Sonntag, 9. März 2014

Ein besonderer Geburtstag .... Robert ist 13 ! ... und war schon verschwunden in der Nacht


Lieber Robert
herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.

Eigentlich war es so geplant:
Sein Freund schläft bei ihm. Wir frühstücken miteinander. Ein ganz tolles Geburtstagsfrühstück wollten wir machen.
Was ist passiert? Na, schaut Euch mal das Bild hier oben an. Was könnt Ihr aus dem Kinderzimmerfenster sehen?
Ja, Ihr seht richtig! Überall Schafe ....
und mittendrin (das könnt Ihr auf die Entfernung nicht sehen: Mein Oberschaf! Der Robert!"


Die Buben haben erzählt sie sind "mitten in der Nacht" zu den Schafen gegangen. Denn sie haben aufgepasst, dass kein Fuchs kommt.
Könnte so gewesen sein. Als ich kurz vor dem Sonnenaufgang aufwachte, vereinzelt Schafe blöcken hörte war das wunderschön.
Ich geh zum Fenster und als die Dämmerung hell und heller wurde .... seh ich da 2 Kinder!
Eines davon mein Geburtstagskind und das zweite der Freund.
Perfekt angezogen, die beiden. Mit dicker Jacke, Stiefeln und Brotzeit !!!
 

Nun könnte man denken: Die haben einen Hund! Der Gute lässt die Kinder da einfach im dunklen ohne auch nur einmal zu bellen das Haus verlassen?!
Jaaaaa, tut er. Jacky hat's wohl verschlafen, und ... wir sind froh, denn stellt Euch vor, die beiden hätten den Hund da mithingenommen. .... Stellt Euch weiter vor, die Jacky hätte ihren Jagdinstinkt entdeckt :-(


Wer mit bei den Schafen war sind die beiden Mietzen gewesen. So süss ... beide sassen am Feldrand und haben geschaut. Nein, kein Foto ... ich die Geburtstagskind-Mama war dann doch etwas aufgeregt, so eine Situation hatte ich ja auch noch nie.
Und nun zeig ich Euch das allergrösste Geburtstagsgeschenk:
Dieses Lämmchen ist vor Roberts Augen auf die Welt gekommen.
Nicht nur das eine .... bis jetzt (es ist noch nicht mal 8 Uhr am Geburtstagsmorgen) sind nun auch noch Zwillinge aus der Mama rausgepurzelt (so sagte es Robert) 




Und hier ist das vierte Lämmchen. Es steht schon!
Der Schäfer wird auch bald kommen. Er hat die Nacht zu Hause (in München) verbracht. Die Schafe waren ganz allein auf dem Feld hinter dem Haus eingezäunt. Das regt den Robert so sehr auf!
Deshalb ist er wohl in der Nacht ausgezogen, zum Beschützer der Schafe geworden.
Nun sitzte ich also hier am Computer, ganz alleine. Ich werde den Tisch weiterdecken und ahne schon, dass unser Geburtstagskind keine Zeit hat heim zu kommen. Vielleicht sollten wir ein Picknick bei den Schafen machen.
Mittlerweile ist das halbe Dorf schon dort ....
Die Schafe sind aufgewacht, sie sind gut zu hören.....



Diesen Geburtstag wird Robert nie vergessen!
Er war grad hier um mir zu berichten, dass schon wieder ein Lämmchen geboren wurde ....
extra an seinem Geburtstag!
 

Robert, wir freuen uns so über dieses Erlebnis für Dich.
Und all das was ich Dir zum 13.Geburtstag hier schreiben wollte ist .... weg .... Die Schafe sind viel wichtiger!
Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag, wir werden mittags grillen! Auch das war noch nie da. Es ist Frühling hier .... mit Sonne und Wärme. Und dass an einem   9.März !

Er kam nachts um zwei Uhr zur Welt der Robert.
Und nach dem Frühstück im Krankenhaus sind wir nach Hause gefahren. Es hat geschneit ... damals. 
Lieber Tag, Du heute
Du und die Schafe machen unserem Robert ein so einmaliges Geburtstagsgeschenk. Wem danken wir dafür?

