Freitag, 9. Dezember 2016

Besondere Seltsamkeiten

So schön war der Sonnenaufgang heute.
Nach den vielen Nebeltagen eine Freude.




Nun wird es wirklich seltsam mit Robert.

Nikolaus

Nein, den will er nicht.
Nein, den will er nicht mal in der Schule sehen.
Er geht aufs Klo
Nein, er will auch kein Säckchen, weil so komische Gestalten braucht ihm gar keiner näherbringen!

Wir sprechen über das Christkindl.
Das hat er ja immer geliebt. Natürlich schon lang gewusst, dass es Geschichten sind.
Er hört sich die immerwieder gerne an, will wissen wie viele Jahrhunderte die Menschen sich solche Geschichten erzählen.
Er will vom Weihnachtsmann näheres erfahren.

Robert entscheidet sich dann für das Christkindl. Weil vom Weihnachtsmann hält er nun ganz und gar nichts.
Er kennt die Weihnachtsgeschichte und erzählt sie in eigenen Worten.

Und nun das:

Was machen wir denn nun am Hl. Abend?
Ich will nämlich nicht mehr so wie immer in die Kirche gehen (ging er schon 5 Jahre nicht mehr mit!)
Ich will auch nicht mehr solche Sachen wie das Glöckchen. Und Geschenke wünsch ich mir einen Christbaum, den ich aber wieder mit absäge und daheim schmücke.

Können wir an den Tagen normal essen?
Nicht wieder so rum tun, ich glaub nämlich Ihr versteht nicht, dass ich das nicht aushalte wenn alle so festlich tun.
Wer kommt denn wieder? Muss das sein bloss weil es Weihnachten ist?
Können wir an den Tagen nicht normal bleiben?

Oh, zu Hilfe .... was nun?

Lösungsvorschläge, auch von Menschen mit Autismus werden bitte gesucht ....

(wenn er was nicht aushält kann er nämlich sehr, sehr anders werden. DAS wünschen wir uns nicht für die Weihnachtszeit.
Wir hätten gerne weiterhin unser Fest, so wie schon immer ....?


Kommentare:

  1. Liebe Elisabeth,
    da kann man kaum Lösungsvorschläge machen. Vielleicht ändert er seine Meinung ja noch. Es sind noch einige Tage bis zum Heiligabend.
    Ich denke an dich.
    Liebe Grüße schickt Dir
    Irmi

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  2. Liebe Elisabeth....
    irgendwie kan ich Robert ja verstehen...habe mich gerade an meine Kids damals erinnert (als sie noch mit im Hause lebten)...sie mochten das "Herumgetue an Weihnachten" auch nicht besonders...auch heute noch nicht;-).

    Ich wünsch dir ein friedliches und gemütliches 3. Adventswochenende :-)

    LG Klaudia

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  3. Genau wie Robert wünsche ich mir das auch! Ganz normal bleiben, ohne Extraessen, ohne Extrabesuche. Und dann spüren, was darunter von Weihnachten hervorkommt. (Bin ich deshalb Autist?)

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  4. Liebe Elisabeth, ich wünsche Dir von Herzen, dass auch Du eine schöne und besondere Adventszeit hast und ein Weihnachtsfest, in dem Du den Zauber von Weihnachten ganz fest spürst.
    glg Susanne

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  5. Was genaues raten kann ich dir leider auch nicht.... Heiligabend werden wir auf jeden Fall den iPod dabei haben damit er sich in ein ruhiges Zimmer zurrück ziehen kann und die restlichen Weihnachtstage laufen hier fast schon immer nach den normal regeln, normales Essen, keine Gäste, zuhause als Familie.... Für mich für die es schon als kleines Kind ein großes Familien fest war an allen drei Tagen war es eine Riesen Umstellung. Aber wir versuchen es so gemütlich und ruhig wie möglich zu gestalten.... Ich drücke dich aus der Ferne und wünsche euch noch ein wunderschöne Vorweihnachtszeit..... Silke

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  6. Witzig… nicht die Situation an sich, aber: Ich mochte ihn nie, den Nikolaus. Ich mochte von ihm auch keine Geschenke bekommen. Ich mag ihn bis heute nicht, obwohl er mir ja schon lange eh nichts mehr bringt. Ich mag auch keinen Weihnachtsmann.

