Montag, 4. April 2016

Schulalltag geht weiter

Die Osterferien sind vorbei.
Robert ist gerne wieder zur Schule gegangen heute morgen. Er vermisst doch recht schnell die gewohnten Abläufe, die Schulkameraden, ja auch den Unterricht.
Die letzten Ferientage war das Wetter schön, der Papa und die Schwester mussten arbeiten. Also war Robert mit Mama alleine unterwegs. Im Wald, in der Stadt, an einem See .... und gleich nochmal an einen anderen See tags darauf.
Es ist anstrengend mit ihm, weil er redet ständig, meist sehr viele Dinge mit seinem eigenen Sinn.

Am liebsten würde er täglich auf einen Bauernhof sein und mitarbeiten. Wenn ihm das wieder einfällt wird er sofort unzufrieden mit der Situation.

"Ich wollte nicht hier am See sein, ich will lieber Kühe ausmisten!"
Dabei war er eine lange Zeit zufrieden bei der Wanderung um den See. Doch dann kam ihm der Bauerhof in den Sinn und vorbei war der Frieden!
Da war nichts mehr zu machen. Wir gingen zum Auto zurück. Am Ende hat er sich so aufgeführt, dass er laut und richtig ekelhaft wurde ....
Im Auto schlief er dann schnell ein. Schade, dass seine Stimmungen so schnell umkippen!

"Wieso sind wir nur in der Stadt? Wie konnte ich das zulassen und hierher wollen? Ich will auf den Bauernhof!"
Über 2 Stunden war es schön mit ihm. Wir haben Kirchen angeschaut, von innen und aussen. Wir sassen beim Eisessen draussen.
Von einer Sekunde auf die andere musste auch dieser Ausflug abgebrochen werden, zurück zum Auto und mit schlafenden Kind nach Hause fahren ....

Gestern nun hat er einen Bauernhof entdeckt und ist einfach in den Stall gegangen. "Darf ich mithelfen?" hat er den Bauern gefragt. Der war offen für einen Robert. Es ist ihm schnell aufgefallen, dass Robert anders ist. Er hat ihn ausgefragt, ihn gleichzeitig mithelfen lassen. "Du kannst aber viel auf dem Hof! Wo hast Du das gelernt?"
Dann durfte er noch auf dem Traktor mitfahren, eine Stunde über das Feld.
Dank Handy hat die Mama gewusst wo Robert ist und war beruhigt. Der Hof ist am Rande der Stadt in der wir wohnen.

Ein glücklicher Robert kam nach Hause. Als er sich duschen sollte fing er wieder an zu schreien! "Ich stinke ja wohl nicht, dass ist der gute Duft vom Bauernhof und von Kühen! Erpress mich nicht, bloss weil Du meinst ich soll duschen!"
Die Mama hat sich durchgesetzt, das Kind ging frisch duftend ins Bett ....

Ja, auch ich, die Mama, war froh, dass die Schule heute wieder weiter ging. Duchschnaufen, etwas anderes tun als ständig mit einem Kind beschäftigt zu sein, dass nichts tut, was andere 15jährige tun!

Und weil die Blüten draussen so hübsch sind gibt es heute gleich das nächste Foto! Ihr solltet es anklicken, es sieht wunderschön aus!



Kommentare:

  1. Liebe Elisabeth,
    es ist nicht leicht, wenn seine schwankenden
    Stimmungen da sind. Aber der Bauernhof hat ihn für
    viel wieder entschädigt.
    Das Blümchen ist wirklich wunderschön.
    Einen guten Start in die neue Woche wünscht dir
    Irmi

    AntwortenLöschen
  2. Vielleicht kann man ja etwas davon auf die Pubertät schieben?! ;-))))))
    Berufswunsch scheint erstmal klar zu sein? Die Bauernhofgeschichten kommen wir vertraut vor :-)
    Kann mich noch gut erinnern: Dass die Kinder wieder in die Schule müssen war mir auch immer wieder mal angenehm :-)
    Wünsch dir eine schöne Woche!
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  3. Das ist ja wirklich ein wahnsinnig schönes Foto von den Blüten!!
    Wachsen die etwa auch auf der Puschkinienwiese?

    Ganz ehrlich, liebe Elisabeth, ich hatte zwar keinen schwierigen Robert daheim, aber wenn meine vier, 3 Mädchen und ein Junge, wieder in die Schule mussten, hab ich 3 Kreuze gemacht.

    Mal sehen, ob Roberts Liebe zu Bauernhöfen bleibt. Wenn ja, hättet ihr für seine spätere Ausbildung doch wenigstens nicht die Sorge, einen passenden Berufszweig für ihn aussuchen zu müssen.
    Ich wünsche dir eine ruhige Woche mit ein paar schönen Stunden für dich selber
    Gaby

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Elisabeth,
    ja, so Stimmungsschwankungen muss man aushalten können und das ist bestimmt nicht immer leicht. Ich bin aber ehrlich auch immer wieder froh wenn die Schule wieder beginnt, es hat irgendwie etwas von Struktur, während in den Ferien sich alle halbe Stunde sämtliche Planungen wieder ändern und man irgend Jemanden fahren muss...
    LG und habt es fein
    Manu

    AntwortenLöschen
  5. Das ist ja wirklich ein wahnsinnig schönes Foto von den Blüten!!
    Wachsen die etwa auch auf der Puschkinienwiese?

