.... Nein, fliegen wird sie nicht. Mit dem Auto verlassen sie uns. Susanne, ihre Freundin, der kl.Bruder der besten Freundin, die ältere Schwester der Freundin. Fahren wird die Mama.
Gestern war schönes Wetter angesagt .... eigentlich auch bei uns.
Wenn es frühmorgens schon wieder nur noch 12 Grad hat leicht nieselt .... immernoch Ferien sind, dann wird das zum verzweifeln für manche Familien. Die Familie von Susannes Freundin ist nun an so einen Punkt gekommen.
Mittags gab es einen Regenschauer und dann fiel die Entscheidung.
Der autistische Bruder und der Papa bleiben zu Hause.
Die Mama packt den kleinen Sohn, die beiden-Töchter und Susanne ins Auto und wird heute Nacht losfahren.
Nach Italien.
Nun ist hier Hektik angesagt. Das und das muss noch gewaschen werden. Wo ist dieses und jenes?
"Nein Flip-Flops haben wir keine mehr, die sind schon weggeräumt!" hörten wir in zwei Schuhgeschäften. Na dann halt nicht, wird es in Italien wohl noch geben .... und wenn nicht muss sie barfuss gehen.
Die Aufregung ist gross. Susanne war noch nie in Italien.
Und dann auch noch eine Woche auf einem Campingplatz. Sie freut sich riesig ....
Wir gönnen ihr dieses Glück da mitfahren zu dürfen.
Mit Robert wäre so ein Urlaub so nicht möglich ....
Robert kommt wieder von den Ferien in einer Lebenshilfeeinrichtung zurück.
Und das ist mein Kummer.
Er war diesmal nicht gerne dort, wie uns am Telefon erzählt wurde. Und so geistig behindert ist er nicht, dass er nicht erkennt, dass Susanne nun etwas ganz Tolles mitmachen darf.
Am liebsten würde ich auch Robert einpacken und mitgeben .... das geht aber nicht.
Gestern sassen wir noch lange am Abend zusammen, der Michael, Susanne und ich.
Robert war das Thema.
Die Unterschiede werden immer deutlicher von seinem Leben zu Susannes Leben.
Sie war in der Abenteuerwoche, das könnte man mit ihm so nicht tun. Er braucht Betreuung rund um die Uhr.
Die Tage in der Lebenshilfeeinrichtung waren ganz, ganz anders. Es gibt dort nur behinderte Kinder. Robert ist einer von ihnen.
Sie konnte trotz schlechten Wetters immwieder Freundinnen besuchen, mit dem Rad fahren, ins Kino gehen, in ein Schwimmbad etc.
Das kann er auch nicht. Er hat ja nicht mal Freunde die das können. Mit dem Rad alleine fahren lassen ist nicht möglich. Im Kino war der Papa mit ihm. Sein Besuch im gewünschten Freibad musste dann auch noch ausfallen, wegen schlechten Wetters fast die ganzen Ferien.
Und nun darf Susanne so eine tolle Reise machen. Von einer Minute auf die andere wurde das entschieden. Es ist gar nicht kompliziert, weil sie ja auf sich selber aufpassen kann. Sich in so ziemlich jeder Situation selber helfen kann.
Susanne sagte gestern Abend, dass ihr Robert nun endgültig sehr leid tut, und dass sie ein schlechtes Gewissen bekommt. Das soll aber auch nicht sein. Und von Mitleid hat er gleich gar nichts, der Bub.
Wir wünschen Susanne wunderschöne Tage. Ihr, und unserer Bekannten. Die ihren Sohn mit Autsmus ja auch nicht mitnimmt. Weil sie sonst nicht eine Sekunde am Strand liegen könnte und einfach keine Auszeit hätte. Denn auch der junge Mann (er ist 4 Jahre älter als Robert) braucht die Rund-um-die-Uhr-Betreuung.
Einfach ist anders .... seufz ....