verstehen.
Bitte, wer Autist ist, und ganz anders lebt, fühlt, handelt.. Fühlt Euch nicht angegriffen, ich schreibe hier über Robert. Ein Kind mit frühkindlichem Autismus. Es sind auch mit der Diagnose verschiedene Verhaltensweisen möglich.
Donnerstag, 27. September 2012
Guten-Morgen-Geschichte
Was braucht man an so einem stürmischen Morgen?
Richtig!
Eine Mütze auf dem Kopf.
Am allerliebsten dem Robert seine Mütze!
Der ist so nett und überlässt sie mir!
Helfen beim Aufsetzen?
NEIN !!! NIEMALS !!
... mir doch nicht!
Ha, geht doch ...
Und wisst Ihr was am lustigsten ist?
Wenn ich da dran zieh ist sie sofort wieder runter vom Kopf.
Weil ... Mützen mag ich gar nicht!
Wir wünschen Euch allen einen schönen Sturmtag ... sollen wir vom Robert ausrichten. Und:
Er wird sich beschweren, weil es ist für ihn ein Frechheit, dass er im Finsteren bei so einem Sturm in die Schule muss. Der braucht sich gar net beschweren, weil sein Schulbus fährt bis in den Hof um ihn abzuholen.. Mein Bruder und Susanne die müssen gehen.... sogar ohne Schirm, weil es ist ja so windig!
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