    Ganz ehrlich, liebe Elisabeth, ich hatte zwar keinen schwierigen Robert daheim, aber wenn meine vier, 3 Mädchen und ein Junge, wieder in die Schule mussten, hab ich 3 Kreuze gemacht.

    Mal sehen, ob Roberts Liebe zu Bauernhöfen bleibt. Wenn ja, hättet ihr für seine spätere Ausbildung doch wenigstens nicht die Sorge, einen passenden Berufszweig für ihn aussuchen zu müssen.
    Ich wünsche dir eine ruhige Woche mit ein paar schönen Stunden für dich selber
    Gaby

    AntwortenLöschen
  6. Seine Liebe zum Bauernhof würde ich auch positiv sehen. Zumindest hier in der Schweiz gibt es geschützte Arbeitsplätze in diesem Bereich.
    Ist in Deutschland vielleicht auch so.
    Liebe Grüsse
    Katharina

    AntwortenLöschen
  7. Ein kleiner Gedanke dazu... ist es möglich, dass das plötzliche "Ich wollte doch eigentlich auf den Bauernhof, was will ich hier" der Punkt ist, an dem die Eindrücke zu viel werden, und sich der Kopf plötzlich mit Gewalt an einen "sicheren" Ort klammert um den Overlaod zu vermeiden? So kenne ich das zumindest aus meiner Zeit zwischen dem Stadium *irgendwann plötzlich Kind im Meltdown* und *ausreichend in der Lage, vorher die Notbremse zu ziehen und mich aus der Situation zu entfernen*. Den Moment in dem ich dringend dort sein will, wo ich mich auskenne, wo alles so ist wie es sein sollte und nichts neu und unerwartet, kenne ich auch heute noch - habe aber doch 20 Jahre mehr Übung im damit umgehen als Robert. (Wobei ich hier auch nicht beurteilen kann, ob sich Robert, wenn das wirklich mit in dieses Verhalten reinspielt, überhaupt in der Lage wäre sich selbst aus der Situation zu entfernen wenn es zu viel wird - also auf andere Art als penetrant drauf zu bestehen, dass er woanders sein will).
    Ricky

    AntwortenLöschen
  8. Sie ist wirklich sehr wunderschön, die blaue Blume, und toll fotografiert... und für all das andere kann ich dich nur bewundern und dir wünschen, dass du immer wieder so viel Kraft bekommst, wie du für dein schwieriges und doch so liebenswertes Kind brauchst. Ich bin sicher, dass ich da oft am Ende meiner Nervenkräfte wäre!
    Alles Gute und eine etwas ruhigere Woche,
    Brigitte

    AntwortenLöschen
  9. Hallo liebe Elisabeth, mein Pubertier (Landwirt in Ausbildung) hat mir gestern ähnlich mitgespielt... Er wählt dann schon mal verletzende Worte - nachts um 23.00 Uhr ruft er mich an, bzw. sein schlechtes Gewissen. LG Regina, von nicht weit weg, die oft an Euch denkt!

    AntwortenLöschen
  10. Elisabeth, aus der Sicht einer "ähnlich alten Mutter" nit letztem Pubertierling (weiblich, nicht autistisch, aber manchmal mindestens genauso "spinnert", wie wir Bayern sagen):
    Irgendwann reicht es einfach mit der Kinderaufzucht. Und wenn's dann noch "besonders" ist, dann ganz bestimmt. Aber mach ihn dir nicht schlimmer, als er ist.
    Schau, dass er in eine verlässliche Tagesstruktur kommt und viel da bleibt, und nabel dich ab.
    Tut uns sicher allen gut :-)
    LG Ute

    AntwortenLöschen
  11. Robert findet überall die Kühe....

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Elisabeth,
    die Spaziergänge waren erst gut.
    Aber sein Dauer-Reden kann schon nerven.
    Endlich hat er einen Bauernhof gefunden, guuuuuut.
    Und nun hat die Schule begonnen, alles wieder auf normal
    LG deine Bärbel

    AntwortenLöschen
  13. Liebe Elisabeth,
    ich kann mir gut vorstellen, dass die von dir geschilderten Situationen emotional anstrengend sind. Autistische Kinder können schwierig sein, pubertierende Kinder erst recht, die Mischung verdoppelt das. Andererseits klingen mir deine Erzählungen auch nach einem Menschen, der sehr gut spürt, womit er glücklich ist. Eventuell gibt es ja eine Möglichkeit, dass Robert bei diesem Bauern oder einem anderen - vielleicht nach Art einer geschützten Werkstätte - zu arbeiten beginnt?
    Ich wünsche dir einen entspannten Abend und schick euch allen liebste Rostrosengrüße!
    Traude

    AntwortenLöschen
  14. Oh je ...
    Stimmungsschwankungen sind immer eine Herausforderung. Das kenne ich vom Sonnenschein auch gut.
    Aber schön das er einen Ort gefunden hat wo er sich wohl fühlt. :)

    Bei uns fing die Schule auch wieder an.
    Endlich :P

    Liebe Grüße Nicole

    AntwortenLöschen
  15. Oh je ...
    Stimmungsschwankungen sind immer eine Herausforderung. Das kenne ich vom Sonnenschein auch gut.
    Aber schön das er einen Ort gefunden hat wo er sich wohl fühlt. :)

    Bei uns fing die Schule auch wieder an.
    Endlich :P

    Liebe Grüße Nicole

    AntwortenLöschen