Samstag, 8. März 2014

Das 1.Foto von Robert im Blog


Fast vier Jahre ist das nun her.
Er hat sich sehr verändert, der Robert.
Simone, Du hast mich im Kommentar gefragt ob wir von Anfang an gemerkt haben, dass Robert anders ist.

Ja, ein Eindeutiges "ja". Aber niemand anderer sonst hat ersteinmal auf unsere Fragen reagiert, genau hingeschaut.
Robert kam zur Welt und als er dann das 1.Mal von der Hebamme auf den Wickeltisch gelegt wurde fing er an kreischend zu schreien und wäre fast runtergefallen. Er hat sich selber so nach hinten durchgebogen und dann die Spannung wieder losgelassen, dass sie ihn gerade noch vor dem Sturz auffangen konnte.
Sie war sehr erschrocken, hatte so etwas noch nie erlebt, auch sonst keiner im Kreissaal.
Der Kinderarzt konnte dieses steife Neugeborene fast nicht untersuchen. Auch er hat den Kopf geschüttelt ... mehr nicht.
Wir sind bald nach Hause gefahren. Am Vormittag kam dann unsere Hebamme. Sie kam vier Wochen lang jeden Tag und wunderte sich mehr und mehr. Ein kreischendes Baby, ein steifes Baby, das Stillen war so schwer ..... Windelwechsel .... ein Kraftakt an machen Tagen.
Wen Robert schlief wurde er ganz "weich", hat sich immer ganz eng angekuschelt, eine Händchen hielt sich fest an Mama, Papa ... wer ihn halt gerade im Arm hielt. "Er hat sich wieder angedockt!", sagten die grossen Geschwister oft.
Die Hebamme hat dann einen Termin bei einer Kinderärztin ausgemacht für uns. Es wurden sehr viele Termine, sehr viele Therapien, Untersuchungen..... Aber auch diese Ärztin ist nicht auf "frühkindlicher Autismus" gekommen. Sie nicht, die nachfolgenden Ärzte nicht, die Erzieher im ersten Kindergarten nicht ... Es war ein Integrationskindergarten. Wir wurden nach einem Jahr gebeten das Kind wieder abzumelden, weil er ist noch nicht reif genug für den Kindergartenbesuch. So war das! Robert war 4 1/2 Jahre alt, bekam dort Einzeltherapien, hatte eine Gruppenleiterin die sehr viel mit ihm geschrieen hat ... und nach einem Jahr war er wieder zu Hause, weil ER nicht reif genug war ....
Nach einem halben Jahr ist er dann in einen heilpädagogischen Kindergarten aufgenommen worden. Zwei gute Jahr begannen. Auch dort kam keiner auf "Autismus", aber die Menschen haben das Kind Robert gesehen. So wie er war sind sie auf ihn eingegangen, mit ihm umgegangen. Einfach war es nie, aber der Weg war ein Guter ....
Wir hatten, als Robert 6 Jahre alt war einen ganz jungen Kinderarzt, er übernahm die Praxis von unserem "alten" Herrn Doktor. Dieser Arzt sagte nach dem 3 Besuch, dass wir doch mal in die Haunersche Kinderklinik zu Untersuchungen mit Robert gehen sollen. Die ersten genetischen Suchaktionen begannen.
Die Mama hat immer mehr angefangen zu lesen, sich mit dem Internet vertraut gemacht und selber irgendwann gesagt: "Autismus!?!    kann es das sein?"
Weder der Kinderarzt noch die Ärzte der Münchner Kliniken, noch des Kindergartens sind drauf eingeganen.
Wir  haben uns um einen Termin in der HeckscherKlinik bemüht. Nach 5 Monaten Wartezeit begannen die Tests. "Wem sollen wir die Berichte senden?"
"Niemanden, wir haben keinen Arzt mehr." ... so haben wir das dann gemacht. Wenn er Schnupfen etc. hatte sind wir mit ihm zu unserer ganz normalen Hausärztin gegangen. Sie war es dann auch, die als 1.Ärztin sagte, es könnte wirklich Autismus sein! Ihr liegt nicht falsch.
Da war der Bub sieben Jahre alt.
Kurz darauf kam das Gutachten der Klinik.
"Frühkindlicher Autismus und noch mehr!" ... sieben einhalb Jahre war das Kind alt.
Wir sind seitdem in Landshut im SPZ. Das haben wir uns selber rausgesucht, obwohl wir da als Münchner ersteinmal gar nicht hingehörten. Robert wurde als Patient aufgenommen, die Diagnose wurde "vertieft", die Ärzte wollten gar nicht glauben, dass bei den tiefen Auswirkungen des Autismus noch keiner vorher drauf gekommen ist ...
Vom ersten Termin an wurde Robert dort als "Robert" gesehen, angenommen ... Ja, auch Ärzte müssen ihre Patienten annehmen, mit ihnen umgehen wollen!
Nach vier Monaten war dann auch die Epilepsie als solche erkannt. Zwei Kliniken hatten uns alles mögliche einreden wollen. Von Fieberkrämpfen bis "Sie wirken sehr nervös, übervorsichtig .... !" wurde uns alles gesagt. "Krampft er denn wirklich, können Sie uns vormachen wie es aussieht?"
Aus dieser Zeit stammt das Video, dass Michael gemacht hat. Nachts während eines längeren epileptischen Anfalls. Dieses Video haben wir nachträglich in eine der Kliniken gebracht. "Er hat einen klassischen epil.Anfall" sprach da der Herr Doktor. Dürfen wir das Video verwenden?"
Ja, sie dürfen es seitdem verwenden, doch wir "verwenden" die Dienste der Klinik lang schon nimmer.

