Freitag, 14. Mai 2010

Leer

Heute finde ich keine Worte. Der ganze Tag mit dem Robert in seiner Welt war soooo anstrengend. Wir waren uns zu anstrengend. Ist es das Wetter, ist es die geänderte Struktur, weil Freitag sonst Schule ist? Ich kann nichtmal drüber nachdenken, so leer bin ich nun.
Und nun verlassen wir Haus und Hof und gehen über die Strasse zum Dart-Spielen. Michael spielt in einer Mannschaft und er hat mich überredet mit ihm zu trainieren.
Ich bin mir sicher morgen ist mein Kopf dann wieder zum Denken zu gebrauchen.
Bis morgen, drückt mir die Daumen, damit ich gegen meinen "Profi" ab und zu gewinne!
Elisabeth

Donnerstag, 13. Mai 2010

Vatertag




Weil ich der Robert bin erzähl ich vom Vatertag. Ich habe einfach den Kuchen kaputtgegessen. Die Susanne hat den heute Früh gemacht. Es war ein Kuchen mit Pfirschen und vielen Erdbeeren. Ich mag aber nur Erdbeeren essen. Und das hab ich auch gemacht. Aber der Papa hat auch Erdbeeren gewollt und dann hat er dumm geschaut. Aber wenn er gleich Früh den Kuchen gegessen hätte, dann wär es nicht passiert. Und jetzt hab ich ein Foto gemacht und der Papa hat gesagt ich soll Euch das erzählen. Er sagt andere Papas haben heute ganze Kuchen und er hat auch noch Regen und so viel Wolken und es ist kalt, dass er nun gar nichts mehr braucht. Und wenn er nichts mehr braucht, dann ist es ja egal wenn der Kuchen kaputtgegessen ist. Die Mama hat glaub ich gelacht, weil sie ist ins Bad gerannt, wie der Papa den Kuchen gefunden hat. Und die Mama hat gesagt ich bin so schlimm wie der Findus vom Petterson.
Ich bin aber der Robert!

Anmerkung der Robert-Sekretärin: Ich kann nichts dafür, es war einfach sooo lustig. Der Kuchen...Michaels Gesicht....

Nun will der Papa nicht aufs Foto für das Blog. Tja, jetzt ist er beleidigt. Und das schlimmere Übel kommt noch. Wenn die Mädels vom Kirchentag kommen, muss jemand erklären was mit dem Kuchen passiert ist.

Könnt Ihr Euch vorstellen, wie schwer es ist, Roberts Geschichten so aufzuschreiben? Ich mache es Wort für Wort. Aber ich bin immer kurz davor, etwas in seinen Satzaussagen zu ändern. Aber Ihr sollt ja Roberts Sprache kennenlernen. Und deshalb ist das oben so wie er spricht. Er sitzt dabei nicht mit mir vorm Computer. Er rennt rum, muss mal aufs... und dabei erzählt er. Ich habe, wie es sich für eine gute Sektretärin gehört:Stift und Block in der Hand. Und dann schreibe ich es ohne ihn ins Blog. Sonst will er selber tippen, uns das kann er nun wirklich (noch) nicht.

Wir waren heute nicht in München, nur Susanne, Lisa und Simon. Sie sind schon seid 10 Stunden beim Kirchentag! Scheinbar ist es schön dort. Uns war es zu nass und zu kalt. Vielleicht morgen....
Elisabeth

Mittwoch, 12. Mai 2010

Ökumenische Kirchentage

In und um München haben die Kinder am Freitag schulfrei. Mit dem Feiertag morgen (Christi Himmelfahrt) sind das 4 Tage frei. Meine beiden Mädels machen mit....beim
2.Ökumenischen Kirchentag
Ich möchte ein paar Worte dazu schreiben. Bitte gebt dieser Veranstaltung eine Chance. Die vielen (zu Recht) negativen Schlagzeilen über all die schlimmen Ereignisse der letzten Jahre, Monate u. Wochen überschatten so sehr.
Ich kenne nun einige junge Menschen die seid Monaten mitgeplant und mitgearbeitet haben.Sie haben viel (auch Freizeit) für diese Tage gegeben. Es ist so viel geboten. Es steckt so viel Gutes dahinter. Es soll so viel erreicht werden. Wer die Möglichkeit hat mitzumachen, dabeizusein...bitte seid offen!
Der liebe Petrus da oben hat noch gar keine Sonne nach München geschickt. Es ist kalt. Aber kommt trotzdem hierher und seid dabei. Bildet Euch eine eigene Meinung.
All das Andere gehört sich schonungslos aufgearbeitet. Es war und ist furchtbar.
Aber das soll jetzt nicht Thema dieses Post sein.
Ich weiss nicht, ob ich mit Robert Veranstaltungen besuchen kann. Die Entscheidung kann man nur nach seiner "Verfassung" treffen. Er hat aber eine ganz liebe Vorstellung vom Lieben Gott. Und er spricht auch oft mit und von ihm. Ich werde Euch berichten, ob er ein bißchen dabeisein konnte.
Elisabeth