    Zunächst: ich finde es gut, dass Robert klar artikuliert was er nicht möchte, und dass er im Voraus abschätzen kann, was ihm zu viel wird. Ich verstehe das, Weihnachten ist ein Stressfaktor. "Witzig" finde ich auch, dass er sagt "nicht so wie immer in die Kirche gehen". Ich war seit bestimmt 30 Jahren außer zu Beerdigungen, Konzerten usw. in keiner Kirche mehr, trotzdem überkommt mich zu Weihnachten genau dieses Gefühl. Es scheint mir, die Christmette hat bleibenden Eindruck hinterlassen – negativen Eindruck, nicht weil sie an sich schrecklich gewesen wäre, sondern weil es ein Routinebruch war, und zwar sowohl was Gottesdienste als solche betrifft als auch was den Tagesablauf angeht, etc. Vielleicht geht es ihm da ähnlich.
    Was es mit dem "Glöckchen" auf sich hat, weiß ich nicht. Christbaum ist ja mal klar formuliert und braucht sicher keine weiteren Vorschläge, sofern nicht irgendwas zwingend dagegen spricht, ihm den Wunsch zu erfüllen?
    Wir haben zuhause den Vorteil, dass unsere Feierlichkeiten von vorneherein "traditionell" gut auf Autisten ausgelegt sind. Ich weiß nicht, wie eure Weihnachtstraditionen aussehen, bei uns war und ist es immer möglich, sich zwischenrein zurückzuziehen. "Anwesenheitspflicht" gab/gibt es nur einmal kurz zur Bescherung. Ich denke, viele unserer Lösungen waren und sind familienspezifisch. Wer zum Essen nicht kommen wollte, blieb eben im Zimmer und holte sich später selbst etwas zu essen. Aber das galt bei uns immer, für alle Mahlzeiten. Es war insofern keine Sonderregelung für Weihnachten. Heiligabend/1. Feiertag/2. Feiertag, - der Speiseplan ist bei uns heute noch derselbe wie … naja, solange ich zurückdenken kann. Obwohl auch so eine gewisse Routine drin ist, war es immer schwer genug. Ich verstehe, dass Robert "Normal essen" möchte. Vielleicht ist es möglich, dass es zumindest für ihn "normal essen" gibt. Ich kann auch nicht einschätzen, wie weit er in der Lage wäre, sich auf einen Kompromiss einzulassen. Es ist eine Familie, also muss jeder ein bisschen zurückstecken – z. B. man verkürzt die Feiertage etwas, und lässt Weihnachten eben nur bis zum Nachmittag des 25. laufen, am 1. Feiertag abends gibt es dann "Normal", und der 2. Feiertag fällt aus… dann ist die Zeit vielleicht verkürzt, während der er mit dem *anders* umgehen kann, aber der Rest der Familie kann dennoch Weihnachten haben. Hilft natürlich auch nur, wenn er es soweit durchdenken und verstehen kann.
    "Festlich tun" – da verstehe ich ihn auch, ich weiß aber nicht, wie viel bei euch "festlich getan" wird. Ich habe mich z. B. als ich noch mit in die Christmette gegangen bin, nur zum Gottesdienst umgezogen, war vorher und nachher in meinen normalen Sachen. Danach dann überhaupt nicht mehr. Lieber nicht aufgebrezelt aber dafür eben ein "anders" weniger, das Energie raubt.
    Dann "Wer kommt wieder" – kommen bei euch viele? Was sind die Erwartungen an die Kinder, an Robert? Bei uns war die Regelung: wenn du keinen Kontakt zum Besuch willst, bleib im ersten Stock; wenn du runterkommst, musst du wenigstens höflich Hallo sagen und gestellte Fragen beantworten. Wir wurden dann auch nicht runtergerufen, um dem Besuch vorgeführt zu werden, damit konnten wir die Situation dosieren. Bekommt er sowas hin?
    Viel Text, und ich fürchte die Essenz ist "ohne näheres Kennen der Situation nicht wirklich etwas zu raten." Aber vielleicht könnt ihr trotzdem irgendwie Anregungen rausziehen, die bei euch funktionieren könnten.

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  7. Die Konfirmation meines Neffen mit Autismus war eine ähnlich schwierige Situation - allerdings eine einmalige. Er kam gut damit klar, dass seine Eltern eine detailierte Liste mit dem Tagesablauf gemacht haben, die er vorher fast auswendig konnte. Also:

    wir frühstücken
    wir fahren zur Kirche
    wir feiern Gottesdienst
    wir machen Fotos an der Kirche
    wir fahren mit Oma und Opa nach Hause
    wir grillen
    ich packe Geschenke aus
    ich darf in mein Zimmer
    ...

    Was erledigt war, wurde durchgestrichen. Im Gegensatz zu anderen Feiern hat er den Tag gut gemeistert. Ob Robert das helfen würde? Jeder Jugendliche ist anders...

