Donnerstag, 21. August 2014
Liebe Tante, Du hast mir was Falsches geschenkt!
Oh weh .....
die Arme ... sie ist schon 86 Jahre alt und hat Robert im Frühling das kleine Pflänzchen mitgegeben.
Sogar das für ihn schwere Wort hat er sich gemerkt ....
Und nun ist das also eine Königskerze ...... oh weh. Aha ... Ach ja!
Wir mussten ja schon wieder über Robert lachen. Er hat sich erst aufgeregt, dass hier einfach ALLE sagen, dass es ganz ein anderes Eselsohr ist.
Dann hat er sich über die Tante aufgeregt, und nun eben die Sache umgedreht: "Sie hat mir ganz was Falsches geschenkt!" ... sie soll ihm doch nun bitte die richtige Blume schenken, wo er sich doch den Namen nun gemerkt hat ...
Ich lasse den Post von heute Vormittag so stehen. Die Bilder sind ja wirklich schön. Was mach ich jetzt mit der Königskerze?
Ausplanzen, oder kann sie in dem Blumentopf bleiben, auch über den Winter!
Muss ich sie gar in das Wohnzimmer stellen .... ? :-)
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Kennt Ihr ihn auch?
Eine zauberhafte Pflanze ist das! Die Blätter sind ganz weich und zart und ganz, ganz kuschelig.
Die Pflanze wird auch Eselsohr oder Hasenohr genannt. So anfühlen tun sich die Blätter tatsächlich.
Robert rupft schon seit Wochen immerwieder Blätter ab. Er fühlt sie, er hängt sie sich an seine Ohren ...
Falls Ihr mal eine Wollziest-Pflanze entdeckt, vergesst nicht zu fühlen. Das ist was besonderes ...
So, nun wieder ein Ferientag ohne Plan. Freibadwetter immer noch nicht. Schon seit zwei Wochen ist es nun zu kalt. Robert unterstellt mir schon, dass ich dran schuld bin. Weil ich ja eigentlich nicht gern in Freibäder gehe. Er hat sich 2 Freibäder für die Ferienzeit rausgesucht, ich würde ja echt mit ihm hinfahren. Doch bei nicht mal 20 Grad macht das keinen Sinn ....
Mittwoch, 20. August 2014
Lieber Philipp
Gestern Abend haben wir erfahren, dass Du sehr, sehr krank geworden bist.
Leukämie
Wir sind noch sehr geschockt von dieser Nachricht.
Von klein auf kennen wir Dich.
Ich kann gar nicht schreiben, wie sehr ich Dir wünsche, dass Du wieder gesund wirst, dass Du die kommende Zeit gut überstehst, dass alles hilft ....
Liebe Christa, lieber Wolfgang
als wir uns im Bayerischen Wald kennenlernten war das Sympathie auf den ersten Blick.
Euer Florian mit Down-Syndrom, unser Robert mit seinem Autismus und der Epilepsie, waren die beiden Kinder durch die wir uns bei dieser Lebenshilfe-Veranstaltung kennengelernt haben.
Es ging darum die Eltern zu stärken, die behinderten Kinder wurde betreut. So viele gemeinsame Stunden haben wir in Seminaren, Workshops etc. verbracht. Die halben Nächte haben wir Grossen gesessen und geredet, geredet ... gelacht, miteinander traurig gewesen über das "Schicksal behindertes Kind" und wieder miteinander Musik gehört und getanzt.
Unsere Geschwisterkinder waren damals auch mit dabei.
Susanne kam erst letzte Woche von einer Folgeveranstaltung zurück ... da hat Euer grösseres Geschwisterkind nicht mehr teilgenommen .... zu erwachsen geworden für die Abenteuerwoche. Wir haben von Euch gesprochen, wollten Euch besuchen.
Du hast Robert von der ersten Sekunde an geliebt, liebe Christa.
Und Robert hat seitdem den Philipp als allerliebsten kleinen Freund! .... wisst Ihr noch als Robert immer das Flascherl leergetrunken hat, weil Philipp es nicht schaffte und dem Robert so lang in dem Mund stopfte bis der Grosse es leer trank? Was haben wir Grossen uns oft amüsiert ....
Unsere gemeinsamen Urlaubstage im letzten Jahr auf der Hütte.
Gott, wie war Euer Philipp lustig und immerzu neugierig unterwegs. Die Bilder von gestern, dieses fehlende Lachen, dieser traurige Augenausdruck ... wir können es nicht fassen!
Robert und Philipp gab es nur im Doppelpack im letzten Urlaub. Sogar nachts hat Robert bei Euch im Zimmer geschlafen.
Robert und Philipp waren immer zusammen bei unseren gegenseitigen Besuchen. Der kleine Butzerl mit dem grossen Freund. Beide fast auf den gleichen Entwicklungsstand. Sie haben sich so lieb!
