Dienstag, 20. Mai 2014

Natürlich hat unser Kind Robert nichts mit dem türkischen Premier zu tun .....



... und doch stellt (mal wieder) die Presse eine Verbindung her.
Immer und immerwieder taucht "Autismus" etc. in Verbindung mit Gewalttaten, politischen, kirchlichen etc. .... ich nenne es nun "Vorkommnissen" .... auf.
Oft wurde sich schon dagegen gewehrt. Gehört wurden wir scheinbar nicht ....

Menschen, die sich einfühlen in die Behinderung Autismus haben, wie hier im Link zu lesen ist, schon 2007 wachrütteln wollen ....

In der "Zeit-online" ist unter der Überschrift "Eine Krankheit ist kein Schimpfwort"  ein Artikel nachzulesen.

Autisten die selber ein Blog haben haben Stimmen gesammelt um aufzuklären.

Irgendwie ist das bei Herrn Lorenz von Stackelberg noch nicht angekommen

 Als ich am Freitag gemütlich, nachdem mein autistischer, zur Zeit sehr anstrengender Herr Sohn aus dem Haus war die Zeitung durchblättern wollte .... war das der 1.Artikel den ich las. Ein Thema, dass mich sehr betroffen macht. Das Grubenunglück ist schrecklich. Die Art der Verantwortlichen damit umzugehen macht mich betroffen.

Und dann, mitten in vielen Gedanken, Sätzen des Herrn von Stackelberg taucht die autistische Furcht auf.
Warum diese dumme Verbindung zu einer Behinderung die so viele Menschen mit in ihr Leben gebracht haben?
Warum wird wieder einmal eine Krankheit in einem Artikel über ein Unglück, über einen Politiker über Schreckliches verbunden?
So unnötig und unfair ... und wie so oft, wird sich genau diese negative Verbindung in so manche Köpfe einpflanzen.

Auch hier im Landkreis Mühldorf gibt es viele kleine, heranwachsende, junge Erwachsene und Erwachsene Autisten. Es gibt einige Einrichtungen die viel Gutes tun. Es gibt Menschen, die in Kindergärten, Schulen, bei Ausflügen, im täglichen Leben etc. den Menschen mit Autismus helfen. Für sie da sind. Wissen was "Leben mit Autismus" bedeutet.
Es gibt Eltern, die von einer Sekunde auf die andere durch die Geburt ihres autistischen Kindes in eine fast andere, sehr schwer zu lebende Welt gestupst wurden.


Hat es Euch nicht auch einen Stich gegeben, als Ihr das gelesen habt?

Nun weiss ich wieder ganz genau, dass ich weiter bloggen werde. Angefangen habe ich um zu erzählen, aufzuklären, Vertraute zu finden, das Leben mit einem autistischen Kind nicht alleine tragen zu müssen.

Nun also zum 1.Mal eine öffentliche Antwort auf einen Artikel der mit Unglück, Türkei, Premier zu tun hat.
Meine Enkelin hat türkische Grosseltern. Ja, auch in die Türkei gibt es Verbindungen von uns dort hin.
In den Seelen dieser Menschen ist ganz viel Trauer, Entsetzen, Wut, Fassungslosigkeit ...

An Autismus denkt weder die Enkelin noch sonst jemand wenn er an das Grubenunglück denkt.
So hätte es auch bleiben sollen .....







Kommentare:

  1. Gut gemacht, Elisabeth!
    Es ist schon so wie Du schreibst. Das Negative bleibt hängen.
    Auch wir hören noch immer "mongo" wenn teilweise vor dem Sohn über das DS gesprochen wird. Das geht nie mehr weg.
    viele Grüsse
    Anke

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  2. Liebe Elisabeth, ich frage mich auch, warum in dem Artikel von einer "autistischen Furcht" gesprochen werden muss. Ich interpretiere es so, dass der Verfasser Herrn Erdogan so sieht, als wäre er in seiner eigenen Welt und Wahrnehmung gefangen und deshalb reagiert er so "seltsam" auf das Grubenunglück. Und vermutlich setzt der Verfasser diese vermeintliche Wahrnehmung mit autistischer Wahrnehmung gleich.
    Schade, denn es ist eine grobe Verallgemeinerung, die einen negativen Beigeschmack hinterlässt.
    Und schade, dass der Begriff "autistisch" so (meiner Auffassung nach) unbedacht, vielleicht schon nebenbei, verwendet wird.
    Wie genau interpretierst du denn den verwendeten Begriff?

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    1. ich spür dass es falsch ist das so in diesem Artikel zu schreiben. "Furcht" ist ein eigenes, grosses Thema bei Autisten. Robert "fürchtet" sich vor lauten Geräuschen ... Donner, Staubsauger etc.
      Das gehört zum Krankheitsbild bei ihm.
      Diese Verbindung zum Herrn Erdogan ... dieser Mann ist kein Autist.
      Es sind die kleinen Wörter die hängenbleiben. Immer und immerwieder!
      Ich würde auch nicht passend finden, dass z.B. schizophren oder so verwendet wird.
      Ich weiss nicht, ob es unbedacht war ... ich kenn den Schreiber des Artikels nicht. Oft, sogar meistens mag ich was er schreibt!