Das war kurz die Geschichte, der lange Weg bis zur Diagnose. Jahrelang hat die Wirklichkeit gedauert.
Natürlich hätte es nie am Autismus, an der Epilepsie etwas geändert wenn wir es früher gewusst hätten. Aber es wären uns viele, sehr viele Situationen erspart geblieben wenn alles schon eher klar "einen Namen" gehabt hätte. Das erste Kindergartenjahr muss für Robert tagtäglich eine Qual gewesen sein. Jeden Tag hat er geweint. "Ungezogen etc." wurde er abgestempelt. Ich weiss nicht, wie oft er vor dem Teller ewig lang sitzen musste, weil er nicht essen wollte .... (er kann nichts essen was auf dem Teller gemischt ist, bitte, alles extra!)
Er war oft vor der Tür, weil er sich nicht benommen hat. Da ging es ihm dann aber witzigerweise gut, er sass da auf einem Stuhl und hat gesungen! Wir fanden es nicht schön, ich finde das nie schön, habe noch nie ein Kind so ausgegrenzt. Dass er dort gesungen hat, hat dann die Erzieher wieder geärgert! "Frech, was soll aus dem werden?!"

Die HPT ist auch ohne die Diagnose gut mit ihm umgegangen. Aber auch von dort war hinterher zu hören, dass es andere Therapien, Umgangsmöglichkeiten gegeben hätte, wenn .....

Ich habe letzte Woche eine Mama kennengelernt, ihr Kind bekam die Diagnose frühkindl.Autismus vor vier Wochen. Auch dieses Mädel ist 8 Jahre alt.
Ich hab es nie studiert, alles was ich über Autismus weiss ist aus Büchern, Internet, Beobachten.
Mittlerweile auch durch Kontakte mit Familien wie wir.
8 Jahre .... mitten hier im Land. Die Mama erzählte uns Sachen die nur noch den Kopf schütteln lassen.
Sie ist sich sicher, dass es so kam, weil sie nicht so sehr gut Deutsch spricht, aus Rumänien kommt. Nein, das glaube ich nicht!
In unserer Selbsthilfegruppe gibt es zwei Kinder mit frühkindlichem Autismus. Bei beiden wurde vor dem 2.Geburtstag die Diagnose gestellt.
Wie kommt es zu solchen Unterschieden?

Oh, nun hattet Ihr viel zu lesen.
Ich wünsche Euch einen wunderschönen Samstag. Habt Ihr auch Frühlingsluft vor der Türe? Ist das nicht herrlich?

Freitag, 7. März 2014

Mit 5 Jahren habe ich mir einen Zwilling gemalt


Keiner hat mir geholfen.
Doch, am Anfang die Mama.
Sie hat um mich rumgemalt als ich auf dem Boden auf dem Papier lag.


