Dienstag, 29. April 2014

Die kleinen Ärgernisse


Wie es bei gesunden Kindern läuft weiss ich ja.
Grosses steht bevor... es geht ins Schullandheim.
So lief es mit den gesunden Kindern:

1. Zettel kam mit nach Hause: Wir fahren ins Schullandheim ... Elternabend ist am xx.xx.xx.
2. Wir bekamen die Infos an diesem Abend, konnten besprechen was uns wichtig war. Eine Liste was die
    Kinder mitnehmen soll, und was gar nicht erwünscht ist wurde verteilt. Das Geld bezahlt ... eigentlich war  
    war es das dann schon.
3.  Irgendwann kam der grosse Abreisetag.

Bei Robert läuft das wieder mal ganz anders.....

1. war es schon schwieriger ein Schullandheim zu finden für die behinderten Kinder.
    Die Lehrerin fand eine schöne Einrichtung, der Termin kam von dort.
2. Info an die Eltern per Brief. Die Kosten sind höher als bei den gesunden Kindern.
3..Viele Zettel zum ausfüllen. Die hab ich schon oft ausgefüllt, aber wenn die Kinder wegfahren muss
     neu ausgefüllt werden was und wann und wieviel Medizin das Kind bekommt, und wer es geben darf.
     Die Ärztin muss das dann auch noch alles unterschreiben .... 
4. Info von Schule, dass die Schulbegleitung von Robert natürlich mitfahren darf, soll, muss!
5. Anträge von der Schule an das Amt.
6. Anträge und einige Telefonate vom Träger der Schulbegleitung. (ein privater Hilfsdienst)
7. Ablehnung ... weil woher soll die Dame des Bezirks denn wissen, dass die Schulbegleitung da wirklich
     nötig ist für das Robert-Kind. Die Gutachten etc. müssen schon einen Ordner ausfüllen, so viel wie sie
     schon von uns bekommen hat die letzten Jahre!
8. Wiederspruch gegen die Ablehnung von der Schule, dem Träger ....wieder Telefonate auch mit uns.
9. Keine Ablehnung, doch nur die Hälfte der Kosten für die Schulbegleitung sollen übernommen werden,
    Essen ist auch nicht vorgesehen....
10. Wieder Einspruch .... und dann nach einigen Telefonaten:

Da fällt der Dame vom Bezirk ein was ihr noch fehlt! :

Die Eltern vom Robert-Kind MÜSSEN einen Antrag stellen, dass sie wollen, dass die Schulbegleitung mitfährt und sich ums Kind kümmert!
Ähhhhh .... warum hat er denn eine Schulbegleitung? ... die jedes Jahr neu beantragt wird mit immer fast gleichlautenden Gutachten ..... denn es wird NIE gut werden mit dem frühkindlichem Autismus. Der bleibt dem Kind für immer und alle Zeiten. Das ist nicht heilbar, wegtherapierbar oder sonst etwas....
Der Robert-Vater wollte drei Tage auf der Baustelle bleiben, da die Zeit endgültig davon läuft kam er nach Hause um diesen von uns formlos geschriebenen Antrag zu unterschreiben. Denn einer von uns allein darf das nicht!
Ja, die Zeit läuft ... bald soll es losgehen ins Schullandheim.
Nun ist dieser seltsame Antrag von uns auf dem Weg ins Amt.
Falls der Robert-Vater nun nocheinmal was negatives, sprich Ablehnung oder Einschränkung  der Begleitung unserer Individualbegleitung fürs Robert-Kind hört ....
dann weiss ich nicht was passiert!
Denn wo die Dame im Amt ihr Büro hat weiss er ja.
Aber sie muss ja schon eine hohe Schutzmauer vor sich haben bestehend aus vielen Zetteln und Anträgen für Anträge und Antragsformulare  ... oder so.....
Denn telefonisch oder per Mail oder per Fax kann und darf man sowas nicht machen ....

