Donnerstag, 3. März 2016

Erschütternde Tage


Wenn fast nebenan seit Wochen eine riesengrosse, alte ...
nennen wir es Fabrik ... abgerissen wird.
Dann, ja dann gibt es von morgens bis abends Unruhe.

Das gibt Risse, Erschütterungen, seltsame Geräusche hier im Haus. Die Gläser in den Schränken klirren.
Manche Nachbarn sind schon so genervt, dass sie Kurzurlaub genommen haben und ein paar Tage Skifahren gingen.

Unglaubliche Staubwolken.

Interessant ist es trotzdem auch, sehr sogar.


Alte Einwohner stehen mit Tränen in den Augen hier. Erzählen von früher.
Ich hab viel erfahren über unseren neuen Wohnort.
Viel erzählt bekommen von alten Menschen, die dort vor langer Zeit gearbeitet haben ....

Nur für einen ist es nicht interessant.
Nur UNAUSHALTBAR
Ganz, ganz schrecklich.

Ja, ich rede von Robert.
Eigentlich dachten wir: Nun hat er eine Beschäftigung, als im Januar der Abbruch anfing. Nein, es kam anders.
Er steht ab und zu am Zaun und macht ein paar Fotos.
Ganz schnell kommt er wieder rein. Das Beben hier im Haus lässt ihn teilweise sogar schreien.
Die wackelnden Möbel beunruhigen ihn sehr.

Nun geht es dem Ende zu.
Still wird es nicht werden. Es werden grosse Wohnhäuser gebaut.
Vielleicht geht es dem Robert damit besser, dass etwas nicht zerstört, mit Gewalt kaputt gemacht wird.
Vielleicht ist es gut, wenn er bald jeden Tag sehen kann wie Häuser entstehen ....

Dann wird er auch nachts wieder ruhiger durchschlafen. Mittlerweile wacht er nämlich öfter auf,  und bildet sich ein, dass  "sein Bett wackelt, und schreckliche Geräusche hört er auch!"


Susanne lässt das alles unbeeindruckt. Sie ist nicht empfindlich, wahrscheinlich aber auch deshalb, weil sie meist so komische Stopseln in den Ohren hat ...:-)






Kommentare:

  1. Liebe Elisbeth,
    ich vertehe dich. es ist sehr schlimm, wenn die Bagger anrücken und alles niedergerissen wird. Erinnerungen werden ausgelöscht.
    Ich hoffe, dass Robert wieder Ruhe findet.
    Einen angenehmen Abend wünscht Dir
    Irmi

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  2. Hallo Elisabeth, eine ruhiges, schönes Wochenende, vor allem für Robert wünsche ich Euch! LG Regina, von nicht weit weg :)

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  3. puh... mich würde das auch ganz unrund machen. Vor allem der Meissel... das stemmen. Na hoffentlich wird wirklich besser, wenn sie die Anlage bauen. Das geht dann ja locker noch dieses Jahr, oder?
    Aber weißt was? Ich würd euch ein bisserl Lärm im Moment gerne abnehmen. Hier es es mir zu ruhig :) Ich bin seit Mo wieder zu hause. War im KH. Schilddrüsen OP. (einige Knoten - aber alles gutartig) Alles gut gegangen. Und jetzt heißt es schonen für mich. Ich weiß noch nicht genau, wie ich das aushalten werde. Die Omas springen viel ein. Michael hat dann Pflegeurlaub. Und ich soll nicht schwer heben, kein Autofahren, ausruhen..... Mir ist nach zwei Tagen schon ganz fad hier.... gut, dass Wochenende kommt.
    Lass dir liebe Grüsse hier, und wünsch euch viel Geduld....
    Tanja

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  4. Ganz sicher ist der Lärm des etwas Neues errichten und bauen anders zu ertragen statt dem Lärm des Zerstörens. Darin liegt eben auch die Ge*walt.
    Möge es sich zu etwas Spannendes und Absehbarem entwickeln!
    LG
    Oona

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  5. Nach allem, wie du euren Robert so beschreibst, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass ihm diese Geräusche nicht gut bekommen.

    Beim Lesen erinnerte ich mich an meine Kindheit. Meine Omi wohnte in der Nähe eines großen Sägewerkes,

    Und immer, wenn dort eine bestimmte Maschine eingeschaltet wurde, fingen alle Schränke an zu wackeln und das Geschirr klirrte. Und es gab sogar manchmal zersprungene Teller. Und das Ganze ging über JAHRE!

    Das Geschirr konnte meine Omi ersetzen, sie arbeitete viele Jahre in einem Steingutwerk und konnte dort günstig Geschirr erwerben (Betriebsverkauf oder fehlerhafte Teile).

    Liebe Grüße
    elsie

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