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  3. Kann es sein, dass der Schreiber das so beobachtet:
    Auch Menschen, die, wodurch auch immer, auf einen öffentlichen Posten gelangt sind, sind deshalb nicht zwangsläufig mit ausgeglichenen und ausgleichenden Fähigkeiten ausgestattet. Und wenn sich eine Situation dann zuspitzt, tritt eben diese "Besonderheit" zutage.
    Ich verstehe, was dich daran stört, Elisabeth. Gleichzeitig finde ich doch auch gut, dass der Schreiber diese "Diagnose" trifft, das kann auch die Augen öffnen.
    Vielleicht ist Erdogans Konstitution tatsächlich mit dieser Tendenz behaftet. Und er hat keine "Elisabeth" an seiner Seite, die damit umzugehen weiß...

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  4. Also ich bin sprachlos. Dem würde ich aber einen Brief hinpfeffern.
    Was ist denn eine autistische Furcht? Furcht hat irgendwie jeder ob nun Autist oder nicht. Der Herr sollte sich mal mit Autismus befassen.
    Ich interpretiere das so, daß ihm die Formulierung...er hat Furcht selbst in den Strudel...zu banal vorkam. Da mußte nun noch ein Wort dazu zur Verstärkung der Aussage und da fiel ihm eben der Autismus ein.
    Diese Formulierung stellt den Autismus in eine negative Ecke.
    Ich würde mir das nicht bieten lassen. Der sollte das zurücknehmen.

    Ja, es ist richtig wenn Du weiter bloggst. Ihr seid doch so eine tolle Familie.

    Liebe Grüße
    Brigitte

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  5. Auch ich verstehe Dich gut, Du bist sensibilisiert. Und, Du bist sowieso eine kleine Weltverbesserin. Du und ich wir kennen uns schon immer. Du weisst, das ich Dich lieb habe und das nicht negativ meine.
    Ich hab nun aber alle Deine Links angeklickt, gelesen und auch in einen Blog weitergelesen und erst da wurde mir bewusst wie GROSS das Thema ist. Aus dieser Sicht kann ich Dein "nein" zu solch einer Worterfindung "autistische Furcht" noch mehr nachvollziehen.
    Unüberlegt, vielleicht vom Reporter?
    Die Stefanie hat auch eine Sicht hier kommentiert, die ich nachvollziehen kann.
    Im Grunde wissen wir es nicht, warum der Schreiber das so schrieb und was er eigentlich ausdrücken wollte.
    Weisst Du noch? In unserer Schulzeit. "Spasti" und "Mongo" waren da "in". Du hast damals ein Praktikum in einer Einrichtung gemacht und Dich im Schulbus so sehr darüber aufgeregt. Und nun fast 40 Jahre später wieder so ein Thema.
    Nun hast Du es ausgesprochen, hier geschrieben. Das ist gut!
    liebste Grüsse
    Deine Christl

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  6. Hallo ihr da Alle,
    du hast das Recht solch einen Artikel zu schreiben, nur du kannst es 100Prozentig nachvollziehen. Mache dir deswegen keine Gedanken! Wehre dich wo du kannst und mische dich ein, das hilft dir und euch.
    Ich bewundere dich für all die Arbeit, die Geduld und deine liebe Art.
    Lass dir das erhalten bleiben und verbiege dich nicht.
    Winke und LG, die Trude.

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  7. Ich habe mir den Artikel gegoogelt und auch die Kommentare anderer Leser dazu soweit überflogen. Niemand reagiert auf diesen Ausdruck der "autistischen Furcht", jeder nimmt es so hin, wie der Verfasser des Artikels es auch vielleicht gemeint hat, ich kann es nur so interpretieren, dass er damit wirklich nur meint, Erdogan sei gefangen in seiner eigenen Welt, in der keine Mitgefühle mehr für andere Menschen existieren. Vielleicht sollte man den Autor des Artikels darauf hinweisen, dass das nicht Autismus ist, sondern schlicht und einfach das Fehlen jeglicher menschlichen Empathie. Abgestumpft, sein wahres Gesicht zeigend, menschliche Schwäche bis in die tiefsten Abgründe zeigend. Das ist keine Krankheit, das ist Charakter. Erdogan hat einen, aber keinen guten. Die Verwendung des Wortes Autismus und Furcht in diesem Zusammenhang ist einfach eine Zumutung. Elisabeth, du hast Recht, dich hier wichtig zu machen. Einzig und allein, vor dem man hier Furcht haben muss, wenn schon, dann vor Erdogan selbst!
    Liebe Grüße, Klaudia

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  8. Da wurde echt von Autismus gesprochen?
    Das habe ich gar nicht mitbekommen. Aber es muss ja so sein.
    Das ist ja wie ein Schlag vor deinen Kopf. Vor den Kopf eurer ganzen Familie.
    Damit spielt man doch nicht! Das Ganze ist so ernst, so weltumfassend, so schlimm. Hat eine große Tragweite. Denn mit Heilung ist leider nicht zu rechnen.
    Wie kann man nur in politischen Reden und Kommentaren so nachlässig sich zu Worte melden???
    Das darf einfach nicht sein!
    Gut, dass du dich zu Wort meldest, liebe Elisabeth.
    Ihr habt so vieles erlitten, durchgestanden, gemeistert.
    Ohne Liebe ginge das gar nicht.
    Aber was diese Herren da so lieblos von sich geben, das schreit ja zum Himmel!

    Genau, informiere du über diese Krankheit, damit viele und noch mehr lernen, was Autismus bedeutet. Ich werde dich nun auch richtig bei mir verlinken, nicht mehr nur unter Favoriten gespeichert lassen.
    Dass noch mehr deinen Blog finden.
    Ganz liebe Grüße Bärbel

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  9. Grüsse und Verständnis für Euch, für Autisten
    Nicht für den Schreiberling
    von
    Anne

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