Also dann würde ich der Dame raten schnell in Deckung zu gehen wenn dieser Vater ins Büro stürmt. Denn seine Stimme kann gewaltig laut werden wenn er so verarscht wird!  (Ja, so sprach der Österreicher hier. Und das heisst er meint es Ernst! Er hat die Nase voll und ist kurz davor das Kind nicht mitfahren zu lassen. Denn von dem vielen Geld können wir auch unser Auto volltanken und in seine Heimat Österreich fahren und alle ein schönes Wochenende verbringen!)

Was das schöne Foto oben damit zu tun hat?
Na dunkle Wolken vor einer so hübschen Blüte ....

Kommentare:

  1. Oh, liebe Elisabeth, ihr habt aber auch immer viel Ärger! Und so Zeit und Kraft verschwendende Bürokratie kann einen doch zum Wahnsinn bringen, nicht? Ich hoffe, dass es euch sonst gut geht!! Alles Liebe, Silke

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  2. Klein sind solche Ärgernisse nicht! Die Überwachungs-und Sparwut nimmt keinen Bereich mehr aus.
    Verstehen kann man es nicht, es hat ja auch etwas mit Weitsicht der Bearbeiter zu tun.
    Meine Tochter ist 19 Jahre, da geht es noch ärger weiter mit der Bürokratie. Auch sie ist Autistin.
    Kopf hoch viel Kraft und auch für Eure Suche nach der Wohnung viel Glück
    Sabina

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  3. Das mit der Weitsicht ist nun falsch zu verstehen. Wie ich es meine: sie haben Ermessungspielraum, den hat jeder an so einer Stelle im Bezirk und sonstwo. Autismus bleibt für immer, wie Du richtig schreibst. Habt Ihr Euch auf die Gutachten expliziet bezogen?
    Warum dann so viel Ablehnung?
    Sabina

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  4. Hätte da nicht auch dei Schule ein Wörtchen mitreden können? Oder hat sie? Schullandheimaufenthalte sind doch auch für Schulen mit besonderen Kindern nichts Ungewöhnliches!

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  5. Meinem Sohn wurde die Begleitung nicht genehmigt. Er war da auch 13 Jahre alt. Am 2.Tag durfte ich ihn dann abholen. ER war hilflos allein und hat nur noch geweint. Autismus pur. Du verstehst?
    Ich wollte noch eine Nacht bleiben, dachte da hat Marvin was davon, die anderen Kinder auch. Ich muss nicht die volle Strecke hin und wieder heimfahren. Wurde auch nicht erlaubt.
    Ich habe ihn die nächsten drei Jahre nirgendwo mehr mitfahren lassen.
    Du siehts, auch in NRW sind die Beamten mit Entscheidungsbefugnis nicht anders als bei Euch in Bayern.
    Grüsse in die Heimat meiner Oma
    Anke

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  6. Mannomannomannoman!!!

    Ich kann den Robert-Vater sehr verstehen, aber sowas von!

    Wo soll das nur noch hinführen mit der Bürokratie!

    Bei uns geht es grad um die Verlängerung der gesetzlichen Betreuung. Anscheinend reicht es nicht aus, schriftlich zu beweisen, dass es keine Veränderungen gab! Schließlich sind 7 Jahre vergangen, da muss alles neu aufgerollt werden...

    Meine spontane Meinung wäre tatsächlich: Macht euch ein paar schöne Familientage.

    Andererseits aber würde Robert damit ausgegrenzt.

    Wie nur macht man es wirklich richtig...?

    Liebe Grüße sendet dir/euch elsie

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  7. ganz ehrlich, ich hätte da auch die Nase voll, vorallem kann ich deinen Mann verstehen ( meiner wäre da genauso ) ich würde wirklich die Sache mit dem schönen WE vorziehen !

    LG
    Alexandra, die eben auch eine Überweisung fürs Schullandheim gemacht hat ! ( p.S. das würde uns für zwei Tage Königsee vollkommen reichen !)