Oben, die ersten beiden Fotos, weisst Du noch Philipp? Du MUSSTEST den Fahrradhelm aufsetzten, das hat Robert beschlossen. Weil es wäre sonst für Dich zu gefährlich auf Eurem Terassengeländer zu stehen. "Wenn Philipp runterfällt ist sein Kopf geschützt, basta!" sagte der Robert. Der grosse Bruder von Philipp hat sich fürchterlich aufgeregt, weil er selber mag keine Helme und wollte dann auch nicht seinen kleinen Bruder mit so einem Ding auf dem Kopf sehen! Und Philipp hat sich gefreut Roberts Fahrradhelm ausgeliehen zu bekommen. Und da standen sie dann alle .... ich weiss gar nimmer nach was Ihr Ausschau gehalten habt.
Robert hat sehr geweint gestern und auch heute morgen. Er versteht den Ernst, die Gefahr dieser Krankheit ganz genau.
Unsere Freunde in Österreich haben erst vor 1 1/2 Jahren ihren Sohn verloren. Sie haben 10 Jahre um und mit Markus um sein Leben gekämpft. Markus hatte auch Leukämie. Das hat Robert mitbekommen, er weiss, dass Philipps Leben nun an einen seidenen Faden hängt ....
Ja, Christa, so schnell wie möglich werden wir Euch besuchen.
Unsere Gedanken sind ganz fest bei Euch.
alles Liebe ......
Dienstag, 19. August 2014
Was seht Ihr?
Einen sehr hübschen Baum!
Eine Weidenart ist das.
Kommt mal näher mit ran ...
Schaut mal da:
Und hier:
Andere haben Äpfel an den Bäumen, wir den Herrn Mietz und den Chippie (dem es wieder fast gut geht)
Der verwilderte Kater ist nicht mit auf dem Baum. So nah an die Haustüre geht er nicht ran. Die vielen "Bewegungen" haben ihn wahrscheinlich eh verscheucht. Zumindest ist er nicht mehr täglich zu sehen ....
Noch etwas könnt Ihr sehen. Gestern hatten wir Sonne am Nachmittag. Kühl war es aber sonnig.
Heute in aller Früh war ein Gewitter und nun ... was sonst ... es regnet!
Montag, 18. August 2014
Ich machte einen Sonntagsausflug zum Waldrand ... und was finde ich da?
Nein, ich hab kein Schwammerl gefunden, ich bin ja gar nicht abgestiegen. Gleich seht es!
Ich hab ganz lang gebettelt, dass ich einmal ganz allein mit dem Rasenmähertraktor fahren darf. Dann hat der Bauer es erlaubt, aber nur bis zum Waldrand! Das Mähwerk haben wir nach oben getan.
Ich bin zum ausprobieren bei uns im Hof rumgefahren und dann ging es schon los. Ganz gemütlich, glaubt mir mit dem Radl bin ich schneller!
Und hier komm ich zurück! Ich hab den Trick durchschaut. Die haben mir nämlich ganz bestimmt den Christian nachgeschickt. Halt auf einem anderen Weg. Am Wald oben war er aufeinmal da. Und sein Mofa geht auch noch schneller als mein kl.roter Traktor, das ist doch gemein, oder?
Christian fährt ja normalerweise Motorrad, das Mofa hat ihm auch der Bauer geliehen. Da hab ich ihn dann ausgelacht, weil er mit einem Baby-Mofa fahren musste! Das hat er davon, wenn er sich von meinen Eltern und dem Bauern so ausnutzen lässt!
Da hab ich ihn sehr angemeckert, aber der grosse Bruder lacht einfach. Ich wollte ihn schon über den Haufen fahren, aber ...
da hat er noch mehr gelacht und gesagt: "Hey Kleiner, Duuuu willst mich erwischen? Ja, wie denn?" und dann ist er davongefahren. Zwar auch langsam, aber doch schnell als ich. Gemein!
Aber das ist mir eigentlich schon wieder egal. Ich bin so glücklich, dass ich den Ausflug machen durfte. Bald darf ich das wieder.
Heute ist ein Ferien-Montag. Stellt Euch vor, wie ich rausgegangen bin hab ich ausgeschaut als ob ich rauche. Aus meinem Mund ist Rauch gekommen, so kalt war das!
der Robert
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Geschwisterkinder,
Glück pur,
Robert erzählt
Samstag, 16. August 2014
Lagerfeuer sollte man machen wenn es kalt ist!
Weil wenn es warme Sommernächte sind braucht man sie eh nicht!
So sprach der Freund.
Aha!
Kalt ist es genug, heute war es morgens nur noch 11 Grad.
Susanne ist wieder gut zuHause angekommen.
