Montag, 9. Mai 2016

Keine Zeit fürs Sofa

Robert hat ein Schälchen für Mama dekoriert.

Dem grossen Strauß fehlen nun ein paar Blüten!

So schnell wie er mich den ganzen Tag aufs Sofa "legen" wollte hat er es auch schon wieder vergessen. Wir haben noch geplant wie der Tag verbracht werden soll, da wollte Robert schon Motorrad fahren.
Mutter und Tochter fuhren mit dem Auto zu einem tollen Biergarten mit Bach nebenan.
Papa uns Sohn kamen mit dem Motorrad dort hin.

Robert war in seinem Element. Wasser, Spielmöglichkeiten, Bäume zum klettern. Wie Tarzan kann man sich dort übers Wasser schwingen.
.... und hineinfallen.
Zur Freude der anderen Biergartenbesucher. Er war wirklich patschnass. Gut, dass ich mit dem Auto dort war. Ich habe immer Ersatzkleidung dabei für Robert.

Das kam dann natürlich Susanne zu Gute. Denn nun durfte sie auf dem Motorrad mit nach Hause fahren.
Gut, dass wie zufällig ihre Motorradausrüstung auch im Kofferraum dabei war ... was Mamas immer so ahnen!
Die Ersatzkleidung für Robert war nicht geeignet zum mitfahren. Seine Motorradstiefeln waren durchnässt.

Die Heimfahrt war nicht lustig ... für die Muttertags-Mutter.
"Der Papa hat gesagt, heute bin ich dran und darf ich mitfahren!"
"Immer die doofe Susanne!"
"Warum nur hab ich so eine gemeine Schwester!"  usw...... usw.....usw......
Laut und böse war er bis er eingeschlafen ist .....

Muttertags-Mama bleibt ruhig, fährt vorsichtig, jederzeit bereit anzuhalten.
Die Türen von innen zu, damit er nicht unter der Fahrt aufreisst um raus zu springen.
Die Ohren auf Durchzug.
Nichts mehr sagen, alle Argumente waren schon gesagt ....

Zu Hause war ich sehr fertig .... Papa und Tochter hatten ein schlechtes Gewissen, weil sie Spaß hatten und ich diesen Autismus-Anfall aushalten musste. Ich sah aber auch aus! .... Ganz blass
Doch sie konnten ja auch nix dafür. Und ... ich kann die Maschine nicht heimfahren ... will ich auch gar nicht nie können .....
Überstanden ... als der Bub wieder wach wurde war er wie immer. Lustig und vergnügt.
Spät am Abend konnte er nicht einschlafen, da kommen ihm die Gedanken. Er weiss wohl schon was da alles aus ihm herausplatzte. "Tut mir leid, kannst Du mir verzeiheen?"
Ich glaub unseren Ärzten, nur so kann ich so etwas aushalten.
Nicht steuerbar sind diese Ausraster für ihn ....

Dann kam wieder eine Aussage, die uns lächeln lässt.
"Robert, das war für mich nicht lustig, sehr schlimm sogar!"
...... er guckt, und guckt, überlegt und überlegt.

"Mama, ich hab ja auch gar nicht gelacht!"





Kommentare:

  1. Liebe Elisabeth, das war ein Sonntag, ein Muttertag, der unerwartet endete... da kam die Entschuldigung von Herzen von Robert. Entscheidend, um wohl auch die Kraft, den Mut nicht sinken zu lassen.

    Ich kann nur erahnen, wie ein Nachmittag wie eben beschrieben, sich anfühlt. In diesem Sinne wünsche ich Dir / Euch in der Familie Stärke und Kraft.

    Mit sonnigen Grüßen, Heidrun

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  2. Liebe Elisabeth,
    das war ein Muttertag nicht nach deinem Sinn.
    Aber man kann ihm ja wirklich nicht auf Dauer
    böse sein. Er kann ja nichts dazu.
    Einen guten Start in die neue Woche wünscht Dir
    Irmi

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  3. Liebe Elisabeth,
    nicht böse sein, aber bei dem letzten Satz musste ich lauthals loslachen. MeinE Enkelin fragte ....Was hast du denn da eben für einen tollen Witz gelesen?
    Jaja ich weiss....Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
    Aber du weisst, wie ich es meine und ich sag's dir hier mal ganz deutlich: du und dein Robert, ihr seid mir sehr an Herz gewachsen und ich weiss sehr wohl, was du, liebe Elisabeth alles mitmachen musst.
    Mama und meine Tochter(nach dem Schlaganfall) zeigen mir auch, auf was man alles gefasst sein muss.
    Mama war inzwischen mehrmals verschwunden und wurde von fremden, sehr fürsorglich en Personen aufgegriffen und dann von der Polizei nach Hause gebracht. Aber deswegen einsperren? Ich bekomme das NOCH nicht fertig.
    Drückerli
    Gaby

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  4. Liebe Elisabeth,
    das war ja ein Muttertag...
    Gut, dass du immer Ersatzkleidung dabei hast.
    Die Rückfahrt hast du mit Mühe geschafft.
    LG Bärbel

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  5. Ja. Es ist nicht leicht mit einem Robert an der Seite.
    Aber was wäre das Leben ohne den Robert?
    Mütter mit Erfahrung haben fast immer alles mit dabei. Klasse.

    Ganz herzliche Grüße aus dem Norden
    Oona

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  6. Liebe Elisabeth,
    kann verstehen, dass man da nicht böse sein kann. Vielleicht solltest Dir Du am nächsten Muttertag einfach mal ein paar Stunden nur für Dich selbst gönnen.

    Liebe Grüße Sabine

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  7. och meih, und dann soll man noch weiter böse sein ;). Diese Ausraster sind immer ganz ganz schlimm. Ich kann damit auch sehr schlecht umgehen. Es tut mir leid, dass der Muttertag für dich so unschön gelaufen ist :(. Irgenwie kann man nie etwas planen, weil immer so Dinge passieren können. Ist bei uns auch so. Wir brechen dann ab und wiederholen das Ganze meistens noch einmal an einem anderen Tag.

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