Freitag, 26. September 2014

Gut, dass ich kein Katzenmädel bin!


Diese Menschen hier, die machen Sachen!
Also, wenn von Euch jemand so ein Bild mit Rückenansicht veröffentlichen würde, würdet Ihr das wollen?
Ich bin übrigens der Kleine links.
Rechts ist Chippie, den kenne ich ja nun auch schon drei Tage. Ihr kennt ihn schon länger, ich weiss. An mich dürft Ihr Euch nun auch gewöhnen.
Und hier seht er mich in meiner ganzen Schönheit:


Einfach ist das nicht, was mir in meinen kurzen Leben schon passiert ist.
Ich bin auf einem Bauernhof zur Welt gekommen. Ganz heimlich oben im Heustadel.
Angeblich brachte mich meine Mama erst nach ein paar Wochen zu ihren Menschen, ich hatte drei Geschwister. Die Menschen fühlten sich aber nicht als "meine" Menschen. Die wollten mich gar nicht haben!
Ich durfte nie ins Haus, gefüttert wurde ich auch nicht. Und dann bekam Mamas Schwester vor 7 Wochen neun Katzenbabys auf der Terrasse der Menschen. Und ab da war es ganz furchtbar.
Meine 3 Geschwister waren aufeinmal weg. Und dann auch noch meine Mama. Ich wurde ständig verscheucht und bekam mit wie die neun Katzenbabys von Tag zu Tag weniger wurden. Aufeinmal war da nur noch die Katzenmama (meine Tante sozusagen) und ein Baby.
Und dann kam wohl das Glück zu mir. Was das genau bedeutet weiss ich noch nicht. Es war so, dass die Elisabeth beim Bäcker die ganze Geschichte mitgehört hat. Die Bäckerin war empört über die Menschen auf dem Hof.

Die Elisabeth ist noch am gleichen Tag auf den Hof gegangen, Susanne war dabei. "Wir möchten gern ein Katzenbaby, wir haben gehört, dass sie welche vergeben!"
"Diplomatie" nennt Ihr Menschen das wohl. Das sagt mir gar nix ....
"Ja, da kannst im Hof schauen ob Du a Katzerl findest, des kannst mitnehmen." sprach der Mensch vom Hof. "Dort in der Kiste sind auch noch welche drin!"
In der Kiste waren drei ganz kleine Mietzen, die kannte ich noch gar nicht .... sie sind krank. Haben total verklebte Augen, niessen ständig. Das Fell sieht aus ....
Und dann sah ich sie!
Susanne!
Sie lief über den Hof und suchte ...... MICH !!!!
Wenn denn sonst? hab ich mir gedacht. Vorsichtig bin ich unter den Sträuchern vorgetapst.
Als die Bäuerin auf mich zukam bin ich schnell wieder in Sicherheit geschlichen. Doch Susanne liess nicht locker. Sie dachte ich heisse Mietz, das hat sie immer so süss gerufen  ... "mietz, mietz, mieeeetz ...!"
Also 2.Versuch .... ich bin direkt auf dieses langbeinige Mädel zu und sie hat mich hochgenommen. Das war ein Gefühl, kann ich Euch sagen! Noch nie hat mich so ein Mensch in den Arm genommen. Mein Herz hat geklopft dass mir selber Angst wurde. Ich musste sehr zittern ....
Tja, und dann kam ich in eine Kiste und in ein Ding das fürchterlich gebrummt hat. "Auto" nennen sie es.
Dann war es kurz nicht mehr schön.
Eine Dame im weissen Kittel, die irgendwie sehr lieb sprach und nett gelacht hat ... sie hat mich rausgenommen und "untersucht", was immer das bedeuten soll. Und dann kam sie mit einer riiiiesigen Nadel und hat mich gepieckst ... und für fit und "gesellschaftsfähig" für den Chippie, einen schrecklichen Hund namens Jacky und einem Herrn Mietz gehalten. Sie hat noch gesagt, dass ich Glück habe, weil auf den Höfen meist ein Katzenschicksal so aussieht wie ich Euch oben erzählt habe. Und dass ich ein Halbstarker bin, meinte sie. Was das wohl bedeutet. "Tierärztin" nennt sie sich, sie wird es wohl wissen, was sie so sagt, oder?

Also lange Rede kurzer Sinn.
Ich schau noch ein bisserl durcheinander. Das ist alles zu viel. Dieser Hund hier! Boahhh, ich hab den ganzen Tag zu tun ihn anzufauchen und anzuknurren. Der Chippie ist ein ganz lieber, der lässt mich sogar an einer Schüssel mit fressen. Und dann kommt schon wieder dieser Hund ums Eck. Da muss ich mich erst noch dran gewöhnen! Der gehört scheinbar hierher. Ich staunte schon, soooo eine grosse Schüssel zum fressen wie der hat ... das ist mir unheimlich. Wer so grosse Schüsseln leerfrisst beisst bestimmt auch kl.Katerchen so wie mich! Aber Chippie ist gar nicht so viel grösser, und der kuschelt mit dem Hund und die schmusen. Das schau ich mir nun erst noch ein paar Tage an. Vielleicht ... irgendwann ....