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  8. Das macht mich sowas von wütend, dass gerade den Familien, die es eh schon mit allem schwerer haben, noch solche Steine in den Weg gelegt werden! Das ist so unverschämt, ich fände es direkt gut, wenn dein Mann der Amtsdame so richtig die Meinung geigen würde! (...nur leider sitzen die Leute auf den Ämtern immer am längeren Hebel...). Man sollte um sein gutes Recht nicht dauernd kämpfen müssen!
    Zornige Grüße (nein, mitfühlende und hoffende, dass es für Robert eine gute Zeit wird):
    Brigitte

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  9. Die Ämter mit den Vorschriften haben da schon lang die Sache aus den Augen verloren. Ich betreue meine Oma, bin ein junger Mann.
    Ich habe oft das Gefühl, dass ich beweisen muss, dass sie alleine nicht mehr klar kommt. Bei mir kommt noch dazu, dass ich eben der Enkel bin. Manche Blicke, da muss ich mich zurückhalten um nicht nachzufragen welcher falscher Gedanke im Kopf des Gegenüber abrollt!
    Auch bei uns ist dann Zurückhaltung gefordert, denn wir wollen ja etwas. Die Oma schämt sich, würde am liebsten nichts wollen. Ich kämpfe für das war ihr zusteht.
    Deinen Mann versteh ich. So geht es mir auch. Aber das darf nicht sein.
    Wir werden alle oft hingestellt als Schmarotzer. Seid Ihr beim VDK? Die Oma ist da schon lang dabei. Und ich kann diesen Verein nur empfehlen. Ich weiss, dass er auch für Eltern mit behinderten Kinder da ist. Es gibt viele Informationen.
    Ich bin durch Das Geschwisterkindprojekt auf den Blog hier aufmerksam geworden. Das hab ich mal gegoogelt und dann seid Ihr vorgeschlagen worden. Meine Schwester hat einen Sohn der auch Autist ist. Wir lesen beide schon lange Zeit hier mit.
    Und staunen. Weil wir nie so eine Mutter kennenlernen durften wie Du eine bist. Deine Kinder wissen hoffentlich alle dass es nicht selbstverständlich ist so von der Mutter geliebt zu werden.
    Viel Kraft weiterhin und auch ein Haus für Euch
    wieder so ein Thema, ich kann es nicht glauben. Weiss aber, dass hier im Lande das Wohnen grad in Bayern fast unbezahlbar wird.
    Macht es gut weiterhin, den Robert besonders viele Grüsse
    Sebastian

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  10. Liebe Elisabeth, das ist nicht mehr normal, das ist ja reinste Schikane, und dein Mann hat Recht, verarscht wird er auch noch damit. Es ist ja nicht die einzige Hürde, die sich vor euch aufgebäumt hat. Man glaubt an das Gute, immer wieder und immer wieder, dann sowas! Immer muss man sich rechtfertigen und es genügt nicht, einen normalen Antrag zu stellen, nein, die Bestätigung muss auch noch bestätigt werden. Gerade, dass man es nicht auch noch notariell beglaubigen muss. Was soll ich da noch sagen. Ich wünsche Robert, dass der Druck rausgeht aus dieser ganzen Sache, er spürt das ja auch und es ist ja nicht so, dass er keine Emotionen hat, nur spielt sich das bei ihm halt anders ab. Wann geht es los mit der Klassenreise, kann er sich bis dahin wenigstens von seiner Gipshand befreien? Der Gipfel ist erreicht, mehr kann und darf jetzt doch wirklich nicht mehr kommen.
    Alles Liebe, Klaudia

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  11. Eine Bekannte ist fest entschlossen, in die Schweiz zu gehen, nachdem ihr von den Behörden bzgl. ihrer Freiberuflichkeit auch etwas ärger mitgespielt wird als sie mit ihrem Temperament ertragen kann. :(
    Ich muss gestehen, dass ich mittlerweile den Umzug teilweise wieder bereue, auch bei mir läuft ausser auf der Arbeit nichts glatt.

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  12. Deutsche Bürokratie.
    Da war mal vor ein paar Jahren die große Rede vom Bürokratie-ABBAU!
    Davon haben wir nichts bemerkt, und ihr wohl auch nicht.
    Ich hoffe, dass nun alles bestätigt wurde...ich drücke alle Daumen.

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