Dienstag, 11. Mai 2010

Ein bißchen Sonne




Hallo, ich mag Euch was erzählen.
Ich bin mit dem Bus heimgefahren und da ist mein Herz gehüpft, wie ich daheim ausgestiegen bin. Da war Sonne. Ich hab mitten im Gras die Schultasche hingestellt und zur Busfahrerin gar nicht Auf Wiedersehen gesagt. Weil ich wollte schnell draußen ein kaputtes Müllauto mit meinem Lastwagen abschleppen. Ich bin im ganzen Garten gefahren und einmal wollte die Jacky gar nicht weggehen. Und dann hab ich gesagt:"Ich hab Dich ganz lieb, aber ich muss jetzt da fahren. Und wenn Du nicht weggehst fahr ich über Dich drüber. Dann ist sie schnell weg, weil sie will ja nicht überfahren werden." Sie ist so brav, weil ich sie lieb habe.!
Ich hab einen Grasblumenstrauss gepflückt. Aber nicht für die Mama. Für unsere Hasen, denn die sind eingesperrt und riechen aber das Gras. Ich wollte sie freilassen ins Gras. Aber Susanne hat gesagt, dann verschenkt der Papa alle. Oder vielleicht bringt er sie dann in den Wald. Ich hab dann nur einen Hasen aus Versehen rausgelassen. Leider ist der nicht mehr im Stall, jetzt.

Gute Nacht
ich heiss heute auch Robert,in der Schule war heute Dienstag!
Ja, so ist er, der Robert. Er war so in seiner Welt, dass er nicht mal gemerkt hat, dass ich Fotos mache. Wenn er in 10 Jahren auch noch so spricht, muss er wohl Geschichtenerzähler werden...
Elisabeth

Montag, 10. Mai 2010

Robert und Selina




Die zwei gehen zusammen in die Schule. Robert hat "seine" Selina ganz lieb.
....und das stimmt nun auch wieder: ohne die besondere Schule hätten die beiden sich gar nicht kennengelernt. Ach ja, alles hat zwei Seiten!
Selina hat eine ganz tolle Mama. Sie ist alleinerziehend. Sie ist ein so positiver, nach Vorne schauender Mensch. Sie wirkt lieb, fröhlich, ausgeglichen...und hat es doch ganz schwer. Ich mag sie sehr!
Elisabeth

Sonntag, 9. Mai 2010

Herzerln zum Muttertag






Schön war's heute. Robert hat mir ein ganz dunkles Bild gemalt. Und das soll die Nacht sein, und ich muss mich nie mehr fürchten, weil sie hat bunt dabei.


Ich habe viele Herzchen geschenkt bekommen. Jedes Kind kam für sich auf die gleiche Idee. Gebacken, gemalt, aus Glas, aus Ton mit Glitzer
Der Älteste und der Jüngste haben gesungen. Ich habe es sehr ernst genommen und mußte nicht lachen....Aber lustig hat sich's schon angehört...



