Sonntag, 14. Dezember 2014

Es treibt kein Wind im Winterwalde ....

die Flockenherde wie ein Hirt.

Das wäre schön gewesen, am 3.Advent.
Nun, dann werde ich das Gedicht nicht  beenden und es vielleicht die nächsten Tage endlich ganz hier einstellen können.



Es ist ein seltsamer 3.Adventmorgen hier.
Die Kinder nicht zu Hause. Alles ganz still .....
Nein, es tut nicht gut.
Nein, ich kann nicht sagen, dass ich es geniesse und die Ruhe Kraft spendet ...

Manchmal "steck ich sowas weg" und mache weiter ... immer weiter.
Dieses Mal funktioniert das nicht.
Ich stell mir ständig die Frage nach dem "Warum?"

Da plant man ein Wochenende mit dem Töchterchen, hat so vieles vor was mit Robert nicht zu machen ist.
Sie sagt am Freitag-Morgen noch. "Hach, Freitag ...  ich freu mich so!"

Und dann ist alles anders. Ja, ich weiss es ist nicht  "schlimm" anders. Sie hat ja "nur" eine Gehirnerschütterung, dass mit dem Rücken wird auch wieder vergehen.

Aber! sie ist im Krankenhaus.
Aber! wir werden dieses Advent keine Stunden mehr nur für uns Eltern mit Susanne finden ...
Aber! Es fühlt sich für mich so ungerecht an. Nicht nur weil wir nun seit Freitag in Sorge sind um ihre Gesundheit. Nein, auch weil wir uns doch nur etwas Kleines gewünscht, geplant hatten. Einfach ein Wochenende im Advent für die Tochter, die oft wegen Roberts Behinderungen auf Normalität verzichten muss. Wir wollten mit ihr einen Überraschungsausflug machen, gar nicht sooo weit weg. Wir wissen, sie hätte sich gefreut.

Ich weiss nicht, ob Flocken die der Wind durch den Winterwald treibt auch meine gedrückte innere Stimmung mit wegtreiben würden ...
Nun, es ist wie es ist.
Am Nachmittag holen wir Robert wieder ab.
Nein, ihn kann man nicht mit ins Krankenhaus nehmen. Ich mag es nun gar nicht beschreiben was er da wieder alles tun würde ...Er kann nicht einfach seine Schwester besuchen, mit ihr ruhig reden, auf einem Stuhl sitzen ...
Und deshalb werde ich heute Vormittag zum grossen Kind fahren.
Und weil auch am 3.Advent kein Schnee in Sicht ist bin ich schnell dort. Danach dann schnell wieder zu Hause und am Nachmittag noch schneller den Robert abholen .....

Ich wünsche Euch einen wunderschönen Tag. Geniesst diese besondere Stimmung der Vorweihnachtszeit.
Vielleicht, ja vielleicht ..... schaffe ich es auch wieder mich nicht so niederdrücken zu lassen ....


Das Gedicht, welches ich sehr gerne mag, ist von Rainer Maria Rilke .
Ich konnte es schon als kleines Kind auswendig.



Kommentare:

  1. Ach, liebe Elisabeth, liest sich vielleicht ... hm... nicht mitfühlend an, aber vielleicht kannst Du das, was hätte sein können, loslassen.

    Es ist gut, dass Susanne "nur" eine Gehirnerschütterung hat. Die natürlich sehr gut ausheilen sollte. SIcherlich weißt Du das.
    Es ist gut, dass Robert die aktuelle Sorge und eure Traurigkeit (so verständlich) nicht mitbekommt.
    Es ist gut, dass Susanne ganz bestimmt vor Weihnachten wieder zu Hause ist. Sich halt schonen muss, aber bei euch ist. Bestimmt.
    Es ist gut, dass andere Wochenenden für Susanne kommen werden. Sie sind selten und kostbar.
    (Das Kostbarste, was Eltern ihren Kindern schenken können, dass bekommt sie. Achtsamkeit, Mitgefühl, Weitsicht und viel Liebe.)

