Mittwoch, 26. Juni 2013

Ameisen kommen von überall


Es werden noch mehr Ameisenbilder. Robert freut sich und Susanne ist auch schon angesteckt. Sie stellen gerade fest wie schwer es ist Ameisen zu fotografieren.


Nun muss ich heute Druckerfarbe kaufen, denn alle Bilder werden ausgedruckt und in Roberts Zimmer gehängt. Sieht ganz  hübsch aus.

Der Hustenhonig mit Spitzwegerich hilft wirklich bei Robert. Warum sind wir da nicht schon eher draufgekommen? Leider ist auch sein selbstgemachter Hustenhonig mal wieder ein Grund heftig mit der Mama zu streiten. Er würde ihn ständig nehmen, schafft es an einem Tag ein ganzes Glas zu schlecken.
Die Mama ist natürlich wieder mal dagegen!
"Du bist nicht der Bestimmer über meinen Hustenhonig. Ich hab ihn selber gemacht! Duuuu sagtst doch, dass Honig gesund ist. Duuuu bestimmst gar nicht, dass ich bloss ab und zu einen Teelöffel essen darf!"
Usw.... sehr laut, sehr grantig ... immerwieder.
Er hat eine laute Trotzphase, der Robert. Gestern war es dann zuviel, und ich habe ihm angedroht ihn für mindestens 4 Wochen in ein Kinderheim (verzeiht!) zu geben. Damit er mal sieht wie schön er es bei mir hat....
Am Abend bin ich mir dann vorgekommen wie meine eigene Oma damals .... oh, es ging mir gar nicht gut, weil ich das gesagt habe! Das sind die Sätze die ich nie sagen will, nie sagen wollte.
Ich mag ihm aber heute nicht mehr viel dazu erklären, Es war so gestern, es ist passiert. Ich bemühe mich, nicht nochmal sowas zu sagen .....
Der Robert-Papa ist ja schon wochenlang die meiste Zeit in München unter der Woche. Als ich ihm das erzählte, sagte er nur, dass ich das nun so lassen soll. Wenn er hört was wieder alles war, dann kann er das gut verstehen, und Robert wird es nicht gleich zu seelischem Kummer bringen ....

Heute morgen war er gleich wieder anstrengend, der Robert. Er wollte mein grosses Buch über Autismus mit in die Schule nehmen. "Weil er will da was draus lernen im Unterricht!" Auf mein: "Du, das gehört mir, das ist mein Lernbuch, das ist mir zu teuer zum verlieren oder so ...!"
schreit er mich an:
"Willst Du vielleicht, dass ich mich nieeee mit Autismus auskenne? Und ausserdem hab ich die blöde Behinderung!"

Morgens um kurz nach 6 Uhr .... draussen steht der Schulbus, er soll da leise einsteigen, weil einige Nachbarn schlafen noch ....

"Ich will in ein KINDERHEIM  !!!" ... habe ich mir gedacht, als er weg war, der Robert.

Kommentare:

  1. Da kann ich machen was ich will, Ameisen sind auf meinen Bildern sehr unscharf. Ich entdecke sie gerade mit neuen Blick durch Robert. Und ich werde weiterhin versuchen ein Foto für Robert zu machen.
    Ich stelle es mir anstrengend vor jeden Tag mit solchen Situationen zu leben. Ich kann mir nicht vorstelle, dass er nun einen Schaden hat, wenn Du das so sagst. Besser das als körperlich zu reagieren, ist meine Meinung. Er ist ja vom sprechen her sehr "frech" und da wird er dann lernen müssen mit den Antworten klar zu kommen, denke ich!
    viele Grüsse
    Marianne

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  2. Liebe elisabeth,
    es ist nicht leicht mit Robert. Auf der einen Seite möchte man geduldig sein, möchte ihn nicht noch zusätzlich aufregen - aber das geht leider nicht immer. Du bist auch nur ein Mensch.
    Hoffentlich geht diese Trotzphase jetzt schnell vorbüber. Ich würde es Euch so wünschen.
    Einen sonnigen Mittwoch wünscht dir
    Irmi

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  3. Liebe Elisabeth,
    es ist einfach so, dass was wir nie sagen oder machen wollten, werden wir sagen oder tun. So lange, bis wir das, was wir damals ablehnten anerkennen, da sein lassen können, unser Gefühl dafür annehmen können, unsere Verantwortung für unser Gefühl übernehmen. Bis wir den Sinn dieses "Das möchte ich nie tun" erkennen. Ich weiß, es ist ein Prozess das zu erkennen und umzusetzen. Doch ist man sich dessen bewusst, ist es schon die halbe Miete :-)
    Bitte: verzeih Dir selbst.
    Ganz liebe Grüße von Roswitha

    PS: Mir ist noch etwas zu Deinem gestrigen Kommentar eingefallen;-)

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  4. Ja, die Ameisen sind echt schwer zum fotografieren. Ich finde das klasse wenn ihr die Fotos alle ausdruckt und aufhängt!!!

    Liebe Grüße EVA

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  5. Hallo Elisabeth, ich kann das alles so gut nachvollziehen. Ich fühle mich bei manchen Sätzen die ich sage auch wie meine eigene Mutter. Oder wie eine Mutter, die ich nie sein wollte. Und doch kommt ab und zu so ein gemeiner Satz aus meinem Mund, weil ich den Druck nicht mehr aushalte.
    Ich denke mir dann immer, dass unsere Kinder jeden Tag so sehr spüren, wie sehr sie geliebt werden. Das zählt viel mehr als ein dummer Satz! Wir halten den Jungs ja auch nicht jeden dummen Satz von ihnen vor- und ich denke, unsere Jungs werden uns unsere unüberlegten Worte auch verzeihen, weil sie uns genau so lieben.
    Miriam

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  6. Liebe Elisabeth,

    ich denke auch, dass so was passiert kann vorkommen. Wir sind alles Menschen und machen Fehler - gehört dazu! Das es Dir bewusst wird im nachhinein und klar ist das es nicht sooo gut war, ist das was Dich von manch einer Unterscheidet! Fehler machen ist wirklich ok! Das danach ist wichtig und da bist Du Achtsam und das ist schön!

    Das mit dem Ausdrucken der Bilder ist ne tolle Idee!

    Viele herzliche Grüße senden wir
    anja und die sterne

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