Am liebsten bin ich im Zimmer von Susanne. Und weil sie krank ist schlafen wir schon fast 3 Tage immerzu in diesem Zimmer. "Eingewöhnungszeit" nennen die Grossen das hier. Und ... dass ich nicht vor die Tür darf die nächsten Tage. Das soll mal einer verstehen. Erst durfte ich nie in ein Haus, und nun genau andersherum. Aber ich vertrau da mal auf die Leute hier. 
Ein Herr Mietz kam mich schon öfter besuchen, der wirkt sehr zufrieden mit den Menschen hier.
So, und nun lasst mich wieder schlafen, ich bin ja noch soo klein!
Ach so ... ich hab nun einen Namen, sagt die Susanne. Sie spricht mich nur noch so an. Alle hier tun das.
Ich bin
                                                      * S*I*M*B*A*

Miau, das klingt gut!


Und nun noch ein "Danke-schön" für Euch und Euer dasein .... sagt Elisabeth. Irgendwie wegen der letzten Posts .... das hat nun wieder mit Robert zu tun.
 Der ist schon mein Freund ... und pssst, ich verrate Euch was: Gestern als Susanne geschlafen hat ist er mit mir schon draussen gewesen. Er hat mir den Hof gezeigt, den riesigen Garten. Ich bin auf seinem Arm geblieben, denn ich hatte Angst, dass ich wieder ganz allein da draussen sein muss. Elisabeth hat Robert geschimpft, weil er sich wieder über Abmachungen gestellt hat. "Mama, bitte schimpf leise, Du machst den Simba sonst Angst!" hat Robert da gesagt, und mich wieder zu Susanne gebracht. Und das ist gut so, denn nun kenn ich schon die Haustür hier .... ha, ha ... ich komm ab sofort hier immer rein, weil ich weiss wo das Loch ist!
Eurer Simba

Kommentare:

  1. Wie süß! Ein Kätzchen! Schöne Augen das Simba.

    AntwortenLöschen
  2. Ein schönes, abenteurerfeines Leben wünsche ich Dir, Simba.

    AntwortenLöschen
  3. Wie niedlich! Der neue Kater und der Post. Elisabeth, kann man ein Buch aus Dein Blog machen? Das hätte ich dann gerne im Regal!
    Kopf hoch für all die Winde die um Euch wehen. Ihr steht fest im Sturm, ich hab alles nachgelesen, Und ich bin froh, dass Ihr schon erprobt seid im Umgang mit Menschen, die sich nicht einfühlen können.
    schönes Wochenende
    Marianne

    AntwortenLöschen
  4. Ohhh....wie süß ist euer Simba....zum knuddeln. Ihr Start ins Leben war sicher nicht einfach, aber bei euch wird sie es gut haben.
    Auch unsere Nami hatte einen schweren Start ins Leben. Als wir sie (mit 13 Wochen) von einem Pferdehof mitnahmen war sie schon krank (Durchfall ohne Ende) Mit Infusionen und viel Liebe unsererseits wurde sie schnell gesund und heute ist sie unser aller Liebling :)

    Schönes Wochenende euch allen!!
    LG Eva

    AntwortenLöschen
  5. Simba, herzliche willkommen.
    Robert! Robert!, Du musst echt noch mehr lernen die Grenzen einzuhalten. Was war denn die Strafe? Hast Du es nun gelernt?
    habt ein schönes Wochenende
    Melanie

    AntwortenLöschen
  6. eine mitreißende geschichte! wie gut für simba, dass ihr ihn gefunden habt!
    herzlichen gruß
    dania

    AntwortenLöschen
  7. Das ist wieder so wunderschön geschrieben, liebe Elisabeth.Bei mir wäre die Geschichte in 3-4 Sätzen erledigt gewesen.

    Hallo Simba, du hast das beste zu Hause, dass man sich denken kann und ich freu mich ganz doll für dich !!!
    Aber es tut mir weh, wenn ich lese, wie es deiner Verwandtschaft geht. Nur weil die Menschen so gleichgültig und geizig sind und keinen Cent für eine Kastration ausgeben wollen müssen sie ohne die Liebe die du kennenlernen darfst, irgendwann jämmerlich sterben.

    In Chippie hast du einen prima Kumpel und an Jacky wirst du dich auch gewöhnen. Sie tut keiner Mieze was zu Leide.