Fertig!
Der Zwilling war irgendwann zu klein und dann hab ich ihn zerschnitten!


So war das als ich fünf Jahre alt war.

Donnerstag, 6. März 2014

Robert als Baby


Was für ein Foto!
Ein Glück, dass man auf diesem Teppich überhaupt das Kind entdecken kann.


"Mama, man sieht ja schon auf den Fotos, dass er anders war!", sagte die Schwester.
Das finden wir Eltern gar nicht.


Klein war er. Auf diesem Bild ist er schon 4 Jahre alt. Damals waren wir das 1.Mal zu einer Beratung für Kinder die nicht wachsen.
Wir machen da nichts, keine Hormone. Er ist heute noch klein, aber sooo klein nun auch wieder nicht.

Gestern kam er nach Hause .... ohne Aschekreuz auf der Stirn. "Das lass ich mir sowieso nicht machen, wo ich doch endlich einen Tag ohne Farbe erlebt habe!"
Der Robert dreht sich alles so wie er es grad braucht.

Die Kinder haben Ferien und es scheint die Sonne! Susanne sagte heute morgen: "Immer wenn ich früh das Rollo aufmache tu ich das ganz langsam. Und dann freu ich mich, dass die Sonne scheint!"
Ich wünsche Euch einen schönen Donnerstag-Abend
Elisabeth


Mittwoch, 5. März 2014

Rückblick


Zehn Jahre ist das Bild oben alt.
Vor 11 Jahren durfte Farbe sein, aber keine Verkleidung, nix auf den Kopf.


Mit 2 Jahren war es wichtig, dass es zu Essen gab.
Verkleiden, ging gar nicht.


Das Bild entstand an einem Faschingsdienstag. Christian hasste Verkleiden, Susanne hatte ihr Prinzessinkostüm mit Saft vollgeschüttet.
Und Robert? Hatte nur ESSEN im Sinn.

Vorbei ... der Fasching 2014.

 Robert ist wieder in seiner normalen Welt angekommen. Heute morgen fuhr ich ihn zur Ferienbetreuung seiner HPT.
"Robert, habt ihr Kirche?" ..... Wie kann ich nur so was sagen?  Kein richtiger Satz, keine gscheite Satzaussage. Ich wollte wissen, ob es ein Aschekreuz gibt am Aschermittwoch. Er geht in eine kath.Einrichtung. Ich wunderte mich, dass es keine Mitteilung gab, wann der Gottesdienst ist.. Robert sagt nichts, ich überlege selber und dann:

"Ja klar haben wir eine Kirche Mama! Sogar mit zwei Türme!"

Weiter Fragen habe ich sein lassen .....  wenn der frischgebadete Robert heute Nachmittag Asche auf der Stirn hat, weiss ich ja Bescheid.

Montag, 3. März 2014

*Ferien*


es ist nicht ruhig hier im echten Leben ... im Gegenteil!
Umkehrschluss: im Blog ist es ruhig. Keine Zeit fürs Schreiben.
Es geht uns gut, und Robert ist im Faschingsendspurt.
Wir wünschen Euch einen schönen Rosenmontag
die Robert-Familie

Samstag, 1. März 2014

Ja, was ist denn das jetzt?



"Du sagts doch immer, dass ich ein Bub bin, Mama!
Da hab ich mir einen Bart gemalt, damit Du siehst wie ich mal aussehe!"

"Aber so einen dunkelen Bart mit bunt und weiss hab ich ja noch nie gesehen, Robi!"

"Tja, wenn ich schon unbedingt ein Bub sein soll dann mag ich wenigstens einen Bart der schön ist. Nicht so einen wie der Papa machmal hat!"

Liebe Leser, das hab ich jetzt davon.
Tagelang Madame Roberta, heute schreib ich eine Mail, dreh mich um und bin fast erschrocken.
Nun werde ich den Tag mit diesem jungen Herrn mit Bart in allen Farbnuacen verbringen.
Wir haben FERIEN hier. Eine Woche ..... Ihr werdet wieder von uns hören.

Ein schönes Wochenende wünscht Euch der Robert. Ein Junge der sich selbst noch nicht gefunden hat.
Ein schönes Wochenende auch von mir
Elisabeth