Mittwoch, 12. November 2014

Der "Lichterpost" ist verschwunden ! ?


Na, wo ist er denn?
Gestern am Abend geschrieben, veröffentlicht und nun ist alles ... weg.

Die Gedanken von gestern "St-Martin" ... "Lichterfest" .... oder ähnliches ... standen in einem Post! Heute fallen sie mir so nicht mehr ein.

Immer öfter wird kein Martinsumzug veranstaltet. Bei Robert in der Einrichtung schon. Er hat und durfte das 1.Mal in seinem Leben eine Rolle haben. Ja, er kann das ..... warum so viele erstaunt waren, wir Eltern aber wussten, dass er das kann .... zeigt wie sehr verschieden die Blicke auf das Kind, den Schüler, den zu betreuenden im Hort     auf  ROBERT .... sind.




Susanne war dabei und sie hat es auf einen Punkt gebracht:
"Mama, er wird bald 14 Jahre alt! Bitte, welche Jugendlichen mit 14 machen sowas noch mit? Im nächsten Jahr sagst Du das und wir kommen auch nicht mehr! Weisst, ich seh schon, dass er was mitmacht, vorführt, aber er ist zu alt, er soll doch nicht auf der Kindergartenentwicklung stehenbleiben, oder? !! "

Nun spürt also auch sein jüngstes Geschwisterkind dieses "passt nicht, es läuft für ihn und seine Entwicklung ganz schlecht-Gefühl", welches wir Eltern lang schon in uns haben .....

Etwas Nettes hat sich entwickelt.
Etwas, dass einen fast 14jährigen zeigt, der viel bewegt.


Der Umzug war auseinandergerissen. Da liefen ein paar Kinder weit vorne davon, dort eine Oma, dort wurde ein Rollstuhl geschoben. Kein Miteinander.
Die einen sangen "St-Martin", die nächsten ratschten über Gott und die Welt ....
Die nächsten sangen ein ganz anderes Lied, eine Gruppe Kinder waren laut und grob zueinander mitten im Martinszug.
Nachzügler die lustlos hinterhergingen ....

Und dann kam Robert!

"Wo ist denn das ein Umzug für alle? Warum streiten manche, und dann singen verschiedene Leute auch noch verschiedene Lieder. Da kann man ja gleich Helene Fischer (seine Lieblingssängerin) singen ...
Die einen rennen ganz weit weg, und hinten reden Papas über Fussball!"

Er "schnappt" sich die Klosterschwestern und beginnt laut, hell und klar zu singen.
"Hell scheint mein Licht"
Es dauerte nicht lang und es war eine Gruppe singender Kinder, Eltern, Omas, Opas und Nonnen um Robert.
Mitten im Umzug eine eigene Gruppe.
Sie sangen mehrmals das Lied und die Freude wurde immer grösser ....

(es gibt keine Fotos mehr davon, denn die darf ich nicht öffentlich zeigen mit den Menschen um den Robert!)



Danach sass er mit seinem Lebkuchen und der Tasse heissen Tee am Feuer und war erschöpft.
Teilen wollte er nicht! ... denn "das ist ja wohl zu viel verlangt, ich hab ja schon geschafft, dass endlich viele einen richtigen Umzug machen und nur noch ein Lied und nicht mehr viele Lieder durcheinander singen!"


Er hat eine Situation erkannt!
Er hat gehandelt und das Problem gelöst!

Susanne: "O.k., das war stark, ich weiss nicht ob ich das so geschafft oder mich getraut hätte!"


Kommentare:

  1. Man ist nie zu alt für den Martinsumzug und alles, was drumherum geschieht. Unser Kindergottesdienst letzten Sonntag war einer der schönsten, den wir je erlebt haben (seit 6 Jahren machen wir das nun schon). Ich bestand darauf, dass der Hl. Martin das Haupthema dieses Kindergottesdienstes war, das Teilen und das gemeinsame Erinnern an diese Geschichte. Wir waren diesmal im Pflegeheim und mitten unter uns einige schon sehr alte Mitmenschen, Babys, Kleinkinder, aber auch ältere Kinder und ihre Eltern. Ich kann diese Gefühle, die beim Teilen des Lichtes mit den Anwesenden passiert sind, kaum beschreiben, so tief und innerlich sind sie gewesen. Der Hl. Martin und Robert, das passt wunderbar zusammen, weil sich auch Robert etwas getraut hat, was ihm niemand zugetraut hätte. Auch vom Soldaten Martin hätte man nicht erwartet, dass er vor den Stadttoren sein Gewand mit einem Bettler teilt. Robert hat seinen Mut geteilt und damit eine Situation geschaffen, die dem Hl. Martin mehr als nur gerecht geworden ist.

    In Robert steckt so viel, viel mehr, als wir alle zu denken und hoffen wagen!