    Liebe Grüße
    Trautel

    AntwortenLöschen
  8. Oh, wie süß! Als ich so alt war wie Susanne (also vor ca. 6 Jahren) habe ich mit ein paar Nachbarskindern auch Katzenbabys gefunden. Nicht auf dem Land, in einer ganz normalen Wohnsiedlung. Der Besitzer hat seine Katze nicht sterilisieren lassen und so hatte er mittlerweile an die 20. Sie haben Futter bekommen, aber mehr auch nicht. Wir haben also einen Korb voller Kranker Kätzchen gefunden und sie von Besitzer "geschenkt" bekommen, nur dass wir unsere Eltern nicht gefragt hatten. Wir haben dann unser Taschengeld zusammengeworfen und sind mit den 5en erstmal zum Tierarzt gefahren. Das war wirklich, wirklich schlimm, denn es war den Kleinen nicht mehr zu helfen. Kein einziges Kätzchen hat überlebt. Wir haben getan, was wir konnten, gegeben, was wir hatten.
    Ich wünsche Simba ein tolles Leben bei Euch!

    AntwortenLöschen
  9. Glücklicher Simba! Ich bin wirklich betroffen von der Geschichte und berührt von eurer Hilfsbereitschaft. Ich weiß wie das ist, da kann man einfach nicht anders....

    Liebe Grüße, Klaudia

    P.S. Auch ich habe in meinem Katzenkontingent (5) vier, die nicht wirklich geplant waren und ich weiß, dass sie sich nicht nur vom Mäusefangen ernähren können :-)

    AntwortenLöschen
  10. Hallo Elisabeth,
    ich lese immer gerne bei dir im Blog, du schreibst so lebendig, du musst eine tolle, starke und warmherzige Frau sein.
    Viel Glück mit eurem neuen Katerchen, wir haben 2, von denen einer auch nicht geplant war.
    liebe Grüße aus Karlsruhe
    Christine

    AntwortenLöschen
  11. Hallo Elisabeth,

    mußte jetzt mal ein paar Tage nachlesen. Da hast Du also einen Kommentar bekommen zum Kopfschütteln. Ich kenn ihn nicht, willihn auch nicht wissen. Aber wert ist er sicher, daß man ihn übergeht und schnell vergißt.
    Ich bedauere es sehr, daß über Autismus kaum was zu hören, zu lesen und zu sehen ist. Was für ein toller Bursche ist doch Euer Robert. Und ja, soviel weiß ich schon, kein Autist gleicht dem anderen. Welche Vielfalt der Gedanken ,Fähigkeiten und Ausdrucksmöglichkeiten doch unter ihnen gibt. Das bereichert auch unser Leben.
    Wunderschön, daß ihr einem Kätzchen ein schönes neues zuhause bietet. Simba ist ganz süß. Nur, was wird nun mit den anderen Kätzchen, krank und ungepflegt, sie tun mir so leid, ich darf mir das gar nicht vorstellen. Kann man da nicht den Tierschutz informieren, daß sie da weggeholt werden?.Ich verstehe es einfach nicht wie manche Menschen mit Tieren umgehen.
    Ich wünsche Euch alles Gute mit dem Simba und seinen neuen Geschwistern.

    Liebe Grüße
    Brigitte

    AntwortenLöschen
  12. Simba, Du hast ja sooo ein Glück! Ein liebevolleres Zuhause hättest Du kaum bekommen können! Viel Spaß beim Kennenlernen Euch allen.
    Und Susanne wünsche ich gute Besserung!

    Ihr seid allesamt großartig!

    Liebe Grüße,
    Sonja

    AntwortenLöschen
  13. Einen schönen Partner für den Chippie habt Ihr da gefunden. Mir kommt beim nun schon zweiten Mal lesen der Geschichte eine böse Ahnung, was mit den anderen Katzen passiert ist. (Warum sind die Mutterkatzen nicht sterilisiert? *seufz*).
    Gute Besserung für die Susanne.

    Ja, das letzte Treffen ist auf jeden Fall zu lange her. Das war noch in dem Haus, in dem die Susanne gross geworden ist, 2012. Seitdem ist echt viel passiert, auch bei mir.

    Mit dem Ankommen im Ort scheint es doch irgendwie geklappt zu haben, zumindest rede ich mir das ein. Hab ja zumindest getan, was ich konnte. Letztes Wochenende habe ich schon wieder auf einer Tanzveranstaltung fotografiert, sogar ohne Tracht, dafür bin ich auch nur kurz geblieben.

    AntwortenLöschen
  14. Hallo Simba,
    du bist ja süß. Jetzt geht es dir gut, du hast ein tolles zu Hause gefunden, bei ganz lieben Menschen. Ich wünsche dir ganz viel Spass und viel Freude in deiner neuen Fam.

    Alles Liebe Barbara

    AntwortenLöschen
  15. Oh schön, dass wenigstens dieser Kleine ein schönes neues Zuhause gefunen hat bei euch. Der arme ist sicher ganz traumatisiert :(

    AntwortenLöschen
  16. Mir kommt vor, da hast du wirklich noch Glück gehabt, Simba ... Das Schicksal deiner Artgenossen lässt Böses vermuten.

    AntwortenLöschen