Voller Eindrücke, Erlebnisse.
Die Abenteuerwoche für Geschwister von behinderten Kindern hat ihr gut getan. Die Freundschaften haben sich vertieft. Als Kinder fing die Gruppe an sich aneinander zu gewöhnen. Nun sind alle Teenager und sehen sich meist nur diese eine Woche im Jahr. Sie sind verbunden, und es ist schön zuzuhören wie viel Spass sie miteinander hatten. Wie viele ernste Gespräche geführt wurden. Was alles an neuen Eindrücken in den Köpfen zurückbleibt! Neues haben sie gelernt, wie kann ich mit meinen autistischen Geschwisterlein zu Hause klar kommen, wie verarbeite ich die schweren Stunden, Situationen.
Danke an Gernot Wührer
Esther, die aus Afrika angereist kam.
Steffi und Larissa.
Ihr seid ein tolles Betreuerteam. Mit Herz und Liebe zu Euren GEKI-Kindern/Jugendlichen.
Danke an Euch
Donnerstag, 14. August 2014
Was wir alles tun wollten diese Woche ....
... und dann fällt fast alles ins Wasser.
Wir konnten den riesengrossen Vollmond nicht sehen, obwohl wir das Teleskop schon hergerichtet haben. Wolken, und später dann sogar Regen.
Wir konnten die Sternschnuppen nicht sehen weil es wieder oder immernoch geregnet hat.
Ins Freibad, an einen See, in einen Vogelpark ... all sowas hab ich mir ausgesucht und wollte es mit Mama machen. Aber es regnet. So lang und so viel, dass sogar der Inn und auch die kleinen Bäche schon ganz viel Wasser haben.
Na, das ist doch gemein, oder?
Heute kommt Susanne wieder heim. Dann muss ich die Mama wieder teilen.
Und jetzt hat der Wetterbericht auch noch gesagt, dass der Sommer wohl zu Ende geht. Hier wo wir wohnen war so viel Regen in diesem Sommer wie lang nicht mehr.
Und ich, der Robert wohn da auch noch.
Ich glaub ich werde nocheinmal umziehen in den Sonnenschein. Aber Papa sagt, so einfach ist das nicht.
Morgen ist ein Feiertag. Ob wir endlich den Ausflug machen können?
Ich war auch noch im SPZ. Es wurde ein EEG gemacht. Leider, leider hab ich sehr geschimpft. Beinahe hätte die Mama mich dort gelassen. Dann war ich schnell ein bisserl still und die konnten sogar 7 Minuten gut aufzeichen. Und da war nichts, es ist ein gutes EEG, hat meine Frau Doktor gesagt. Entschuldigung, dass ich so schllimm war. Aber mir tun die vielen Knöpfe am Kopf so weh, und das klebt und ist so unaushaltbar. Gut, dass meine Frau Doktor das versteht, weil Mama versteht es jetzt nicht mehr, wo ich doch schon so gross bin!
Ich bin jetzt 141 cm gross. Und ich wiege 33 Kilo.
Und der Blutdruck stimmt auch gut. Nun muss ich morgens nicht mehr drei Tabletten einnehmen, sondern nur noch 2. Aber des ist mir egal, ich nehm auch fünf Tabletten wenn sie mir hingelegt werden.
Ob die Epilepsie ganz weg ist weiss man nicht. Da muss man noch ein, zwei Jahre warten.
So, nun geh ich mal schnell raus. Ich muss den Chippie suchen. Der ist wieder fit und läuft dauernd weg. Und der wilde Kater ist auch immernoch weg.
Und meine Tante ist einigermassen gesund geworden und daheim. Aber sie kriegt nicht mehr so viel Luft, nieee mehr. Die Lunge wächst nicht mehr nach, und bei ihr ist da ja jetzt was kaputt. Die arme Tante, aber sie kann noch was essen, und das ist doch gut, oder?
liebe Grüsse von Robert
Mittwoch, 13. August 2014
Hab ich nicht ein tolles Foto vom Schwan gemacht?
Im Stadtweiher in Grafenwöhr sind schwarze Schwäne rumgeschwommen.
Die sind ganz schön frech, die Mama sagt, ich soll aufpassen, weil die sogar beissen. Ich hab sie aber nicht geärgert.
Heute regnet es hier schon wieder. Hoffentlich nicht auch bei der Susanne in der Abenteuerwoche. Ich geh jetzt mit Mama zum Einkaufen. Weil wir kochen dann wenigstens was gscheites, wenn es schon nicht geht, dass wir draussen sind.
Mama und ich sind nämlich ganz allein, schon 2 Tage.
Aber heute kommt der Papa wieder. Was kochen wir denn da bloss?
Ich überleg mir was!
Labels:
Autismus,
Robert erzählt und Mama schreibt
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