    Ich denke an euch und wünsche gerade der Susanne eine schnelle und gute Besserung.

    Ganz liebe Grüße
    Oona

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  2. Gute Besserung für Susanne und fühlt Euch mal alle gedrückt. Hoffentlich wird sie bald entlassen!

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  3. Weisst Du wie wichtig ich diese Worte von Dir nun finde? Du beschreibst wie es vielen anderen Menschen schneller und früher gehen würde wenn sie so vom Schicksal hin-und-her geschüttelt werden.
    Oft schon hab ich mich gefragt, ob Du Weltmeister im verdrängen bist. Die Seele schon einen Panzer hat.
    Nun schimmert durch was so wichtig ist und die offene Ehrlichkeit ist so wichtig. Damit sich nichts in Dir festsetzten kann, gross wird.
    Es gibt keine "nur" Gehirnerschütterung. Da muss der Arzt sorgsam aufpassen und der Patient ruhig liegen. Gut so, dass Euer Teenager ans Bett gefesselt wurde.
    Ich wünsche ihr schnell Besserung, und noch Stunden die ihr mit ihr im Advent findet. Vielleicht am Abend wenn Eurer Robert schläft. Ich erkenne die Wichtigkeit für Euer Geschwisterkind. Und doch allein die Sorge um sie, das Aufpassen von Euch Eltern spürt Susanne und es ist gut!
    Sag mal, mich würde interessieren wieviele Geschwister Du hast, wo war Deine Rolle in der Geschwisterfolge?
    Ich schreib Dir eine Mail
    lass Dich drücken, von Herzen
    Anke

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  4. Ach, Elisabeth, das klingt nun gar nicht so schön, ausgerechnet an diesem Wochenende.
    Es kommt oft so anders, als man sich es vorstellt.

    Ich wünsche der Susanne, dass sie sich gut erholt und Dir/ Euch viel Kraft!

    Ich bekam heute morgen einen Anruf von unserer Tochter, sie sei krank. Ihr Mann habe beruflich den ganzen Tag auf dem Weihnachtsmarkt zu tun. Und die Schwiegereltern, die im gleichen Haus wohnen, haben wie fast immer keine Zeit für den großen Enkelsohn.

    Also hat ihn mein Mann am Vormittag geholt, nun bleibt der Kleine Große über Nacht erst mal hier. Mein Mann und unser ältester Sohn können mich jetzt allerdings auch nicht unterstützen, denn sie spannen gleich die Pferde an und fahren einige Kilometer über Land, weil dort der Weihnachtsmann - auch auf einem Weihnachtsmarkt - auf sie wartet.

    Dabei wollte ich heute eigentlich meine Wohnung auf Vordermann bringen, denn morgen kommen einige Freundinnen zu mir. Wir wollen ein bisschen Advent feiern. Das tun wir zwar trotzdem, aber die Gegebenheiten sind nun ein wenig anders.

    Damit muss mein Besuch halt leben ;-)

    Liebe Grüße sendet elsie

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  5. Liebe Elisabetrh, ich drück Dich nur. Alles schwer. Und der Susanne wünsche ich alles alles Gute.

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  6. Oha, ich lese gerade hier nach. Ich kann deinen Schreck gut nachvollziehen, gestern ist hier auch einer vom Klettergerüst gesprungen und konnte erstmal nicht laufen. Auch jetzt lieber nur auf Zehenspitzen.

    Alles Gute dem Wilden Kinde!

    Mara

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  7. Das tut mir so Leid für euch und ja, ich finde auch, das ist wirklich ungerecht. Aber das Leben ist eben nicht gerecht, es ist wie es ist.
    Alles Liebe, Katharina

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  8. Hallo liebe Elisabeth!
    Ich schick der lieben Susanne ganz liebe Genesungswünsche und drück euch alle ganz fest!
    Kathi