    Liebe Grüße...Klaudia

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  2. Liebe Elisabeth

    Du hast so wundervolle Kinder!

    Geniesse sie jeden Tag aufs Neue!

    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    Sabine

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  3. Ich denk ich verstehe wie ihr es meint. Aber im Rahmen einer wirklichen, richtigen Martinsfeier sind die Umzüge wunderschön. Das schreibt ja auch Klaudia.
    Hier im Kindergarten war es mehr als chaotisch und viele überforderte, weinende Kinder. Das fand ich auch nicht angenehm.
    Robert ist ein Kind mit allen offenen Sinnen. Sucht weiter nach seinen Möglichkeiten und nach seinen Förderstätten. Die erste und wichtigste Förderstätte seid ihr als seine Familie. Das ist so gut für ihn!
    Ich bin noch immer verstört, dass er in eine Schule zur geistigen Förderung geht, denn, ich begleite da ein Kind seit 2 Jahren in solch einer Schule. Weit weg von Euch, und doch wohl ähnlich im Lernen. Gibt es denn tatsächlich nichts mit Fördermöglichkeiten für Autisten?
    Wir haben bei uns all die Kinder die ähnlich Robert sind, teils mit Schulbegleitung, in den Grundschulen am Ort!
    alles Gute weiterhin
    Anke

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  4. Toll gemacht Robert :). Ich finde das auch sehr schade, wenn nicht alle mitmachen oder alle durcheinander singen oder sprechen.

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  5. Liebe Elisabeth
    Du kannst aber auf die fremden Personen mit der Bildbearbeitung Etwas auf die Gesichter der Personen ,damit man die Person nicht erkennt rauf machen.Entweder Blumen oder Sterne oder manche machen auch Obst oder Gemüse übers Gesicht.
    Liebe Grüße Christa
    Mir gefällt die Geschichte vom " Sankt Martin " auch sehr gut.

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  6. Das hat er toll gemacht, der Robert! Wer sagt denn, dass man mit 14 nicht mehr beim St. Martin mitmachen darf?! Das ist gerade einer der positiven Aspekte einer Behinderung, finde ich. Man kann sich diesem "Rahmen" entziehen, der vorgibt, dass man nur im Kindergartenalter das Martinsfest feiert, dass man als Teenager cool sein muss, dass man auf jeden Fall ein teures Smartphone haben muss usw. Liebe Susanne, ich bin schon 20 und vollkommen unbehindert und ich schummel mich jedes Jahr mit meinem kleinen Bruder auf einen Laternenumzug ;-))
    Ich liebe einfach diesen Lichterzauber.

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  7. Ach, Susanne. Es gibt Leute, die gehen auf Mittelaltermärkte, als Erwachsene, in Gruppen, mit oder ohne Kinder verschiedenen Alters. Die basteln außerhalb der Saison an Ausrüstungsgegenständen, bessern Kleidung und Zelte aus etc. Zum Beleben von Traditionen wird man doch nie zu alt.
    Ich finde es gut, daß der Robert ein waches Auge auf das Geschehen im Zug hatte und eingegriffen hat. Das empfinde ich als durchaus altersgemäß. Ich hätte mich das übrigens nicht getraut.
    Vielleicht solltet Ihr nächstes Jahr mal zum Ritterturnier fahren und bei den Gruppen im Lager fragen, ob der Robert bei ihnen "in die Lehre" gehen kann. Es könnte die richtige Mischung aus Handwerk und Verkleiden für ihn sein.

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  8. Gefällt mir sehr gut wie Robert da gehandelt hat :) Liebe Grüße euch allen :)

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  9. Auch Jugendliche mit (und über) 14 Jahren spielen gern Theater! Ob jetzt beim Martinsumzug oder auf der Bühne... Straßentheater gibts auch! Ich sehe Roberts Lächeln und freu mich, daß er etwas zeigen kann, was andere ihm nicht zutrauen. So, wie es hier zu sehen ist, finde ich es klasse.
    Allerdings habe auch ich dieses Bauchgrummeln, wenn ich eure anderen Beiträge sehe. Ich denke auch, daß er schulisch besser gefördert werden könnte. Aber find das mal. Da fehlt irgendeine Institution zwischen Förderschule und Inklusion in der Regelschule. Oder meinetwegen ein Geldbetrag, mit dem man gezielte Förderung (quasi Einzelunterricht) durch einen Pädagogen finanzieren kann. Je besser die Ausbildung, desto weniger wird doch auch später das Sozialsystem "belastet" (Das meine ich nicht böse, sondern mal aus wirtschaftlicher Sicht für unsere Bürokraten.). Aber das ist genau wie mit der Bildung, Kitas, Jugendförderung. An diesen Stützen der Gesellschaft wird nur gespart. Ein Irrsinn.

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