    Liebe Grüße
    Andrea

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  8. Liebe Elisabeth,
    ich habe mal wieder eine Zeilt nicht gebloggt, außer einem Adventsgruß und demzufolge auch nichts gelesen. Das will ich nun nachholen. Ach, eure Katzenprobleme, da kann ich mich gut hineinversetzen. In all den Jahren hier auf dem Dorf, habe ich nur zugelaufene arme Katzensellen gerettet. Wir hatten immer Freude an ihnen. Nun haben wir noch einen süßen Kohlrabenschwarzen Kater, natürlich auch zugelaufen. Bei Facebook habe ich die Seite eines Tierheims abonniert. Was man da liest, da werden Kätzchen einfach in einem Karton in den Wald gesetzt. Nur durch ZUfall gefunden und das Tierheim nimmt sie, pflegt sie und vermittelt sie. Es gibt Menschen, die verdienen die Bezeichnung "Mensch" nicht. Wenn ich so über Robert lese, da merke ich, er ist kein Kind mehr. Seine Vorstellungen und Meinungen ändern und man muß wohl alles akzeptieren und richtige Wege finden. Dieses Gewese um Weihnachten geht mir auch tierisch auf die Nerven. Diese Geschenkejagerei, diese Aufgeregtheit, dabei sollte es ein besinnliches, ruhiges Fest sein. Wie viele Menschen werden wieder stundenlang im Srtau stehen? Kann man sich nicht an anderen Tagen treffen? Wir verbringen die Tage auch ganz normal wie immer. Gut, es gibt eine Ente an den Feiertagen, und Stollen zum Kaffee. Aber das ist auch schon das Ausgefallenste. Im letzten Jahr habe ich festgestellt, daß wir nicht mal Schokolade im Haus hatten. Ich denke auch immer an die armen Menschen in Not und Krieg und Elend und da bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Mein Mann sagt Immer: du kannst die Welt nicht retten. Ja, leider.
    Für heute sende ich erstmal ganz liebe Grüße
    Brigitte

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  9. Liebe Elisabeth, leider weiß ich keinen guten Rat für dich.
    Vielleicht kann man so etwas wie ein "zweites Programm" für Robert starten mit ganz alltäglichen Sachen/Aufgaben und alltäglichem Essen nur für ihn.
    Mehr fällt mir als Außenstehende nicht ein und sehr wahrscheinlich ist das auch nicht unbedingt der gescheiteste Vorschlag.
    Ich wünsche euch, dass ihr als Familie einen annehmbaren Kompromis für alle findet und Robert sich trotz der Feierlichkeiten nicht unwohl fühlt.
    Fühl dich gedrückt und noch einen schönen 3. Advent, deine Frau Vabelhaft

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  10. Liebe Elisabeth,

    ich denk ihr werdet schon das richtige finden.
    Bei uns läuft der Heilige Abend ganz ruhig und besinnlich ab. Nur meine Enkelin (17J.) und mein Mann sind da. Auch gibt es keinen Festtagsbraten da wir alle drei Vegetarisch essen. Ich freue mich schon sehr darauf einen ruhigen und gemütlichen Heiligabend zu verbringen. Stress gabs in jüngeren Jahren....das tue ich mir nicht mehr an :))

    Schöne vierte Adventswoche zu euch,
    Eva

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  11. Hallo Elisabeth,

    irgendwie bin ich keine regelmäßige Leserin mehr, schon eine ganze Weile nicht mehr.

    Das Weihnachtsthema macht mir Sorgen, weil mir sofort durch den Kopf ging, daß ja auch Nachbarn, die möglicherweise unter dem Jahr das eine oder andere Mal eine Alternative waren, zum Fest ebenfalls einen festen Ablauf haben werden. Weiß und versteht (akzeptiert) der Robert das?

    Ach, ich finde die Aussagen "wir machen dieses und jenes nicht" oder "ich mag Weihnachten auch nicht" gerade überhaupt nicht hilfreich. Robert ist nicht in dem Alter, um das zu entscheiden.

    Ich würde auch zum Lieblingsessen raten und zu regelmäßigen Pausen von der Gesellschaft. Bei uns standen Nikolaus- und Weihnachtsgeschenke sowie die Feier bis in meine Zwanziger-Jahre nicht zur Debatte. Für Streit während der in großem Familienkreis verbrachten Weihnachtstage hat nur ;) gesorgt, daß meine Mutter mir Pausen aufzwingen wollte, ohne zu fragen, wonach mir gerade ist.

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