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  9. Liebe Elisabeth, ich habe gestern schon darüber nachgedacht, warum Susanne das passiert ist. Nachdem ich nun deinen Post von heute las, kam mir dieser Gedanke: Vielleicht hat es für jemanden, dem Susanne dort im Krankenhaus begegnet (ich meine niemand bestimmten), eine große Bedeutung, dass genau Susanne genau ein Wort zu ihm sagt, das er braucht? Oder umgekehrt? Oder beiderseits? - Kennst du die Geschichte "Eine Nacht im Hotel"? Da ist diese feine Veränderungsmöglichkeit durch eine nur scheinbar "zufällige" Begegnung beschrieben. Hier ist sie zu lesen:
    http://www.zeit.de/1951/51/die-nacht-im-hotel

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  10. Oh nein, was bei euch wieder alles los ist :(.
    Sag der Susanne liebe Grüsse und ich wünsche ich gute und schnelle Genesung. Ich denke an euch ihr Lieben

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  11. Ach, liebe Elisabeth, das ist einfach soo gemein. Für euch und für Susanne. Ich lese erst jetzt von dem Unfall und finde es so ungerecht, dass ihr euren Tag nicht haben konntet. Mir fallen gar keine Trostworte ein. Nur dass ich genau vor so einem Unfall Angst habe, wenn das Kind flügge wird. Ich wünsche eurer Familie ganz viele Schutzengel, keine nur für den Advent, sondern für den Alltag.

    Liebe Grüße
    Andrea

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  12. Liebe Elisabeth,
    es ist nicht gerecht, kein bisschen. Es ist schade!
    Aber vielleicht geht es Susanne ähnlich wie mir, als ich nach dem Herzinfarkt in der Klinik lag und mir so allmählich bewusst wurde, dass die nächsten Wochen ganz, ganz anders verlaufen würden, als ich mir das vorgestellt hatte. Auf eine Unternehmung hatte ich mich schon das ganze Jahr über gefreut, nun konnte ich nicht mit. Eine Riesenenttäuschung - und doch war es irgendwie, auf eine besondere Art, "gut" so. Da war ein inneres Einverstandensein, und ich konnte die Enttäuschung ganz bald loslassen. Es gab etwas viel Wichtigeres, nämlich am Leben zu sein. Das war ein wunderbares Gefühl und genug zum Glücklichsein.
    Für dich tut es mir leid, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, wie sehr du dich auf dieses Wochenende gefreut hast! Ich wünsche dir, dass du getröstet wirst.
    Mit einer Umarmung "von ferne",
    Brigitte

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  13. Hauptsache eure Tochter wird wieder richtig gesund, gute Besserung,
    lG Sabine

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  14. Gute Besserung der Susanne und mach dir nicht zu viele Gedanken liebe Elisabeth. Ich denk ganz fest an euch ♥

    Liebe Grüße Eva

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  15. Liebe Elisabeth, gegen das was Susanne passiert ist, gibt es keine Vorbeugung. Unfälle passieren, weil man lebt, weil man sich bewegt, man kann sich nicht in Watte packen und Kinder fesseln, damit ihnen nichts passiert. Es ist nur gut, wenn etwas passiert, dass sie die beste medizinische Versorgung bekommen, die Nieren überwacht werden und keine Folgeschäden kommen. Als ich las, sie fiel auf den Kopf, wurde mir schon ganz schlecht. Hoffe, es geht ihr bald wieder besser und die Gehirnerschütterung bzw. die Nieren arbeiten, so wie sie sollen.

    Bei euch ist halt einmal so viel Leben, die Menschen, die Tiere, jetzt nicht auch noch grübeln, warum das passiert ist.

    Gute Besserung der lieben Susanne und auch alles Gute für Robert, denn ich denke, er mag das auch nicht, dass seine Schwester im Krankenhaus liegt!

    GLG, Klaudia

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  16. Wichtiger als das tatsächlich stattfindende Wochenende ist doch, dass sie Eltern hat, die so lieb was für sie planen. Und darauf achten, dass sie trotz des Bruders nicht zu kurz kommt. Auch wenn jetzt die Enttäuschung natürlich groß ist.
    Gute Besserung wünsche ich, und dass sich vielleicht doch noch ein paar ruhige gemeinsame Momente ergeben!

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