Und nun schlafen die Minis, die Großen sind auf dem Heimweg...wer mag mit mir noch ein Glaserl Wein trinken?
Elisabeth

Samstag, 8. Mai 2010

Tränen am Muttertag

Ja, da saßen wir nun! 7 Mamas im Halbkreis vor unseren 7 Kindern. Ganz liebenswerte Kinder. Sie haben vorher gemalt, gebastelt, ein Lied mit vielen Strophen eingeübt....
Jedes der Kinder hat eine Familie, die "angenommen" hat. 7 verschiedene Behinderungen mit unterschiedlichen Auswirkungen.Unsere Kinder sind 8-9 Jahre alt. Ich hätte beinahe geweint. Es war ganz liebevoll...Alles! Es war Liebe und Wärme im Klassenzimmer. Die Kinder sind zusammengewachsen in den letzen Monaten.
Aber es war nichts "normal". Wo sind die anderen Kinder .... Die singen, laufen, gut sprechen, Spaß verstehen, eigenständig sind? Wo sind die Kinder die ganz wichtiges Vorbild sein können? Dadurch zum Nachahmen und Mitmachen und so will ich es auch können anregen?
Was macht man hier mit unseren Kindern? Wenn Kinder 9 Jahre alt sind ist die Babyzeit, die Kleinkindzeit, die Kindergartenzeit einfach vorbei. Die Schulkindzeit ist ganz was anderes, Neues. Spätestens da kommt der Punkt, wo die gesamte Gesellschaft zusammengehören sollte.
Was passiert mit uns und unseren Kinder? Robert ist in einen guten Betreungszentrum...aber es liegt an einer Einbahnstrasse. Es ist eine Schule ohne echtes, normales Leben. Ohne die Vorbilder der "anderen" Kinder Später mit guten "Lehrwerkstätten", mit guten "Wohnmodellen". Es ist und bleibt an der Einbahnstrasse. Tausende von Chancen weden unseren Kindern genommen weil sie es nicht ERLEBEN dürfen, nicht DABEISEIN dürfen. In der Gesellschaft.
Tausende von Kindern werden die Chancen genommen unsere Kinder kennenzulernen, auch an und mit unseren Kindern zu lernen, zu reifen, zu spüren, dass es anderes gibt. Sie werden nicht lernen unsere als Klassenkameraden, als Freunde DABEIHABEN zu wollen.
Und wenn dann alle Kinder von heute erwachsen sind, haben sie sich nicht kennengelernt, Sind sich fremd. Haben nichts gemeinsames. Wollen es vielleicht auch gar nicht mehr.
...und dazwischen sind wir. Die Familien unserer "eigenen bunten Kinderschar". Die Geschwister haben jetzt schon eine riesige Bürde...sie werden, wollen und sollen die Vermittler zwischen solchen und solchen Menschen sein. Manche werden für die Geschwister kämpfen, werden viel Verantwortung übernehmen. Manche werden sie "verstecken". Kaum einer wird es schaffen, den z.B. 30jährigen behinderten Bruder einfach so nach Italien in Urlaub mitzunehmen.
Ich weiss, es gibt gute Einrichtungen die Urlaub für Behinderte und deren Familien anbieten. Dann prallen die 2 Welten nicht unangenehm aufeinander. Ich glaube nicht wegen uns, sondern die Anderen fühlen sich ...
Diese kleine Muttertagsfeier, die voller Wärme war, hat mir so bewußt gemacht wie es weitergehen wird. Ich habe lange nicht mehr so geweint vor Verzweiflung und Hilflosigkeit. Der Robert-Papa tröstet: Das schaffen wir schon. Er hat doch uns. Schau mal, wir kennen nun doch die ...(auch behindertes Kind).
Ja, das stimmt schon....aber wir sind mitten in der Anderswelt auf der Einbahnstrasse.
Ich wünsche mir etwas zum Muttertag 2010:
Dass "normale" Chefs mutig einen behinderten Menschen mitarbeiten lassen ...
Dass "normale" Vermieter nicht komisch schauen und dann die Wohnung anderweitig vermieten ...
Dass "normale" Verkäuferinnen nicht in Babysprache verfallen wenn ein erwachsener Mann mit DS allein einkauft und bezahlt ....
Dass "normale" S-Bahnmitfahrer nicht weitergehen, sondern sich auf den Platz neben die behinderte Frau setzen ....
Ich überlasse es Euch, noch weitere Wünsche zu finden. Es gibt so viele!
Ich wünsche nun einer jeden Mama einen Muttertag mit Liebe, Wärme und nicht allein zu sein.
Den "besonderen Mamas" wünsche ich extra viel Kraft und Stärke ...und nicht weinen, bitte. Das habe ich diesmal für Euch übernommen.
Den Mamas der Sternenkinder wünsche ich einen Sonnenstrahl von da oben, ein Gespür, dass Eure Kinder nicht weg sind...die Liebe bleibt

Elisabeth